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Nordkorea droht Südkorea mit weiteren Angriffen

23.11.2010 | 15:40 |   (DiePresse.com)

Nord- und Südkorea haben sich ein schweres Feuergefecht geliefert und damit weltweit Besorgnis ausgelöst. Bei dem nordkoreanischen Angriff auf eine Insel wurden zwei Soldaten getötet.

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Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea hat sich am Dienstag gefährlich verschärft. Nordkorea feuerte Artilleriegranaten auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong ab. Südkorea erwiderte das Feuer "zur Selbstverteidigung" und rief die höchste Alarmstufe seit dem de facto Ende des Koreakriegs 1953 aus.

Nach südkoreanischen Angaben wurden mehr als 100 Granaten über dem Gelben Meer abgefeuert, rund 50 davon schlugen auf Yeonpyeong ein. Häuser gerieten in Brand, zwei südkoreanische Soldaten wurden getötet. 15 Soldaten wurden verwundet, auch drei Zivilisten sollen verletzt sein.

Gegenseitige Schuldzuweisungen und Drohungen

Nordkorea behauptete, Südkorea habe zuerst angegriffen. Man habe auf den Beschuss mit Dutzenden Artilleriegeschossen reagieren müssen, berichtete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Das kommunistische Regime drohte dem Nachbarland mit weiteren Militärschlägen: ""Sollte die südkoreanische Marionettengruppe es wagen, auch nur 0,0001 Millimeter in Nordkoreas Hoheitsgewässer vorzudringen, wird die revolutionäre Streitmacht nicht zögern, weiter gnadenlose militärische Gegenmaßnahmen zu ergreifen."

Südkorea erklärte, es habe kurz vor dem Beschuss aus Nordkorea ein reguläres Militärmanöver vor der Westküste abgehalten. Die Testgeschoße seien allerdings in Richtung Westen und nicht in Richtung Norden abgefeuert worden. Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak drohte Nordkorea mit Vergeltung: Falls Pjöngjang nochmals angreife, werde es einen "enormen Gegenschlag" geben.

Bevölkerung in Sicherheit gebracht

Die betroffene Insel zählt laut der Nachrichtenagentur Yonhap rund 1300 Einwohner. Der Großteil der Bevölkerung sei in Bunkern in Sicherheit gebracht worden. Einige Bewohner seien auch in Fischerbooten von der Insel in Richtung des 145 Kilometer entfernten Festlandes geflohen, hieß es. Die meisten Granaten schlugen laut Regierung auf einem Militärstützpunkt ein, das entstandene Feuer breitet sich aber laut Augenzeugenberichten rasch aus.

Yeonpyeong: Südkoreanische Insel unter Beschuss

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USA verurteilen Angriff, China "besorgt"

Nordkoreas engster Verbündeter China äußerte sich nach dem Granatenangriff besorgt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking forderte beide Seiten auf, den Frieden zu wahren und zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zurückzukehren.

(c) APA

(c) APA

Die mit Südkorea verbündeten USA verurteilten den Angriff scharf. Die Führung in Pjöngjang müsse ihr aggressives Vorgehen stoppen, erklärte das Präsidialamt. Bisher seien keine US-Truppen in die Vorgänge verwickelt. Die USA blieben der Sicherheit Südkoreas sowie dem Frieden in der Region verpflichtet.

Auch die EU verurteilte den Angriff. "Ich fordere die nordkoreanischen Behörden auf, sich jeder weiteren Handlung zu enthalten, die zu einer Eskalation führen könnte und das koreanische Waffenstillstandsabkommen vollständig zu respektieren", sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton.

Russland rief Nord- und Südkorea zu Besonnenheit auf: "Es ist wichtig, dass es nicht zur Eskalation kommt", sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Außenministeriums in Moskau am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax. "Die Lage darf sich nicht weiter verschärfen." Wegen der zunehmenden Spannungen in der Region hatte Russland bereits vor Monaten seine militärische Präsenz im Grenzgebiet zu Nordkorea erheblich verstärkt.

