10.02.2012 14:13 | Meine Presse Merkliste0

Zorn über Gaza-Vorfall: Rabbiner werden angespuckt

16.06.2010 | 18:34 |   (Die Presse)

Die Kultusgemeinde wirft Al-Rawi (SPÖ) hetzerische Töne vor. Bei den Demonstrationen waren laut Beobachtungen der IKG offenbar auch Anhänger der türkischen rechtsextremistischen Gruppierung „Die grauen Wölfe“ dabei.

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WIEN(no). Es sind mehr als ein Dutzend Vorfälle: Am 7.Juni fährt ein jüdischer Rabbiner mit der U3, als in der Station zwei türkisch sprechende Männer einsteigen und ihn anspucken. Die Israelitische Kultusgemeinde meldet am Mittwoch bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz einen Anstieg solcher antisemitischen Angriffe als Folge der heftigen Kritik an dem Vorgehen Israels Anfang Juni gegen die Schiffe, die die Seeblockade des Gazastreifens brechen wollten. Im Zuge der Auseinandersetzungen auf einem der Schiffe wurden neun Gaza-Aktivisten getötet. Ein Sturm der Entrüstung über das Vorgehen Israels war die Folge.

Dieser Sturm wird laut Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, von einigen Provokateuren künstlich verstärkt und damit vorhandene antisemitische Ressentiments bei manchen abgerufen beziehungsweise aktiviert. Einer dieser Provokateure ist für die IKG Omar Al-Rawi, SP-Gemeinderat und Funktionär in der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Tatsächlich war Al-Rawi die treibende Kraft dahinter, dass der Wiener Gemeinderat einstimmig eine gemeinsame Verurteilung Israels wenige Stunden nach dem tödlichen Zwischenfall vor der Küste Gazas durchgesetzt hatte. Inzwischen haben sich einzelne Mandatare – etwa bei den Grünen – davon offiziell oder hinter vorgehaltener Hand wieder distanziert. Laut IKG hätte die Verurteilung Israels noch schärfer ausfallen sollen, die ÖVP und auch die FPÖ hätten eine mildere Variante gefordert.

Da der Wiener Gemeinderat sonst selten bis nie zu außenpolitischen Ereignissen Stellung nimmt, hat die IKG nun auch eine Anfrage an den Gemeinderat gerichtet: „Können Sie uns bitte Ihre Stellungnahmen zu Darfur, Srebrenica und Dutzenden Terroranschlägen gegen die israelische Zivilbevölkerung in Erinnerung rufen?“ Es gab keine solchen Stellungnahmen.

Die Kultusgemeinde greift Al-Rawi auch wegen dessen Co-Organisation einer Anti-Israel-Demonstration an, bei der „verhetzende“ Botschaften auf Transparenten geortet wurden – etwa eine Zeichnung, in der der David-Stern mit dem Hakenkreuz gleichgesetzt wurde, sowie eine Fahne der Terrororganisation Hamas. Al-Rawi soll bei der Kundgebung auch davon gesprochen haben, gemeinsam den „Kampf“ der angeblichen „Friedensaktivisten“ fortsetzen zu wollen.

Plakat mit Aufschrift „Wach auf, Hitler!“

Eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung hat Muzicant an die Staatsanwaltschaft geschickt. Bei einer ersten – spontanen – Demonstration war auch die Aufschrift „Wach auf, Hitler!“ zu lesen gewesen. Zudem wurden Türen und Fenster eines Hauses beschädigt, an dem eine Israel-Fahne zu sehen war. Davon hat sich Al-Rawi distanziert. Bei beiden Demonstrationen waren laut Beobachtungen der IKG offenbar auch Anhänger der türkischen rechtsextremistischen Gruppierung „Die grauen Wölfe“ lautstark dabei.

„Es wurde eine rote Linie überschritten, die wir nicht akzeptieren können“, sagt Muzicant. Und: „Wo sind die Führer der muslimischen Gemeinde in Österreich, die so eine Hetze organisieren?“ Der Chef der jüdischen Gemeinde betonte mehrmals, dass nur eine Minderheit der Moslems in Österreich so agierte. Er erwarte sich „eine klare Aussage, dass für so etwas kein Platz ist“.

