Südtirol: Neue Initiative für Doppel-Staatsbürgerschaft

26.08.2010 | 12:22 |   (DiePresse.com)

Die Fraktion Süd-Tiroler Freiheit fordert eine österreichisch-italienische Doppel-Staatsbürgerschaft für alle Südtiroler. Sie startet eine Unterschriftenaktion.

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Nach der Südtiroler Volkspartei (SVP) mobilisiert jetzt auch die Landtagsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit für eine österreichisch-italienische Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Bozen wurde eine Plakat- und Unterschriftenaktion angekündigt, die ab nächster Woche auch im Bundesland Tirol und im "restlichen" Österreich durchgeführt werden soll.

Die Landtagsabgeordneten Eva Klotz und Sven Knoll wollen eine über die Grenzen Südtirols hinaus aktive "Bürgerinitiative" gründen, die von wenigstens 500 österreichischen Staatsbürgern ab dem 16. Lebensjahr unterzeichnet werden muss. Sie könne dem Nationalrat dann Anliegen direkt unterbreiten. Auch wenn die Unterschriften der Südtiroler als nichtösterreichische Staatsbürger formell nicht zählen, soll auch in Südtirol gesammelt werden. Damit will man "ein politisches Zeichen der Willensbekundung setzen".

"Kulturelle Identität festigen"

Die Südtiroler seien eine österreichische Minderheit, der gegen deren Willen die österreichische Staatsbürgerschaft genommen worden sei. Mit der Wiedererlangung könne man die kulturelle Identität festigen und gleichzeitig die Bindung an Österreich stärken. Die doppelte Staatsbürgerschaft wäre aber auch die beste Absicherung der Autonomie, so Klotz und Knoll.

Neben politischen Gründen gebe es aber auch eine Reihe von praktischen Vorteilen etwa auf dem Arbeitsmarkt, wenn man in den Polizeidienst, zur Justiz oder in den diplomatischen Dienst wolle. Zudem könnte auch "das leidige Problem" der Südtiroler Sportler gelöst werden, die bisher "notgedrungen nur für Italien antreten können".

Als Vorbild für die Doppelstaatsbürgerschaft wurde bei der Pressekonferenz ausgerechnet Italien bezeichnet. Seit 2006 hätten alle Italiener im Ausland und somit auch die italienischen Minderheiten in anderen Staaten (z.B. in den Gebieten um Istrien) die Möglichkeit, die italienische Staatsbürgerschaft als doppelte Staatsbürgerschaft zu erwerben. In der EU hätten fast alle Staaten, außer Luxemburg, Schweden und Spanien, in der einen oder anderen Form Regelungen, die ihren Bürgern eine doppelte Staatsbürgerschaft ermögliche.

(APA)

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52 Kommentare
 
12

Also...

wenn wir ohnehin alle in der EU sind..., und es eh keine mehr Grenzen gibt..., und ein jeder leben kann wo er will..., und die Südtiroler eh nicht mehr zu Österreich wollen weil die Autonomie so wunderbar ist!
Dann lasst uns endlich frei Abstimmen!

Gast: Grieser
28.08.2010 11:45
0

Europäische Lösung - Europa eine Seele geben

Tirol - es wächst zusammen was zusammen gehört.... und das im Staate Europa.
Lang lebe die Europaregion Tirol im Herzen Europas!

Doppelstaatsbürgerschaft...