Korea-Konflikt
Auf der koreanischen Halbinsel stehen sich am 38. Breitengrad mehrere hunderttausend verfeindete Soldaten gegenüber. Die massiv gesicherte Waffenstillstandslinie teilt dort den kommunistischen Norden vom westlich orientierten Süden. Nach dem Korea-Krieg (1950 bis 1953) hat es nie einen Friedensvertrag, sondern nur einen Waffenstillstand gegeben.

Damals wurde quer durch Korea eine rund 240 Kilometer lange und vier Kilometer breite "Entmilitarisierte Zone" geschaffen. An der Westküste beider Staaten im Gelben Meer schließt sich am 38. Breitengrad eine rund 200 Kilometer lange Seegrenze an. Ein Kommandant der UNO-Truppen legte 1953 diese "Northern Limit Line" einseitig fest. Nordkorea hat den Verlauf der Seegrenze nie anerkannt.

Das UNO-Kommando (United Nations Command) überwacht seit dem Ende des dreijährigen Korea-Krieges 1953 den Waffenstillstand an der Demarkationslinie. Dem UNC gehören Vertreter von Australien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Neuseeland, Südkorea, der Türkei, Großbritannien und der USA an.

Streit um Atomwaffentests

Die Beziehungen zwischen Seoul und Pjöngjang waren in den vergangenen Jahren auch wegen des nordkoreanischen Atomprogramms gespannt.

Nordkorea hatte erstmals im Oktober 2006 und dann erneut im Mai 2009 Atomwaffen getestet. Kurz vor dem zweiten Test war Nordkorea aus den sogenannten Sechser-Gesprächen mit Südkorea, China, den USA, Russland und Japan über das Atomprogramm ausgestiegen. In den vergangenen Monaten signalisierte Pjöngjang wiederholt seine Bereitschaft, unter bestimmten Bedingungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Vor wenigen Tagen zeigte Nordkorea aber einem US-Atomexperten stolz eine neue Anlage zur Urananreicherung.

(Ag./Red.)

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360 Kommentare
 
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Gast: Dänker
26.11.2010 15:09
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Kommunistische Selbstvernichtung

Die sollen bloss vorsichtig sein. Ein Krieg würde die Vernichtung des kommunistischen Verbrecherregimes bedeuten.
Kommunisten haben nur ein Mal einen Krieg gewonnen, den WK II. Den aber nur, weil sie es mit einem verrückten Gegner zu tun hatten und sie vom Westen unterstützt wurden.

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Re: Kommunistische Selbstvernichtung

Da hapert es aber mit dem Geschichtswissen enorm.
Setzen!
Von Vietnam bis Cuba und halb Südamerika, China und SO Asien gibt es unzählige kommunistische Regime die sich gewaltsam an die Macht gebracht haben - von Österreich das politisch links von lins angesiedelt ist, mal abgesehen.

Antworten Antworten Gast: Dänker
26.11.2010 19:08
0 0

Re: Re: Kommunistische Selbstvernichtung

Natürlich, an die Macht gebracht haben sich die alle mit Gewalt, wie denn sonst.
Aber einen existenziellen Krieg gegen eine Weltmacht hat, mit der von mir genannten, spezifischen Ausnahme, noch kein kommunistisches Regime gewonnen. Auch der Vietnamkrieg wurde nicht von den Roten "gewonnen".
Es handelte sich um keinen existenziellen Krieg der USA, sonst gäbe es heute kein N-Vietnam mehr.

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Re: Re: Re: Kommunistische Selbstvernichtung

Auch der Vietnamkrieg wurde nicht von den Roten "gewonnen".

> Von wem sonst?

Es handelte sich um keinen existenziellen Krieg der USA, sonst gäbe es heute kein N-Vietnam mehr.

> N-Vietnam gibt es auch nicht mehr. Es gibt nur mehr ein Vietnam und die heißt Sozialistische Volksrepublik

Wenn man so wenig weiß hält man sich besser von Tastaturen fern statt sich so peinlich selbst als T... bloszustellen

Gast: m
26.11.2010 00:28
1 1

Bumm!!!!