Al-Rawi lieferte eine solche schon einen Tag vor der Pressekonferenz der IKG: „Solche Angriffe sind durch nichts zu entschuldigen und sind auf das Schärfste zu verurteilen. Sollten solche Angriffe von muslimischen Mitbürgern verübt worden sein, so distanzieren wir uns mit aller Deutlichkeit davon.“ Wichtig sei nun, „dass der vorbildliche interreligiöse Dialog zwischen den Religionen in Österreich weiter funktioniert“. Dies ist in Österreich nun schwieriger geworden.

Schakfeh weist "unqualifizierte Angriffe" zurück

Die Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) wies die Kritik der IKG an der Demonstration zurück. IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh nannte die Aussagen von IKG-Präsident Ariel Muzicant "unqualifizierte Angriffe". Er warnte, man sollte die Dialogkultur zwischen Juden und Muslimen in Österreich nicht gefährden.

"Inakzeptable Plakattexte" verurteile die IGGiÖ ebenso wie die Demo-Veranstalter. Und "selbstverständlich sind auch jegliche Übergriffe auf Juden in aller Entschiedenheit zu verurteilen", betonte Schakfeh. Er wies es aber zurück, die Strategie der Demonstration pauschal als "antisemtisch" zu diffamieren. Damit sollten wohl die "bequemen Denkschranken aufrechterhalten werden, mittels derer die Politik Israels niemals kritisch infrage zu stellen" sei. Die Kundgebung habe jene Kritik zum Ausdruck gebracht, die "weltweit" nach der Militäraktion gegen die Gaza-Flotte gegen die Politik Israels laut geworden sei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.06.2010)

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264 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6
Gast: eu-Kritiker
13.07.2010 18:52
1 5

antisemitismus

Man darf doch alles, aber nicht Untaten von Israel kritisieren, das ist sofort Antisemitismus ! Einer darf alles, da er den Holocaust sich durch die UN hat Patentieren lassen !

Antworten Gast: quoker
07.10.2010 12:56
1 0

Re: antisemitismus

... kommt in wien von links

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/574130/index.do


Antworten Stephanos
21.07.2010 22:51
3 1

Re: antisemitismus

Jüdische Mitbürger in den Öffis bespucken läuft bei Ihnen unter Kritik an Israel?
Was haben diese Rabbiner den spuckenden Moslems getan?
Gar nichts.
Offensichtlich genügt es, dass sie Juden sind, um wieder Freiwild in Ö zu sein, diesmal halt für die hiesigen Türken.
Und so etwas heißen Sie noch gut!

Gast: gast
03.07.2010 18:19
1 1

Widerlich

Widerlich ist lediglich, dass es bei den Linksextremen wohl zur Standartfloskel geworden ist in allem einen antisemitischen Hintergrund zu sehen.

pk
18.06.2010 20:16
2 2

ist eigentlich herr muzikant

kein provokateur? Wie sonst sollte man all seine kommentare uund aussagen verstehen, die er seit jahren von sich gibt?

0 0

Man kann es

mit der hetz- propaganda auch sehr übertreiben...

Miteinander statt Gegeneinander ist die einzige lebenswerte Chance für uns alle!

Sie haben uns umgevolkt ...

