Die elf in der vergangenen Woche nach Spanien ausgereisten kubanischen Dissidenten haben schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Madrid erhoben. "Wir fühlen uns getäuscht und verraten", sagte der Regimegegner Julio Cesar Galvez am Montag. Die spanische Regierung habe versprochen, die Oppositionellen rechtlich zu beraten, finanziell zu unterstützen und ihnen bei der Suche nach einer Wohnung behilflich zu sein. Bisher habe ihnen aber nur das Rote Kreuz geholfen.
Appell an die EU
Die elf Dissidenten sind mit ihren Familien in einer Billig-Pension in einem Vorort südlich von Madrid untergebracht. Einige von ihnen beschwerten sich darüber, dass die Herberge für die Kranken unter ihnen sowie für Kinder nicht geeignet sei. Sie kritisierten zudem die Absicht der Behörden, sie auf verschiedene Städte Spaniens zu verteilen. Damit sei es schwer, untereinander in Kontakt zu bleiben. "Die spanische Regierung darf uns nicht hinters Licht führen", sagte Galvez.
Die Oppositionellen riefen erneut die Europäische Union auf, weiter Druck auf das Regime in Havanna auszuüben. Die Freilassung von politischen Gefangenen reiche nicht aus, um - wie von Spanien angestrebt - die Kuba-Politik der EU offener zu machen, betonten sie.
Im "Söldnertum" der USA
Die sozialistische Führung Kubas hatte vor zwei Wochen nach Vermittlung der katholischen Kirche und der spanischen Regierung die Freilassung von insgesamt 52 politischen Gefangenen verkündet. Sie alle gehören zur "Gruppe der 75", die im Jahr 2003 im sogenannten Schwarzen Frühling wegen "Söldnertums" im Dienste der USA zu Haftstrafen bis zu 28 Jahren verurteilt worden waren.
Spanien will zwanzig der Freigelassenen aufnehmen. Die restlichen neun werden an diesem Dienstag in Madrid erwartet.
(APA/dpa)
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