Eigentlich: Bubi Kim Jong-il ist faad geworden, schnell mal Bumm Bumm gemacht! Is Lustig! Sche... ist das!

Gast: mungar
25.11.2010 20:45
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Krieg oder doch Diplomatie?

Einen Krieg wird es wohl nur mit einer marginalen Wahrscheinlichkeit geben. USA und China wissen, dass sowohl Süd- als auch Nordkorea haushoch verlieren würden, mal abgesehen davon dass es im Krieg niemals Gewinner gibt. Für alle die nun aufschreien mögen, ich entschuldige mich für die Unwahrheit, der Norden und der Süden sind ja de facto immernoch im Krieg.

Und wenn es doch dazu kommen sollte, werden wohl die USA als auch China inoffiziell eine Unterstützung in Sachen "humanitäre Güter" leisten. Dass in Ländern mit einem hohen Spannungspotential die Kalaschnikov und die M4 ebenfalls als humanitäre Güter betrachtet werden sei mal dahingestellt.

USA und China werden sich dennoch nicht auf mehr einlassen, denn verlieren würden sie beide, und einen richtigen Gewinner gäbe es nicht. China hat zwar mehr personelle Ressourcen, aber die USA haben die Angewohnheit Milliarden aus dem Nichts herzuzaubern und die Waffenlobbyisten dadurch nur noch reicher zu machen.


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Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

An seinen Handlungen läßt sich sogar die Diagnose feststellen: Hirntot.

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Re: Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

Ihre vollmundige Anamnese und Diagnose (ohne das Sie offensichtlich im Unterschied zu mir und Albright Korea je besucht haben) passt aber garnicht zu dem Statement von Madeleine Albright, Ex US ambassador zu den Vereinten Nationen und former US secretary of State meine gut mit ihm verhandelt haben zu können und hat ihn als durchaus rationalen & vernünftigen Gesprächs- und Verhandlungspartner empfunden.

Die fette jüdische Madleine ist wohl über jeden Zweifel erhaben und hat mit Kim angeblich bis heute freundlichen eMail Kontakt seit Ihrem Besuch bei Kim 2002 in Pjöngjang.

Passt gut zum amerikanischen Geschichtsbild indem sie die USA, das ist ein historischer Fakt, immer ausschliesslich mit den schlimmsten Verbrechern liiert und ins Bett gelegt haben.

Ich halte Ihr abschätziges Statement für eine gemeingefährliche Unterschätzung eines in keiner Richtung zu unterschätzenden Opponenten

Antworten Antworten Gast: Bäh
27.11.2010 00:54
1 1

Re: Re: Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

Da fängt ja der Bildschirm förmlich an zu laufen vor so viel hasserfülltem linken gegeifer wie in deinem posting. Komplett überflüssig, von den persönlichen untergriffigkeiten ganz zu schweigen.

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Re: Re: Re: Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

Ich habe lediglich historisch unbestrittene und belegbare Fakten erwähnt - das die nicht jedem passen ist schon klar.
Manches passiert was niemandem recht sein kann. Aber unliebsame aber überprüfbar korrekte Fakten als Geifer darzustellen ist unklug und fällt auf den Autor zurück.

Gast: Warumnur
25.11.2010 14:53
3 0

Es ist egal

Wer den ersten Schuss gefeuert hat.
Krieg gibt es ganz sicher.
Schade das wir (die idiotische Menschheit)
nicht in Frieden leben koennen. Warum nur
muessen wir uns andauernd gegenseitig umbringen?
Ich bin mir bewusst das mein Kommentar sehr
flach ist, hat aber seine Gruende.
Danke!!

mir ist es nicht egal

wieso können wir nicht in frieden leben? - weil andere menschen auch gerne besitzen.

Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
26.11.2010 00:29
0 0

Re: mir ist es nicht egal

Logische Folgerung: ... und sie nicht bereit sind , herzugeben!

2 7

Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

The skirmish began when North Korea warned the South to halt military drills near their sea border, according to South Korean officials. When Seoul refused and began firing artillery into disputed waters — but away from the North Korean shore — the North retaliated by shelling the small island of Yeonpyeong, which houses South Korean military installations and a small civilian population.

http://news.yahoo.com/s/ap/20101123/ap_on_re_as/as_koreas_clash

Anderswo sind Bote mit Hilfsgütern noch in internationalen Gewässern schon eine Bedrohung und rechtfertigen militärische Aktionen mit mehr Toten.