.... da soll sich der Herr Musikant nicht über die sich daraus logischerweise ergebenden Konsequenzen aufplempern.

ichmeine
18.06.2010 08:17
5 0

in Linz feierten die Grauen Wölfe schon im roten Rathaus

vielleicht ziehen sie nach der nächsten Wahl ins Wiener Rathaus ein

Langsam glaube ich, Häupl ist betrübt, dass er aus seinen Lebensgefährtinnen immer ein Geheimnis machen muss,

eine Frau Bürgermeister mit Kopftuch, das wär doch was:
auf einer bilateralen Tagung der Stadtoberhäupte Wien-Ankara wäre er dann nicht mehr von anderen zu unterscheiden
(das erinnert mich an den Schluss der Animal Farm)

Gast: Ariopag
17.06.2010 21:26
3 1

Rücktritt

Paul Chaim Eisenberg erzählte in Willkommen Östrerreich jiddische Witze und vermittelt den sittlichen Ernst eines Rabbiners. Was Ariel Muzicant absondert ist weder humorvoll noch ernst zu nehmen ist. Vielmehr eine große Last für die IKG und das gesellschaftliche Klima in Österreich. Er sollte wissen, was zu tun ist.

Antworten Paroles
29.06.2010 00:11
0 1

Re: Rücktritt

Schließe mich dieser Meinung zu 100% an.

Gast: Cortex
17.06.2010 17:24
10 0

Gefährliche Entwicklung-rücksichtsloses Handeln der SPÖ

Sehen sie sich das Bild an! Der blinde Hass von gefährlichen Fanatikern!
Freunde der SPÖ und Lieblingsklientel Herrn Häupl`s.
Die galoppierente Zunahme dieser Muslime macht Angst Herr Bgm.
Da geht es längst nicht mehr nur um ihre Wiederwahl!!!

Gast: Syntax
17.06.2010 16:14
12 0

Anbiederung an Türkische Rechtsextreme?

Im Machtrausch, dem streben um Machterhalt und dem Buhlen um die Stimmen seiner Türkenfreunde, riskiert unser Türkenfreund Häupl sogar eine tiefe Verstimmung mit der Israelitischen Kultusgemeinde.
Dieses ständige Anbiedern an die Muslime, ohne Rücksicht auf die Altwiener ist peinlich und beschämend Herr Bgm.
Ich hoffe, sie bekommen die Rechnung dafür präsentiert.

Cymry
17.06.2010 14:48
9 0

Wien ist wieder einmal der Schandfleck

Österreichs geworden. Hauptsache die Wahlen werden gewonnen. Dieser Wiener Opportunismus ist einfach ekelerregend. 1938 antisemitisch, nach 1945 prosemitisch unter dem Druck der USA, heute wieder antisemitish unter dem Druck moslemischer Bevölkerungsgruppen.

Antworten Gast: h
18.06.2010 00:18
0 0

Re: Wien ist wieder einmal der Schandfleck

Qualtinger!! Übernehmen Sie, Herr Karl ist gefragt.

19 0

Das ist erst ein ganz kleiner Vorbote

von dem was da noch kommen wird.

Mit jedem zusätzlichen Prozent an Moslems in der Bevölkerung werden die immer dreister.

Das war uns ist so.
Überall auf der Welt von Malmö bis Riad.

Antworten Gast: gast
17.06.2010 13:07
13 1

Die Spuckangriffe von TERRORISTEN auf Rabbiner rechtfertigen meiner Meinung den Einsatz körperlicher Gewalt zum Abwehren der Angreifer .


13 0

Re: Die Spuckangriffe von TERRORISTEN auf Rabbiner rechtfertigen meiner Meinung den Einsatz körperlicher Gewalt zum Abwehren der Angreifer .

"Spuckangriffe" sind nur die Ouverture zu körperlicher Gewalt, die es ja auch schon tagtäglich gibt.
Außerdem sind Spuckangriffe ein zeichen eines Hasses, der sich nicht lange mit soetwas begnügen wird!

Austrian
17.06.2010 10:58
9 1

"Heil H...!"

Gesellschaft: "Was haben Sie da grade geschrien?"

Voll.idiot: "Nein äh, ja, das ist doch nur zur Unterstützung der armen Palästinenser gegen diese babymordenden Scheißju-"

Gesellschaft: "Oh, ach so. Dann hat das also gar nichts mit Antisemitismus zum tun, Sie sind einfach nur über die Menschenrechtsverletzungen im Gazastreifen empört. Na wenn das so ist..."

Voll.idiot: "Ja, genau."

Gesellschaft: "Na, dann machen's mal ruhig weiter."

