Ein Gericht in den USA hat am Montag per Eilentscheid die staatliche Förderung für die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen vorerst gestoppt. Durch die Forschung würden menschliche Embryonen zerstört, begründete Richter Royce Lamberth seine Entscheidung.
Der Richter setzte damit auf Antrag einer christlichen Organisation eine Entscheidung von US-Präsident Barack Obama aus dem März 2009 außer Kraft. Obama hatte den restriktiven Kurs seines Vorgängers George W. Bush in der Stammzellenforschung revidiert. Durch den Eilentscheid des Richters wird der christlichen Organisation nun die Chance gegeben, gegen die Forschungsförderung zu klagen.
Unter Bush gab es staatliche Gelder nur für die wissenschaftliche Arbeit an solchen menschlichen embryonalen Stammzell-Linien, die vor August 2001 gewonnen worden waren. Obama erlaubte dann nach seinem Amtsantritt die staatliche Förderung der Arbeit auch an neu gewonnenen Stammzell-Linien.
Bei der embryonalen Stammzellenforschung wird dem durch künstliche Befruchtung erzeugten Embryo im Blastozystenstadium der sogenannte Embryoblast entnommen, was den Tod des Embryos herbeiführt. Anschließend werden die Zellen aus dem Embryoblast vermehrt und damit Experimente durchgeführt. Zu einer Stammzell-Linie zählen alle in vitro gezüchteten Zellen, die sich auf denselben Embryo zurückführen lassen.
(Ag.)
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