Nordkorea: Befahl Kim Jong-il persönlich den Angriff?

25.11.2010 | 12:28 |   (DiePresse.com)

Nordkoreas Machthaber soll wenige Stunden vor dem Beschuss einer südkoreanischen Insel gemeinsam mit seinem Sohn die betroffene Militärbasis besucht haben. Pjönjang droht mit einem "zweiten Vergeltungsschlag".

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Nordkoreas Angriff auf die südkoreanischen Insel Yeonpyeong soll direkt von Machthaber Kim Jong-il befohlen worden sein. Medienberichten vom Donnerstag zufolge besuchten Kim Jong-il und sein als Nachfolger gehandelter Sohn Jong-un wenige Stunden vor dem Artilleriebeschuss die betroffene Militärbasis des kommunistischen Landes. Vater und Sohn hätten kurz vor dem Beschuss auch den zuständigen General Kim Kyok-sik getroffen.

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Der Angriff sei wahrscheinlich von Kim Jong-il persönlich befohlen worden, schrieb die südkoreanische Zeitung "Joongang" unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul. Eine offizielle Stellungnahme dazu lag nicht vor.

Yeonpyeong: Südkoreanische Insel unter Beschuss

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Nordkorea "zum Feuer bereit"

Nordkorea setzte am Donnerstag seine Drohgebärden fort. Es sei erneut "zum Feuer bereit" , hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Militärs. "Ohne zu zögern", werde die Volksarmee "einen zweiten und dritten starken Vergeltungsschlag" ausführen, falls es von Südkorea provoziert werde. Sollte Südkorea weiterhin Manöver in umstrittenen Gewässern abhalten, sei Nordkorea "gezwungen, sich zu rächen".

Zugleich schob das kommunistische Regime Südkorea und den USA die Schuld für das Artilleriegefecht mit Südkorea am Dienstag im Gelben Meer zu. Südkorea habe zuerst Nordkorea beschossen. Die USA seien der eigentliche Verursacher des Konflikts im Gelben Meer.

Südkorea will "eher passive" Haltung aufgeben

Die neuen Drohungen kamen einen Tag, nachdem die Streitkräfte der USA und Südkoreas ein neues gemeinsames Seemanöver im Gelben Meer angekündigt hatten.

Südkorea kündigte am Donnerstag auch eine Verstärkung seiner Militärpräsenz auf fünf Inseln entlang der Grenze zum Norden an. Das Militär wolle seine "eher passive" Haltung aufgeben und einen "Paradigmenwechsel" herbeiführen, sagte ein Sprecher von Präsident Lee Myung Bak in Seoul. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Es solle insgesamt mehr Geld für die Landesverteidigung ausgeben werden.

Südkoreas Verteidigungsminister zurückgetreten

Im Zuge der Debatten um einen militärischen Angriff Nordkoreas gegen Südkorea ist der südkoreanische Verteidigungsminister Kim Tae-young am Donnerstag zurückgetreten. Das bestätigte das Amt des Staatspräsidenten Lee Myung-bak in Seoul.

Zuvor war die Regierung in Seoul am Donnerstag zu einer Sondersitzung zusammengekommen, um über die wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen aus dem nordkoreanischen Artillerieangriff zu beraten.

China fordert Ende militärischer Provokationen

Pjönjangs wichtigster Verbündeter China rief zu einem Ende militärischer Provokationen zwischen Süd- und Nordkorea auf. Sein Land wolle den Frieden und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel aufrechterhalten und spreche sich gegen "jegliche provozierenden militärischen Aktivitäten" aus, sagte  Regierungschef Wen Jiabao am Mittwoch bei einem Besuch in Moskau.

Ob Wens Äußerungen sich auf Nordkoreas Beschuss der südkoreanischen Insel Yeonpyeong am Dienstag oder auch auf die für das kommende Wochenende angekündigte gemeinsame Militärübung Südkoreas und der USA im Gelben Meer bezogen, ging aus der Mitteilung nicht hervor.

Korea-Konflikt
Auf der koreanischen Halbinsel stehen sich am 38. Breitengrad mehrere hunderttausend verfeindete Soldaten gegenüber. Die massiv gesicherte Waffenstillstandslinie teilt dort den kommunistischen Norden vom westlich orientierten Süden. Nach dem Korea-Krieg (1950 bis 1953) hat es nie einen Friedensvertrag, sondern nur einen Waffenstillstand gegeben.

Damals wurde quer durch Korea eine rund 240 Kilometer lange und vier Kilometer breite "Entmilitarisierte Zone" geschaffen. An der Westküste beider Staaten im Gelben Meer schließt sich am 38. Breitengrad eine rund 200 Kilometer lange Seegrenze an. Ein Kommandant der UNO-Truppen legte 1953 diese "Northern Limit Line" einseitig fest. Nordkorea hat den Verlauf der Seegrenze nie anerkannt.

Das UNO-Kommando (United Nations Command) überwacht seit dem Ende des dreijährigen Korea-Krieges 1953 den Waffenstillstand an der Demarkationslinie. Dem UNC gehören Vertreter von Australien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Neuseeland, Südkorea, der Türkei, Großbritannien und der USA an.

