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Südkoreaner fordern "Rache" für Nordkoreas Granaten

24.11.2010 | 18:53 |  Von unserer Korrespondentin JUTTA LIETSCH (Die Presse)

Die Zahl der Todesopfer stieg auf vier: Auch zwei Zivilisten starben beim Angriff. Zahlreiche Staaten unterstützten Südkorea. USA und Südkorea planen ab Sonntag ein gemeinsames Militärmanöver im Gelben Meer.

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Peking. Zorn, Angst und Ratlosigkeit herrschten am Mittwoch in Südkorea, einen Tag nach dem nordkoreanischen Granatenangriff auf die Insel Yeonpyeong. „Rache!“, skandierten Demonstranten vor dem Verteidigungsministerium in Seoul. Hunderte Bewohner des kleinen Eilands, vor allem Alte, Frauen, Kinder, wurden von der Küstenwache auf das Festland gebracht.

Die Zahl der Todesopfer stieg auf vier: Neben den zunächst gemeldeten zwei getöteten Soldaten wurden in den Ruinen eines Hauses auf der Insel die Leichen zweier Zivilisten gefunden. Unklar blieb, ob es auch in Nordkorea Tote gab. Südkoreas Armee hatte Stellungen im Norden beschossen.

Zahlreiche Staaten unterstützten Südkorea: US-Präsident Barack Obama bekräftigte in einem Telefongespräch mit seinem Pendant Lee Myung-bak die „Solidarität“ der USA mit Seoul, das zu Washingtons engsten Verbündeten zählt. Rund 28.000 amerikanische Soldaten sind im Süden stationiert. Am Sonntag wollen die Flotten beider Länder ein lang geplantes Manöver in den Gewässern vor der Halbinsel starten. Obama schickte den atombetriebenen Flugzeugträger „USS George Washington“ von seinem Stützpunkt in Japan Richtung Korea.

 

Direkte Gespräche mit Nordkorea

In einem Fernsehinterview rief Obama die „internationale Gemeinschaft“ auf, Druck auf Nordkorea auszuüben. Bislang allerdings haben alle Strafmaßnahmen und Embargos das Regime Kim Jong-Ils nicht davon abhalten können, immer wieder gewaltsame Zwischenfälle zu provozieren und zugleich zielstrebig sein Nuklearprogramm fortzusetzen. Erst vor Kurzem hat Obama ein Dekret erlassen, das Amerikanern verbietet, mit der nordkoreanischen Daesung-Bank und einer weiteren Firma aus Nordkorea zusammenzuarbeiten. Begründung: Beide seien für Pjöngjang in den Drogenhandel und andere illegale Geschäfte verwickelt.

Die Maßnahme macht die Unsicherheit Washingtons deutlich, wie es mit Nordkorea umgehen soll. Ex-Präsident Jimmy Carter rief Obama in der „Washington Post“ auf, eine neue Strategie zu versuchen und sich nicht zu eng an Seoul zu binden. Präsident Lee setzt auf Härte gegenüber Nordkorea. Statt weiterhin darauf zu bestehen, dass Pjöngjang als Vorbedingung für ernsthafte Verhandlungen sein Atomprogramm vollständig aufgibt, müsste Washington dringend mit Kim direkt über einen Friedensvertrag verhandeln, forderte Carter. Der KoreaKrieg (1950 bis 1953) ist formal nicht beendet, da sich die Gegner damals nur auf einen Waffenstillstand einigen konnten.

Ähnlich wie Carter argumentieren Korea-Fachleute in China, die den jüngsten Artilleriebeschuss als Versuch Pjöngjangs verstehen, die USA zu einem Dialog zu zwingen. „Nordkorea macht Druck, zu den Verhandlungen zurückzukehren“, erklärte Cui Zhiying von der Tongji-Universität in Shanghai. Er bezieht sich auf die Sechs-Parteien-Gespräche, die seit fast zwei Jahren unterbrochen sind. An ihnen nehmen außer den beiden Koreas, China und den USA auch Japan und Russland teil. Ziel ist eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel.

Derweil reiste US-Sondergesandter Stephen Bosworth nach Peking. Nach einem Treffen mit chinesischen Diplomaten hieß es vage: „Beide Seiten glauben, dass alle Parteien Anstrengungen unternehmen sollten, um die Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche zu schaffen.“ Nach dem jüngsten Zwischenfall richten sich die Blicke wieder auf Peking. Viele Staaten hoffen, China könnte auf seinen nordkoreanischen Verbündeten mäßigend einwirken. Doch Pekinger Funktionäre werden nicht müde zu erklären, dass sie „wenig Einfluss“ auf die Entscheidungen des Kim-Regimes hätten. Bei seinem letzten Besuch in China sei Kim von Staatschef Hu Jintao ermahnt worden, „besser zu kommunizieren“, berichteten Hongkonger Zeitungen. Auch Peking scheint von der Militäraktion Nordkoreas überrascht worden zu sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2010)

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360 Kommentare
 
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Gast: Dänker
26.11.2010 15:09
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Kommunistische Selbstvernichtung

Die sollen bloss vorsichtig sein. Ein Krieg würde die Vernichtung des kommunistischen Verbrecherregimes bedeuten.
Kommunisten haben nur ein Mal einen Krieg gewonnen, den WK II. Den aber nur, weil sie es mit einem verrückten Gegner zu tun hatten und sie vom Westen unterstützt wurden.

