NEW YORK (ag.). Die chinesischen Sicherheitskräfte sind bei der Niederschlagung des Aufstandes von Tibetern im März 2008 „mit unangemessener Härte und vorsätzlicher Brutalität vorgegangen“. Das steht in dem 73-seitigen Bericht „I saw it with my own eyes. Abuses by Security Forces in Tibet 2008–2010“, den die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ am Donnerstag veröffentlichte. Der Bericht stützt sich auf Befragungen von über 200 tibetischen Flüchtlingen und Tibet-Besuchern.
Sowohl während der als auch nach den Protestaktionen hätten die chinesischen Sicherheitskräfte Menschenrechtsverstöße begangen. Konkret: das Verschwindenlassen von Gefangenen, rechtswidrige Verhaftungen und Inhaftierungen, die Folterung von inhaftierten Verdächtigen, die Verfolgung von Familienangehörigen und Sympathisanten der Protestbewegung in den von Tibetern bewohnten chinesischen Provinzen.
„Human Rights Watch“ hält eine internationale Untersuchung der Situation in Tibet für „notwendiger denn je“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2010)

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