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Bettencourt-Affäre: Frankreichs Arbeitsminister vernommen

29.07.2010 | 21:05 |   (DiePresse.com)

Als Schatzmeister der Regierungspartei soll er von der reichsten Frau Europas eine Spende in Höhe von 150.000 Euro in bar entgegengenommen haben. Woerth weist alle Vorwürfe zurück.

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In der Spendenaffäre um die L'Oréal-Erbin und Politikerwitwe Liliane Bettencourt hat der französische Arbeitsminister Eric Woerth die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Woerth habe als Schatzmeister der konservativen Regierungspartei UMP im Präsidentschaftswahlkampf 2007 nur Geld angenommen, das nach dem Gesetz zulässig gewesen sei, sagte der Anwalt des engen Vertrauten von Staatspräsident Nicolas Sarkozy, Jean-Yves Le Borgne, zu der Vernehmung des Ministers durch die Polizei in seinem Ministerium am Donnerstag in Paris.

Woerth, der sein Amt als UMP-Schatzmeister Ende des Monats abgibt, habe auch erklärt, bei Bettencourt nicht auf eine Einstellung seiner Frau Florence als Finanzberaterin gedrungen zu haben. Das hatte in ihrer Vernehmung auch Florence Woerth gesagt. Der Anwalt berichtete, die Vernehmung des Ministers habe lang gedauert, weil "Eric Woerth seit langem die notwendigen Erklärungen abgeben wollte, um einigen Gerüchten ein Ende zu machen, die nichts als Fantasie sind".

Woerth wird beschuldigt, im Wahlkampf 2007 illegale Parteispenden von der L'Oréal-Milliardärin und Witwe des gaullistischen Politikers und mehrmaligen Ministers André Bettencourt erhalten zu haben. Als Schatzmeister der Regierungspartei soll er von der reichsten Frau Europas eine Spende in Höhe von 150.000 Euro in bar entgegengenommen haben.

Der Vermögensverwalter der 87 Jahre alten L'Oréal-Erbin, Patrice de Maistre, der Woerth den Umschlag überreicht haben soll, war 2008 von dem Minister mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet worden. Er hatte zudem Woerths Frau Florence in der Vermögensverwaltung der Bettencourts angestellt. Woerth bestreitet, dass er dabei seinen Einfluss geltend gemacht habe oder es eine Gegenleistung gewesen sein könne. Sein Mandant habe niemals darauf hingewirkt, dass seine Frau von de Maistre eingestellt wird, sagte Woerths Anwalt nach der Vernehmung. Der Minister, der früher Haushaltsminister war, habe lediglich einmal in einer banalen Unterhaltung mit de Maistre über den Beruf seiner Frau gesprochen.

Woerths Kontakte zu Bettencourt bringen die Pariser Regierung seit Wochen in Bedrängnis. Der Minister wird verdächtigt, vom Steuerbetrug der Milliardärin gewusst und ihn womöglich gedeckt zu haben. Er war in den Sog der Affäre geraten, als heimliche Tonaufnahmen aus Bettencourts Villa an die Öffentlichkeit gelangten. Aus den Tonbändern geht hervor, dass die 87-jährige Hauptaktionärin des Kosmetikkonzerns L'Oréal knapp 80 Millionen Euro am französischen Finanzamt vorbei auf zwei Schweizer Konten deponiert und eine angeblich 500 Millionen teure Seychellen-Insel nicht in der Steuererklärung angegeben haben soll. Woerths Kontakte zu Bettencourt sowie die Anstellung seiner Frau werden ebenfalls auf den Tonbändern erwähnt. In der Affäre laufen mehrere Ermittlungsverfahren - unter anderem wegen einer Anzeige Bettencourts gegen den "Lauschangriff" in ihrer Villa, wo ihr langjähriger Butler heimlich Gespräche aufgezeichnet hatte. Bettencourts Tochter Francoise Meyers wiederum will ihre Mutter entmündigen lassen, weil sie davon ausgeht, dass die alte Dame von dubiosen Beratern und angeblichen Freunden ausgenommen wird.

(Ag.)

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2 Kommentare
mick232
29.07.2010 23:26
0 0

Wie lang ist das jetzt her?

Ein paar Wochen. Und genau ein Belastungszeuge. Schon wird in Frankreich auch ein Minister einvernommen.

Und wie war das nochmals schnell bei uns?

oitzinger
29.07.2010 22:49
0 0

Warum L'Oréal?

Weil ich es mir Woerth bin.