Afghanistan: "Ausstattung der Bundeswehr ein Drama"

23.07.2010 | 10:29 |   (DiePresse.com)

Die Ausrüstung der deutschen Truppen in Afghanistan sei in einem dramatischen Zustand, warnt der Wehrbeauftragte des Bundestags. Schuld sei die Bürokratie. Die Soldaten fühlten sich vernachlässigt.

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Der Wehrbeauftragte des Bundestags schlägt Alarm: Die Ausrüstung der Bundeswehr in Afghanistan sei in einem dramatischen Zustand, warnt Hellmut Königshaus. Die Schuld gibt er der deutschen Bürokratie. Dringend benötigte Minenräum- oder Sanitätsfahrzeuge könnten nicht angeschafft werden, weil sie deutschen Zulassungsnormen nicht entsprächen, sagte Königshaus der "Sächsischen Zeitung" (Freitagausgabe).

Die Ausstattung der deutschen Bundeswehr im Afghanistan-Einsatz sei insgesamt "ein Drama". Neben wichtigen Rüstungsgütern fehlten auch Möbel für die Quartiere, Feldbetten, Gefechts- und Übungsmunition, sagte Königshaus. Die Soldaten fühlten sich vernachlässigt.

"Schutzwirkung muss Vorrang haben"

"Wir müssen abwägen zwischen der Alltagsgefahr, für die unsere deutschen Normen gedacht sind, und den im Einsatz existierenden Gefahren durch Beschuss oder Sprengladungen", sagte der Wehrbeauftragte. Sicherheit müsse Vorrang haben vor Vorschriften.

Als Beispiel nannte Königshaus ein Sanitätsfahrzeug auf Basis des Truppentransporters "Dingo", das für die deutsche Bundeswehr nicht zugelassen werde, weil die Stehhöhe im Innenraum nicht ausreiche. Das Fahrzeug werde aber vom Österreichischen Bundesheer eingesetzt. "Das demotiviert die Leute natürlich schon sehr", sagte der FDP-Politiker. "Sie sind in einer exponierten Situation - auch was die Sicherheitslage angeht - und haben den Eindruck, dass sie vernachlässigt werden."

(APA/dpa)

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12 Kommentare
Gast: Einer, der Korruptionisten nicht mag
24.07.2010 15:10
0

Der Vergleich macht sicher:


lt. NATO Norm (Stanag 4569) liegt der Schutz im Dingo:
Minen Level 3b: 8kg TNT unter der Wanne
Ballistisch Level 2: 7,62 (also ein "normales") MG

Pandur II:
Minen Level 3a: 8kg TNT unter dem Rad (weniger Schutz unter der Wanne)
Ballistisch Level 4: bis hin zu 14,5mm panzerbrechende Munition

Hätte ich die Wahl würde ich den Pandur bevorzugen, aber ob Dingo oder Pandur hängt wohl eher vom Bedrohungsprofil ab.

WAS ABER WOLLTE BM DARABOSCH BESCHAFFEN?

Iveco LMV, dessen Charakteristika - erraten - schlechter sind als Dingo oder Pandur:

Minen: Level 2a, also 6kg TNT unter Rad
Ballistisch: Level 1 - also gerade einmal Sturmgewehr (aber bitte nur bis Kaliber 5,56, net woar!)

Frage: warum? Diese Frage sollten wir beantworten bevor wir über die Bundeswehr lästern.

PS: Wie war das mit den italienischen Soldaten, die in WWII mit dünnen Stiefelchen nach Russland geschickt wurden, weil der Hersteller ... naja, den Rest erraten Sie.


Der Dingo ist für den Einsatz in Afghanistan

bestens geeignet. Seine Aufgabe ist es Verwundete über gesicherte Routen zu gesicherten Stützpunkten zu bringen, an denen ihre weitere Versorgung vorgenommen werden kann. Minensicherheit u.dgl. sind nicht gefragt, denn auf diesen Routen kann es keine Minen geben, da diese bereits von Bodentruppen im Zuge des Vorückens der eigenen bewaffneten Kräfte bereits abgesucht wurden und in weiterer Folge überwacht werden (Drohnen etc.).

Gast: La Machine
23.07.2010 16:30
0

Denken beim Militär

Eine Maschine denkt nicht:

den Maschinenbegriff hat auch Kant übernommen:"Der Offizier ist Glied einer ihm übergeordneten Organisation, die Kant auch Maschine nennt", siehe Klemme, Kant, S. 15
Alles klar ? Immanuel Kent lebte von 1724 -1804. Seitdem hat sich am deutschen Militär nichts geändert.