In Südtirol ist scheinbar ein Wettrennen ausgebrochen wer sich als Erster über die Doppelstaatsbürgerschaft profilieren kann...
Man hat eigentlich wie beim letzten Mal nicht Mal für notwendig erachtet die Österreicher insgesamt zu befragen; 500 Unterschriften sind ein Witz!
Sinnvoll wäre wennschon ein Europaweiter EU-Pass, zumal dank Schengen, EU, € ohnehin kaum mehr Grenzen existieren...
Nur profilieren kann man sich über Diesen nicht... ;(
Als Staatsbürger eines EU-Landes können Südtiroler, Deutsche, Österreicher und Italiener in I, Ö oder D frei leben, arbeiten, studieren und Grund erwerben, gleich welcher der 4 Staatszugehörigkeiten Sie haben!
Allerdings für Jene, die z.B das Bankgeheimnis für Ö-Staatsbürger in Anspruch nehmen wollen, wäre eine Doppelstaatsbürgerschaft sehr wohl interessant.Je nach steuerlicher Absetzbarkeit /Vermögensbesteuerung/Einkommen in I, könnte man das Geld "hin- und herfliesen" lassen und seinen Steuerwohnsitz in Ö oder I anmelden.Und dabei noch zusätzlich etwas Geld verdienen; oder vor dem italienischen Fiskus verbergen!... ;)
Mal eine Hypothese ;)

MfG
südtiroler

Antworten Gast: Ruebenzaehler
02.09.2010 15:13
0

Re: Doppelstaatsbürgerschaft...

Den Steuerwohnsitz kann man nicht nach Belieben anmelden, sondern man hat ihn dort, wo man sein Einkommen erzielt und folglich Steuern zahlen muss. Die Staatsbürgerschaft hat damit überhaupt nichts zu tun. Es ist schon seltsam, welche Argumente an den Haaren herbeigezogen werden, um eine sinvolle Sache schlecht zu machen. Etwa 2500 ausgewanderte Österreicher in Brasilien erfreuen sich der doppelten Staatsbürgerschaft, einige Zehntausende Italiener in Kroatien und Slowenien, 120.000 Deutsche in Polen - nur den Südtirolern will man diese Freude nicht gönnen.

Re: Re: Doppelstaatsbürgerschaft...

Tut mit leid...
Sie unterschätzen die Phantasie einiger meiner Landsleute. ;)

Antworten Gast: Tirolfreund
28.08.2010 10:22
1

AW: Doppelstaatsbürgerschaft...

Na, seien Sie doch froh! Gott sei Dank bewegt sich was zum Guten! Warum will immer wer den Eindruck des Schlechten erwecken? Es wird ja niemand zum Antrag gezwungen. Auch kommt niemand durch die österreichische Staatsbürgerschaft zu Schaden, vielmehr wäre sie für sehr, sehr viele Südtiroler ein echter Grund zur Freude! Also, man darf ruhig einmal das Positive sehen und dazu stehen!

Gast: Tirolfreund
27.08.2010 16:52
4

Super - das mass man unterschreiben!

Die österreichische Staatbürgerschaft für Südtiroler wäre ein großartiges und richtiges Zeichen für die Zukunft. Nicht umsonst kennt Italien eine entsprechende Regelung für seine Leute außerhalb. Jene Südtiroler, die die österreichische Staatsbürgerschaft wollen, sollen sie selbstverständlich bekommen können. Man darf ihnen die Chance nicht vertun! Den Kritikern und Nörglern bleibt nur eines zu sagen: Durch die doppelte österreichische Staatbürgerschaft für Südtiroler kommt niemand zu Schaden, und sehr viele hätten ungekehrt einen echten Grund zur Freude! Es wird auch niemand zur Annahme gezwungen – niemand! Der einzelne darf bestimmen. Politiker, nehmt euch das endlich zu Herzen!

die "Süd-Tiroler Freiheit" .... und

wo bleiben die Südtiroler Freiheitlichen, die Union für Südtirol und die Schützen?

Solange sich diese nicht zu einer Einheit zusammenfinden, werden wir keinen Schritt weiterkommen!!!!!

Ich appelliere deshalb an die "Süd-Tiroler Freiheit" endlich die notwendigen Schritte zu einer solchen Einheit zu machen !!!!!!!!!

Re:Schützen...

Die Schützen schaffen es nicht einmal einen Gesamttiroler Schützenbund mit nur einem Kommandanten auf die Beine zu stellen. Der Hauptgrund ist, daß die Nordtiroler Schützen möglichst wenig mit den ihrer Meinung nach "rechtslastigen" Südtiroler Schützen zu tun haben wollen und nicht in ein bestimmtes Ambiente hineingezogen werden wollen.