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Re: Kommunistische Selbstvernichtung

Da hapert es aber mit dem Geschichtswissen enorm.
Setzen!
Von Vietnam bis Cuba und halb Südamerika, China und SO Asien gibt es unzählige kommunistische Regime die sich gewaltsam an die Macht gebracht haben - von Österreich das politisch links von lins angesiedelt ist, mal abgesehen.

Antworten Antworten Gast: Dänker
26.11.2010 19:08
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Re: Re: Kommunistische Selbstvernichtung

Natürlich, an die Macht gebracht haben sich die alle mit Gewalt, wie denn sonst.
Aber einen existenziellen Krieg gegen eine Weltmacht hat, mit der von mir genannten, spezifischen Ausnahme, noch kein kommunistisches Regime gewonnen. Auch der Vietnamkrieg wurde nicht von den Roten "gewonnen".
Es handelte sich um keinen existenziellen Krieg der USA, sonst gäbe es heute kein N-Vietnam mehr.

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Re: Re: Re: Kommunistische Selbstvernichtung

Auch der Vietnamkrieg wurde nicht von den Roten "gewonnen".

> Von wem sonst?

Es handelte sich um keinen existenziellen Krieg der USA, sonst gäbe es heute kein N-Vietnam mehr.

> N-Vietnam gibt es auch nicht mehr. Es gibt nur mehr ein Vietnam und die heißt Sozialistische Volksrepublik

Wenn man so wenig weiß hält man sich besser von Tastaturen fern statt sich so peinlich selbst als T... bloszustellen

Gast: m
26.11.2010 00:28
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Bumm!!!!

Eigentlich: Bubi Kim Jong-il ist faad geworden, schnell mal Bumm Bumm gemacht! Is Lustig! Sche... ist das!

Gast: mungar
25.11.2010 20:45
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Krieg oder doch Diplomatie?

Einen Krieg wird es wohl nur mit einer marginalen Wahrscheinlichkeit geben. USA und China wissen, dass sowohl Süd- als auch Nordkorea haushoch verlieren würden, mal abgesehen davon dass es im Krieg niemals Gewinner gibt. Für alle die nun aufschreien mögen, ich entschuldige mich für die Unwahrheit, der Norden und der Süden sind ja de facto immernoch im Krieg.

Und wenn es doch dazu kommen sollte, werden wohl die USA als auch China inoffiziell eine Unterstützung in Sachen "humanitäre Güter" leisten. Dass in Ländern mit einem hohen Spannungspotential die Kalaschnikov und die M4 ebenfalls als humanitäre Güter betrachtet werden sei mal dahingestellt.

USA und China werden sich dennoch nicht auf mehr einlassen, denn verlieren würden sie beide, und einen richtigen Gewinner gäbe es nicht. China hat zwar mehr personelle Ressourcen, aber die USA haben die Angewohnheit Milliarden aus dem Nichts herzuzaubern und die Waffenlobbyisten dadurch nur noch reicher zu machen.


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Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

An seinen Handlungen läßt sich sogar die Diagnose feststellen: Hirntot.

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Re: Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

Ihre vollmundige Anamnese und Diagnose (ohne das Sie offensichtlich im Unterschied zu mir und Albright Korea je besucht haben) passt aber garnicht zu dem Statement von Madeleine Albright, Ex US ambassador zu den Vereinten Nationen und former US secretary of State meine gut mit ihm verhandelt haben zu können und hat ihn als durchaus rationalen & vernünftigen Gesprächs- und Verhandlungspartner empfunden.

Die fette jüdische Madleine ist wohl über jeden Zweifel erhaben und hat mit Kim angeblich bis heute freundlichen eMail Kontakt seit Ihrem Besuch bei Kim 2002 in Pjöngjang.

Passt gut zum amerikanischen Geschichtsbild indem sie die USA, das ist ein historischer Fakt, immer ausschliesslich mit den schlimmsten Verbrechern liiert und ins Bett gelegt haben.

Ich halte Ihr abschätziges Statement für eine gemeingefährliche Unterschätzung eines in keiner Richtung zu unterschätzenden Opponenten

Antworten Antworten Gast: Bäh
27.11.2010 00:54
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Re: Re: Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

Da fängt ja der Bildschirm förmlich an zu laufen vor so viel hasserfülltem linken gegeifer wie in deinem posting. Komplett überflüssig, von den persönlichen untergriffigkeiten ganz zu schweigen.

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Re: Re: Re: Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

Ich habe lediglich historisch unbestrittene und belegbare Fakten erwähnt - das die nicht jedem passen ist schon klar.
Manches passiert was niemandem recht sein kann. Aber unliebsame aber überprüfbar korrekte Fakten als Geifer darzustellen ist unklug und fällt auf den Autor zurück.