Re: Denken beim Militär

Das Militär ist wenn es um Logistik geht eine Maschine. Wenn es um den militärischen Einsatz der Soldaten und Offiziere an der Front geht, gelten andere Kriterien, wie z.B. charakterliche und intuitive Qualitäten. Denken Sie z.B an Oberst Lawrence Joshua Chamberlaine
vom Maine Regiment, der durch die bestmögliche Verteidigung des Little Round Top die Schlacht von Gettysburg mit einem winzigen Häuflein Soldaten gegen einen überlegenen Gegner wesentlich mitbestimmt, vermutlich sogar entschieden hat. Dieser Lawrence Joshua Chamberlaine, ursprünglich Universitätsprofessor, wollte sich dem Militärdienst enthalten, durch eine Bildungsreiseise nach Europa, hat sich aber letztendlich aus prinzipieller Einsicht freiwillig gemeldet.

Tja - die germanen am hindukush.........

die armen teilen das schicksal mit den briten - es fehlt hinten und vorne - nur eines - die taliban haben keine minenraeum-fahrzeuge - keine sanitaetsfahrzeuge - die brauchen auch keine uebungsmunition - sie haben auch keine schlafsaecke (habe letzte woche einen dt. armeeschlafsack in peshawar am markt gesehen) - und - moebel brauchen sie auch keine - improvisieren jungs - zumindest darin sind die oe soldaten einsame weltspitze........

dazu passt die meldung,

dass die deutschen soldaten in afghanistan mehr angst, vor einer visite ihres mülltrennungsbeauftragten, als vor den taliban haben...

Gast: gast
23.07.2010 12:30
1

Reichen uns die 4 umbauten Pinzgauer nimma?

das mal jemand mit einem neidischen Auge aufs österreichische BH schaut, das kommt wohl nicht sehr häufig vor

Gast: Ösi
23.07.2010 11:41
0

Schrottbeweis für Ösi-Bundesheer!

Die Teutschen dürfen so eine Schrottkarre gar nicht anschaffen, aber Ösi-Reich kauft das unverkäufliche Klump zum Rekordpreis!

Gute Nacht

lg
Ösenpower

Antworten Gast: Ösi
23.07.2010 21:28
0

Re: Schrottbeweis für Ösi-Bundesheer!

Wie gesagt SCHROTT!
Wenn die Teutschen solschen Schrott haben wollen, der bei jeder Mine einem das Gnack abfetzt oder im Schnellgang die Hämoriden raushaut, dann unser Daraboschinger fragen, ob nicht irgenwo eine solche Kraxn herumrostet.
Wir wären die Schrottkarre gerne los. Und vielleicht wollens ja auch noch ein paar Pinzgauer als Schussattrappe für den PÖSEN Taliban.

keinen Dank für die wertvollen Tipps

lg
Ösenpower

Antworten Gast: gast
23.07.2010 12:09
2

Sinnerfassend lesen ist schon schwer

Keine Ahnung, aber schimpfen.
Der Dingo ist auch bei den Deutschen im Einsatz und eines der modernsten leichten Schutzfahrzeuge weltweit.

Nur die San-Version ist halt in deutschland nicht zugelassen, aber die Soldaten WOLLEN dieses Fahrzeug.

Sinnerfassend lesen ist schon schwer

Re: Sinnerfassend lesen ist schon schwer

Der Dingo hat nur Probleme. ER ist Toplastig und neigt in Kurven umzufallen. Das Getriebe ist zu schwach für die Fahrzeugmasse. Der Mienenschutz ist unzureichend da die Sitze der Besatzung am Boden verankert sind und daher schockwellen direkt auf die Körper der Besatzung treffen. Und noch vieles mehr. Der Dingo ist leider schrott.

Antworten Antworten Antworten Gast: ...
23.07.2010 15:49
0

Re: Re: Sinnerfassend lesen ist schon schwer

Gladius, für das Einsatzgebiet für welches der Dingo geplant und gebaut wurde sind keine Rennen vorgesehen.
Auch für Schutz vor Minen ist er nicht vorgesehen.

Willst einen Radpanzer für die Bedingungen welche du angeführt hast, brauchst zum Beispiel schon einen Pandur II.

http://www.pandur.at/panzer2.htm

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