Antworten Antworten Gast: Tirolfreund
28.08.2010 10:08
1

AW:Schützen...

Wenn dem so wäre, spräche das eher für die Südtiroler und gegen die Nordtiroler Schützen. Während in Nordtirol offensichtlich die Beliebigkeit regiert, orientiert man sich in Südtirol an echten Werten und Grundsätzen. Aber es ist ja gar nicht ausgeschlossen, das es in Zukunft eine gemeinsame Führung gibt, die sich an den echten Tiroler Werten und Grundsätzen ausrichtet. Das Zusammengehen könnte sich dann auch für die beiden Landtage als das Beste erweisen.

Re: AW:Schützen...

Naja...;
Die "Werte" einiger Schützen in Südtirol sind dermaßen, daß manch Nordtiroler Schütze eher die Flucht ergreift, als mit den Südtiroler Schützen zusammenzuarbeiten zu wollen.
Interessant auch dieser Kommentar:
"...der gemeinsamen Tirol-Bank, der Fusion von Hypo Tirol mit der Südtiroler Sparkasse. Zu groß waren damals nicht nur die innerparteilichen Vorbehalte in der ÖVP, sondern teilweise auch in der Bevölkerung. Plötzlich war Südtirol Italien...
Als ein Einzelereignis bezeichnet er auch, dass Südtirol kein gesteigertes Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Tirol Milch hat. „Aber da hat Tirol Fehler gemacht, weil es Südtirol mit billigen Milchprodukten beliefert hat.“
...beiden Landesschützenkommandanten jetzt für einen gemeinsamen Schützenchef aussprechen..."
http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Politik/PolitikInnsbruck/1187212-6/die-europaregion-sucht-tirol.csp
Wenn schon wären konkrete Projekte wichtiger als diese unsäglichen Diskussionen um Doppelstaatsbürgerschaft, Freistaat usw.

MfG
südtiroler

(O)

Franz Josef Strauß hat noch kurz vor seinem Tod die Wiedervereinigung deutschlands vorausgesagt. 2 Jahre später war es soweit. Uns fehlt es leider an Politikern mit Visionen, Intelligenz und menschlicher Größe, scheinbar Unmögliches mit entsprechender Energie, Ausdauer und Zielstrebigkeit zu einer Lösung zu führen.
Dem konservativen Politiker ist nichts bequemer und angenehmer als der Status quo und nichts unangenehmer als etwas daran zu ändern.


Re:Beispiele...

ich weis, daß jetzt die üblichen Beispiele DDR, Kosovo und Jugoslawien kommen..
Gemeinsam ist ihnen, daß Allen ein Systemcrash voranging und mit anschließenden politischen Umwälzungen endete.
Also; wer hier wünscht sich einen Systemcrash, gegen den der HGAA-Skandal ein laues Lüftchen wäre... ;)
Zu DDR/Ostdeutschland heute, nach 2 Jahrzehnten!
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,714204,00.html
Kosovo will ich gar nicht erst kommentieren...
"Ohne massive Finanzhilfen wäre das Kosovo nicht überlebensfähig. Im Juli 2008 versprachen 65 Staaten insgesamt 1,2 Milliarden Euro Aufbauhilfe. Davon kommen 500 Millionen aus dem Brüsseler EU-Haushalt, weitere 300 Millionen zahlen einzelne Länder direkt an das Land. Die Verpflichtungen Deutschlands liegen insgesamt bei 200 Millionen Euro."
http://www.welt.de/politik/ausland/article8584640/Was-das-Kosovo-Urteil-fuer-Europa-bedeutet.html
Tja...

MfG
südtiroler

Südtirol

Südtirol war seit dem 13. Jahrhundert Teil Österreichs und kam nach dem 1. Weltkrieg durch Unrecht zum Staat Italien! Tirol wurde künstlich in Nord-, Süd- und Osttirol geteilt. Trotz der vielen leidvollen Jahre faschistischer Unterdrückung und brutaler Italianisierungspolitik, hat man dort seine Kultur nicht vergessen.