Gast: Warumnur
25.11.2010 14:53
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Es ist egal

Wer den ersten Schuss gefeuert hat.
Krieg gibt es ganz sicher.
Schade das wir (die idiotische Menschheit)
nicht in Frieden leben koennen. Warum nur
muessen wir uns andauernd gegenseitig umbringen?
Ich bin mir bewusst das mein Kommentar sehr
flach ist, hat aber seine Gruende.
Danke!!

mir ist es nicht egal

wieso können wir nicht in frieden leben? - weil andere menschen auch gerne besitzen.

Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
26.11.2010 00:29
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Re: mir ist es nicht egal

Logische Folgerung: ... und sie nicht bereit sind , herzugeben!

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Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

The skirmish began when North Korea warned the South to halt military drills near their sea border, according to South Korean officials. When Seoul refused and began firing artillery into disputed waters — but away from the North Korean shore — the North retaliated by shelling the small island of Yeonpyeong, which houses South Korean military installations and a small civilian population.

http://news.yahoo.com/s/ap/20101123/ap_on_re_as/as_koreas_clash

Anderswo sind Bote mit Hilfsgütern noch in internationalen Gewässern schon eine Bedrohung und rechtfertigen militärische Aktionen mit mehr Toten.

Re: Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

Die Provokation war geplant, die Reaktion ebenfalls.
Nun spricht man nur von Nordkoreas Beschuss, nicht ueber das was den Beschuss ausgeloest hat.
Die armen Suedkoreaner sind Koeder fuer Amerikaner. Inmitten sitzen die Chinesen, die in Nordkorea einen wichtigen Alliierten haben. Sie wissen was danach kommt.
Wie glaubt Ihr wird sich China verhalten?

Re: Re: Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

Solange man darauf achtet das die Chinesen nicht "ihr Gesicht verlieren" kann der Konflikt im Sande verlaufen.

Aber eines ist auch klar, die Chinesen hätten heute sehr viel mehr zu verlieren als vor 20 Jahren. Schade das wir nicht mehr in der Lage sind, mit Handelsembargos zu drohen, weil das würde der Wirtschaft wohl den Todesstoß verpassen. Oder sie wieder beleben? Wer weiß das schon so genau...

Antworten Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
26.11.2010 00:33
0 0

Re: Re: Re: Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

das würde der Wirtschaft wohl den Todesstoß verpassen. Oder sie wieder beleben?..
China: Todesstoß
Europa: Wiederbeleben
Das meinten sie doch?
Und sie könnten recht haben. S gibt eine Paralelle: Die Kontientalsperre Europas durch England in der Zeit Napoleons. Die vor GB niederliegende deutsch Wirtschaft blühte auf!

Nordkoreanisches Feuerwerk...

für den großen Vorsitzenden. Nächstesmal lädt er seinen Freund Heinzi Fischer dazu ein.

Antworten Gast: gast
25.11.2010 20:00
0 0

Re: Nordkoreanisches Feuerwerk...

wie primitiv muss man sein um immer wieder das selbe zu posten aber es finden sich immer noch ein paar dumme die grüne stricherl hergeben

gab es vorher Übungsgranaten aus dem Süden

oder nicht?

Das geht in dem ganzen Mediengeheule unter!

Das könnte der ( willkommene ? ) Anlass gewesen sein.
Und die Lage der Insel ist wie die der taiwanesischen Inseln Kinmen vor Xiamen, Fujian

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Re: gab es vorher Übungsgranaten aus dem Süden

Reuters hat die Übungsgranaten bereits zugegeben. Gezielt waren sie natürlich nicht auf NK Gebiet - aber eingeschlagen haben sie halt dort...

"Reuters hat...zugegeben"

Hab' ich's doch gewusst, Reuters und nicht das südkoreanische Militär hat die Übungsgranaten abgefeuert.

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Re:

Im weitesten Sinne stimmt das und Sie haben recht - vorausgesetzt man weiß das Reuters den Amerikanern gehört und ein ideales "imbedded" Propagandamedium darstellt.

Aber wenn die Amis das sogar zugeben reicht das für Sie nicht?

Dann müssen Sie selbst hinter der Haubitze gestanden sein.

Re: gab es vorher Übungsgranaten aus dem Süden

Jaja, "ab jetzt wird zurückgeschossen..."
Gelle

Hefis Freind in Nordkorea....

Wo sind die Worte des GROSSEN VORSITZENDEN HEIFI???? Weihnachten kommt bald und ein kleines Geschenk der USA sollte folgen.mit besten Grüssen ala Nagasaki.

Gast: Boris
25.11.2010 11:15
2 10

Man darf Krieg nicht immer in einem negativen Licht betrachten...

....Krieg hat auch etwas positives, er schafft Arbeitsplätze.
Er mistet die darwinsche degenerierte Gesellschaft etwa aus und ist nachweislich in einer positiven Konjugation für nachkommende Generationen zu betrachten.

In diesem Sinne hau ein Kim!!!!

Ps:. Und wir haben interessante Schlagzeilen - so profitert die halbe Welt davon....

 
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