Re: Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

Die Provokation war geplant, die Reaktion ebenfalls.
Nun spricht man nur von Nordkoreas Beschuss, nicht ueber das was den Beschuss ausgeloest hat.
Die armen Suedkoreaner sind Koeder fuer Amerikaner. Inmitten sitzen die Chinesen, die in Nordkorea einen wichtigen Alliierten haben. Sie wissen was danach kommt.
Wie glaubt Ihr wird sich China verhalten?

Re: Re: Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

Solange man darauf achtet das die Chinesen nicht "ihr Gesicht verlieren" kann der Konflikt im Sande verlaufen.

Aber eines ist auch klar, die Chinesen hätten heute sehr viel mehr zu verlieren als vor 20 Jahren. Schade das wir nicht mehr in der Lage sind, mit Handelsembargos zu drohen, weil das würde der Wirtschaft wohl den Todesstoß verpassen. Oder sie wieder beleben? Wer weiß das schon so genau...

Antworten Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
26.11.2010 00:33
0 0

Re: Re: Re: Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

das würde der Wirtschaft wohl den Todesstoß verpassen. Oder sie wieder beleben?..
China: Todesstoß
Europa: Wiederbeleben
Das meinten sie doch?
Und sie könnten recht haben. S gibt eine Paralelle: Die Kontientalsperre Europas durch England in der Zeit Napoleons. Die vor GB niederliegende deutsch Wirtschaft blühte auf!

Nordkoreanisches Feuerwerk...

für den großen Vorsitzenden. Nächstesmal lädt er seinen Freund Heinzi Fischer dazu ein.

Antworten Gast: gast
25.11.2010 20:00
0 0

Re: Nordkoreanisches Feuerwerk...

wie primitiv muss man sein um immer wieder das selbe zu posten aber es finden sich immer noch ein paar dumme die grüne stricherl hergeben

gab es vorher Übungsgranaten aus dem Süden

oder nicht?

Das geht in dem ganzen Mediengeheule unter!

Das könnte der ( willkommene ? ) Anlass gewesen sein.
Und die Lage der Insel ist wie die der taiwanesischen Inseln Kinmen vor Xiamen, Fujian

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Re: gab es vorher Übungsgranaten aus dem Süden

Reuters hat die Übungsgranaten bereits zugegeben. Gezielt waren sie natürlich nicht auf NK Gebiet - aber eingeschlagen haben sie halt dort...

"Reuters hat...zugegeben"

Hab' ich's doch gewusst, Reuters und nicht das südkoreanische Militär hat die Übungsgranaten abgefeuert.

0 4

Re:

Im weitesten Sinne stimmt das und Sie haben recht - vorausgesetzt man weiß das Reuters den Amerikanern gehört und ein ideales "imbedded" Propagandamedium darstellt.

Aber wenn die Amis das sogar zugeben reicht das für Sie nicht?

Dann müssen Sie selbst hinter der Haubitze gestanden sein.

Re: gab es vorher Übungsgranaten aus dem Süden

Jaja, "ab jetzt wird zurückgeschossen..."
Gelle

Hefis Freind in Nordkorea....

Wo sind die Worte des GROSSEN VORSITZENDEN HEIFI???? Weihnachten kommt bald und ein kleines Geschenk der USA sollte folgen.mit besten Grüssen ala Nagasaki.

Gast: Boris
25.11.2010 11:15
2 10

Man darf Krieg nicht immer in einem negativen Licht betrachten...

....Krieg hat auch etwas positives, er schafft Arbeitsplätze.
Er mistet die darwinsche degenerierte Gesellschaft etwa aus und ist nachweislich in einer positiven Konjugation für nachkommende Generationen zu betrachten.

In diesem Sinne hau ein Kim!!!!

Ps:. Und wir haben interessante Schlagzeilen - so profitert die halbe Welt davon....

 
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