Tirol isch lei oans, ganz Tirol gehört zu Österreich!

Re: Südtirol

sie werden Italiener werden wie die Elsässer Franzosen geworden sind.

Re: Re: Südtirol

Da sie es jetzt nicht geworden sind, vermutlich auch nicht in naher Zukunft. Außerdem würde ich sagen, dass Kultur und Tradition in Südtirol stärker verankert sind, als sie es wahrscheinlich in Elsass waren.

Re: Re: Re: Südtirol

Vollkommen Ihrer Meinung...
Dazu brauche ich aber weder eine Doppelstaatsbürgerschaft noch irgendwelche Separatisten...
Es genügt eine rechtliche Basis...
http://www.provinz.bz.it/pariservertrag/
...und ein reges kulturelles Leben und vor Allem eine Schule in deutscher Sprache...

Re: Re: Re: Re: Südtirol

Ich denke, dass die doppelte Staatsbürgerschaft dennoch eine gute Sache ist. Sie ist ein Angebot an diejenigen, die sich mit Österreich mehr identifizieren können als mit Italien. In Anbetracht der Umstände, durch die Südtirol abgetrennt wurde, so ist dieses Angebot meiner Ansicht nach das Mindeste, was man tun kann.

Gast: GegenFaschismus
26.08.2010 19:01
6

SUPER AKTION!!!

Was für uns Österreicher alltäglich ist, mussten sich die Südtiroler in den letzten 90 Jahren stückhenweise hart erkämpfen.
Nun ist die Zeit reif, den nächsten großen Schritt anzugehen.

Die Autonomie in Südtirol wird von allen dort ansässigen großen Parteien als Vorstufe zur Wiedervereinigung gesehen. (Beispiel DDR 1990)

Re: SUPER AKTION!!!

Fehlanzeige: es wird der erst Schritt in die Assimilation, weil wenn man sich mit Italien identifiziert, dann wird man hinterfragen, warum man sich noch von den Italienern unterscheiden will.
Sprich: die Sarden sind eher mit den Spaniern verwandt und doch empfinden sie sich als Italiener wie die Lombarden.
Genauso wird es mit den S-Tirolern werden.

Gast: Fidel Gastro
26.08.2010 16:34
8

Diese Initiative ist absolut unterstützenswert!

Wenn es um die Überlebensrechte eines Indianerstammes am Amazonas geht, sind die links-grün Gehirngewaschenen gleich Feuer und Flamme, sammeln Unterstützungsgelder und veranstalten Kerzerlmärsche. Wenn es aber um die Unterstützung der eigenen Landsleute geht, deren Heimat entgegen dem Völkerrecht einem kulturfremden Land angegliedert wurden und das diese Menschen in faschistischer Manier gezielt assimiliert, dann zeigen die organisierten Propaganda-Poster auf einmal wieder destruktive Hyperaktivität.

Meine Prognose: Italien wird eines Tages im Chaos versinken, Süd-Tirol aber wird immer ein Teil Österreichs sein!

Re: Diese Initiative ist absolut unterstützenswert!

S-Tirol ist weg für immer!
Vergiss es einfach!

Re: Re: Diese Initiative ist absolut unterstützenswert!

Das hat man zur DDR auch gesagt...

Antworten Antworten Gast: Fidel Gastro
26.08.2010 20:47
1

Re: Re: Diese Initiative ist absolut unterstützenswert!

"Vergiss es einfach!"

Ist das eine neue Form von Forum-Hypnose?

;-)

Innsbrucker...

ich wohn in Innsbruck, und ich denke nicht, dass dies gerade ein Vorteil für die Südtiroler wird.

Leben wir in der EU oder was?

Re: Innsbrucker...


Gerade weil wir in der EU sind, sollte zusammenwachsen was zusammen gehört.
Schon etwas befremdend, dass ausgerechnet EU-Befürworter die Teilung Tirols nicht nur akzeptieren, sondern auch noch befürworten.

 
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