Paris (r.b.). Prekäre Ruhe herrschte am Montag im Quartier Villeneuve von Grenoble nach schweren Zusammenstößen zwischen einem großen Polizeiaufgebot und rund 40 Jugendlichen. In der Nacht auf Montag wurden erneut Gewehrschüsse auf ein Polizeifahrzeug abgefeuert.
Am Freitag war ein mehrfach wegen bewaffneter Raubüberfälle vorbestrafter 27-Jähriger auf der Flucht vor der Polizei erschossen worden. Andere Jugendliche fühlten sich durch das Vorgehen der Polizei herausgefordert. In kürzester Zeit wurden 60 Autos angezündet und das wenige, was Villeneuve noch an öffentlichen Einrichtungen besaß, völlig verwüstet. Fünfzehn Jugendliche wurden bisher festgenommen.
Nicht überrascht von dieser Explosion der Gewalt ist die Gemeinderätin Michèle Josserand. Villeneuve mit seinen 15.000 Einwohnern sei „Pulverfass" und zum „sozialen Ghetto" geworden, sagt sie. Aus dem früheren Vorzeigequartier ist ein Problemfall und ein Beweis für eine gescheiterte Integrations- und Sicherheitspolitik geworden.
Der „Marshallplan für die Banlieue", den die Regierung zur Sanierung heruntergekommener Vorstadtquartiere angekündigt hatte, ist in einer Schublade verschwunden oder Krisen-Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen.
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