(Ag./Red.)

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360 Kommentare
 
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Gast: Dänker
26.11.2010 15:09
1

Kommunistische Selbstvernichtung

Die sollen bloss vorsichtig sein. Ein Krieg würde die Vernichtung des kommunistischen Verbrecherregimes bedeuten.
Kommunisten haben nur ein Mal einen Krieg gewonnen, den WK II. Den aber nur, weil sie es mit einem verrückten Gegner zu tun hatten und sie vom Westen unterstützt wurden.

Re: Kommunistische Selbstvernichtung

Da hapert es aber mit dem Geschichtswissen enorm.
Setzen!
Von Vietnam bis Cuba und halb Südamerika, China und SO Asien gibt es unzählige kommunistische Regime die sich gewaltsam an die Macht gebracht haben - von Österreich das politisch links von lins angesiedelt ist, mal abgesehen.

Antworten Antworten Gast: Dänker
26.11.2010 19:08
0

Re: Re: Kommunistische Selbstvernichtung

Natürlich, an die Macht gebracht haben sich die alle mit Gewalt, wie denn sonst.
Aber einen existenziellen Krieg gegen eine Weltmacht hat, mit der von mir genannten, spezifischen Ausnahme, noch kein kommunistisches Regime gewonnen. Auch der Vietnamkrieg wurde nicht von den Roten "gewonnen".
Es handelte sich um keinen existenziellen Krieg der USA, sonst gäbe es heute kein N-Vietnam mehr.

Re: Re: Re: Kommunistische Selbstvernichtung

Auch der Vietnamkrieg wurde nicht von den Roten "gewonnen".

> Von wem sonst?

Es handelte sich um keinen existenziellen Krieg der USA, sonst gäbe es heute kein N-Vietnam mehr.

> N-Vietnam gibt es auch nicht mehr. Es gibt nur mehr ein Vietnam und die heißt Sozialistische Volksrepublik

Wenn man so wenig weiß hält man sich besser von Tastaturen fern statt sich so peinlich selbst als T... bloszustellen

Gast: m
26.11.2010 00:28
1

Bumm!!!!

Eigentlich: Bubi Kim Jong-il ist faad geworden, schnell mal Bumm Bumm gemacht! Is Lustig! Sche... ist das!

Gast: mungar
25.11.2010 20:45
0

Krieg oder doch Diplomatie?

Einen Krieg wird es wohl nur mit einer marginalen Wahrscheinlichkeit geben. USA und China wissen, dass sowohl Süd- als auch Nordkorea haushoch verlieren würden, mal abgesehen davon dass es im Krieg niemals Gewinner gibt. Für alle die nun aufschreien mögen, ich entschuldige mich für die Unwahrheit, der Norden und der Süden sind ja de facto immernoch im Krieg.

Und wenn es doch dazu kommen sollte, werden wohl die USA als auch China inoffiziell eine Unterstützung in Sachen "humanitäre Güter" leisten. Dass in Ländern mit einem hohen Spannungspotential die Kalaschnikov und die M4 ebenfalls als humanitäre Güter betrachtet werden sei mal dahingestellt.

USA und China werden sich dennoch nicht auf mehr einlassen, denn verlieren würden sie beide, und einen richtigen Gewinner gäbe es nicht. China hat zwar mehr personelle Ressourcen, aber die USA haben die Angewohnheit Milliarden aus dem Nichts herzuzaubern und die Waffenlobbyisten dadurch nur noch reicher zu machen.


Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

An seinen Handlungen läßt sich sogar die Diagnose feststellen: Hirntot.

Re: Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

Ihre vollmundige Anamnese und Diagnose (ohne das Sie offensichtlich im Unterschied zu mir und Albright Korea je besucht haben) passt aber garnicht zu dem Statement von Madeleine Albright, Ex US ambassador zu den Vereinten Nationen und former US secretary of State meine gut mit ihm verhandelt haben zu können und hat ihn als durchaus rationalen & vernünftigen Gesprächs- und Verhandlungspartner empfunden.

Die fette jüdische Madleine ist wohl über jeden Zweifel erhaben und hat mit Kim angeblich bis heute freundlichen eMail Kontakt seit Ihrem Besuch bei Kim 2002 in Pjöngjang.

Passt gut zum amerikanischen Geschichtsbild indem sie die USA, das ist ein historischer Fakt, immer ausschliesslich mit den schlimmsten Verbrechern liiert und ins Bett gelegt haben.

Ich halte Ihr abschätziges Statement für eine gemeingefährliche Unterschätzung eines in keiner Richtung zu unterschätzenden Opponenten

Antworten Antworten Gast: Bäh
27.11.2010 00:54
1

Re: Re: Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

Da fängt ja der Bildschirm förmlich an zu laufen vor so viel hasserfülltem linken gegeifer wie in deinem posting. Komplett überflüssig, von den persönlichen untergriffigkeiten ganz zu schweigen.

Re: Re: Re: Der arme Herr Kim Jong-il soll ja sooo krank sein.