Voll.idiot: " J... ist Gas! H... erwache! Free Gaza!"

*würg*

15 0

Bei den spontanen Freudenskundgebungen am 11. September 2001 in Wien hat man noch verschämz weggeschaut


Alle bisherigen Auswüchse wurden stillschweigend zur Kenntnis genommen oder sogar schöngeredet.

Mittlerweile hat sich der islamistische Extremismus hier manifestiert. Die latente Gewaltbereitschaft der jungen Muslime ist in Studien belegt. Jeder Schüler kennt sie aus leidvoller Erfahrung. Trotzdem lässt man sie gewähren, macht ihnen die Mauer, belohnt sie mit Staatsbürgerrechten.

Und ihr Einfluss steigt und steigt. Statt sie auszugrenzen, ihre Intoleranz anzuprangern werden sie hofiert und unterwandern, mit politischer Unterstützung von links-grün-mitte, höchste Gremien und Institutionen des Rechtsstaates.

Heute werden Juden angespuckt, weil sie eine wehrlose Minderheit sind. Wer sich als Nichtmoslem die demographische Entwicklung in Wien und Österreich genauer anschaut wird erkennen, dass auch seine Kinder und Enkel schon bald zu einer wehrlosen Minderheit gehören können.

Was dann?

Wir bestrafen, völlig zurecht, die paar ewiggestrigen Deppen, die das Nazi-Regime verherrlichen. Aber wir unternehmen nichts gegen die gar nicht so schleichende Radikalisierung großer Teile der moslemischen Jugend in Österreich.

Häupel interessiert sich nur für seine Wiederwahl.

Aber: Toleranz nützt nur den Rücksichtslosen!

Antworten Gast: Menschenrechte für alle
17.06.2010 11:25
0 13

Re: Bei den spontanen Freudenskundgebungen am 11. September 2001 in Wien hat man noch verschämz weggeschaut

"Heute werden Juden angespuckt, weil sie eine wehrlose Minderheit sind." Mir kommen die Tränen bei so viel Wehrlosigkeit - wann hören diese dummen Märchen einmal auf?

Aber ich geben Ihnen ansonsten Recht: man sollte keinen Extremismus dulden und bei der Einbürgerung besser aufpassen.

Antworten Antworten Gast: N:N
17.06.2010 17:24
8 1

Re: Re: Bei den spontanen Freudenskundgebungen am 11. September 2001 in Wien hat man noch verschämz weggeschaut

Ach so ein Märchen ist das also. Faktum ist dass die Juden, sofern sie nicht in Israel leben eine wehrlose Minderheit sind,. Überall. Die Geschichte beweist es. Und von Übergriffen in die andere Richtung habe ich noch nie etwas gehört.

Gast: Rund gehts
17.06.2010 10:14
3 1

Was sagt den der Ariel dazu

Wenn es gegen die FPÖ geht ist er ja auch schnell mit einer Absonderung zur Stelle. Aber bei denen
da traut er sich nicht, denn da hat er von den Linken ja keinen Rückhalt zu erwarten.Die stehen auf der Seite wo sie sich die meisten Stimmen erwarten und er damit auf verlorenem Posten.

Antworten Gast: N:N
17.06.2010 17:12
4 1

Re: Was sagt den der Ariel dazu

Was der Ariel dazu sagt, steht im Bericht. Und beweißt dass er mehr Mut hat als so manchen FPÖler, Moslem lieb ist

Gast: gast
17.06.2010 10:13
0 12

lustig

die braunen setzen sich für israel ein denn jetzt haben sie ja die türken auf die sie losgehen können

11 0

gar nicht lustig,

wie sich die Gutmenschen auf die Seite der Islamfaschos stellen.

Gast: gats
17.06.2010 10:01
1 12

Israels schiesswütige Teenage-Soldaten

Israels schiesswütige Teenage-Soldaten haben kaltblütig Zivilisten ermordet. Hoffentlich regnet es Klagen und Reparationszahlungen.

 
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