Ich habe lediglich historisch unbestrittene und belegbare Fakten erwähnt - das die nicht jedem passen ist schon klar.
Manches passiert was niemandem recht sein kann. Aber unliebsame aber überprüfbar korrekte Fakten als Geifer darzustellen ist unklug und fällt auf den Autor zurück.

Gast: Warumnur
25.11.2010 14:53
3

Es ist egal

Wer den ersten Schuss gefeuert hat.
Krieg gibt es ganz sicher.
Schade das wir (die idiotische Menschheit)
nicht in Frieden leben koennen. Warum nur
muessen wir uns andauernd gegenseitig umbringen?
Ich bin mir bewusst das mein Kommentar sehr
flach ist, hat aber seine Gruende.
Danke!!

mir ist es nicht egal

wieso können wir nicht in frieden leben? - weil andere menschen auch gerne besitzen.

Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
26.11.2010 00:29
0

Re: mir ist es nicht egal

Logische Folgerung: ... und sie nicht bereit sind , herzugeben!

Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

The skirmish began when North Korea warned the South to halt military drills near their sea border, according to South Korean officials. When Seoul refused and began firing artillery into disputed waters — but away from the North Korean shore — the North retaliated by shelling the small island of Yeonpyeong, which houses South Korean military installations and a small civilian population.

http://news.yahoo.com/s/ap/20101123/ap_on_re_as/as_koreas_clash

Anderswo sind Bote mit Hilfsgütern noch in internationalen Gewässern schon eine Bedrohung und rechtfertigen militärische Aktionen mit mehr Toten.

Re: Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

Die Provokation war geplant, die Reaktion ebenfalls.
Nun spricht man nur von Nordkoreas Beschuss, nicht ueber das was den Beschuss ausgeloest hat.
Die armen Suedkoreaner sind Koeder fuer Amerikaner. Inmitten sitzen die Chinesen, die in Nordkorea einen wichtigen Alliierten haben. Sie wissen was danach kommt.
Wie glaubt Ihr wird sich China verhalten?

Re: Re: Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

Solange man darauf achtet das die Chinesen nicht "ihr Gesicht verlieren" kann der Konflikt im Sande verlaufen.

Aber eines ist auch klar, die Chinesen hätten heute sehr viel mehr zu verlieren als vor 20 Jahren. Schade das wir nicht mehr in der Lage sind, mit Handelsembargos zu drohen, weil das würde der Wirtschaft wohl den Todesstoß verpassen. Oder sie wieder beleben? Wer weiß das schon so genau...

Antworten Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
26.11.2010 00:33
0

Re: Re: Re: Was Nordkorea noch vor dem Beschuß gemacht hat ...

das würde der Wirtschaft wohl den Todesstoß verpassen. Oder sie wieder beleben?..
China: Todesstoß
Europa: Wiederbeleben
Das meinten sie doch?
Und sie könnten recht haben. S gibt eine Paralelle: Die Kontientalsperre Europas durch England in der Zeit Napoleons. Die vor GB niederliegende deutsch Wirtschaft blühte auf!

Nordkoreanisches Feuerwerk...

für den großen Vorsitzenden. Nächstesmal lädt er seinen Freund Heinzi Fischer dazu ein.

Antworten Gast: gast
25.11.2010 20:00
0

Re: Nordkoreanisches Feuerwerk...

wie primitiv muss man sein um immer wieder das selbe zu posten aber es finden sich immer noch ein paar dumme die grüne stricherl hergeben

gab es vorher Übungsgranaten aus dem Süden

oder nicht?

Das geht in dem ganzen Mediengeheule unter!

Das könnte der ( willkommene ? ) Anlass gewesen sein.
Und die Lage der Insel ist wie die der taiwanesischen Inseln Kinmen vor Xiamen, Fujian

Re: gab es vorher Übungsgranaten aus dem Süden

Reuters hat die Übungsgranaten bereits zugegeben. Gezielt waren sie natürlich nicht auf NK Gebiet - aber eingeschlagen haben sie halt dort...

"Reuters hat...zugegeben"

Hab' ich's doch gewusst, Reuters und nicht das südkoreanische Militär hat die Übungsgranaten abgefeuert.

Re:

Im weitesten Sinne stimmt das und Sie haben recht - vorausgesetzt man weiß das Reuters den Amerikanern gehört und ein ideales "imbedded" Propagandamedium darstellt.

Aber wenn die Amis das sogar zugeben reicht das für Sie nicht?

Dann müssen Sie selbst hinter der Haubitze gestanden sein.

Re: gab es vorher Übungsgranaten aus dem Süden

Jaja, "ab jetzt wird zurückgeschossen..."
Gelle

Hefis Freind in Nordkorea....

Wo sind die Worte des GROSSEN VORSITZENDEN HEIFI???? Weihnachten kommt bald und ein kleines Geschenk der USA sollte folgen.mit besten Grüssen ala Nagasaki.

Gast: Boris
25.11.2010 11:15
2

Man darf Krieg nicht immer in einem negativen Licht betrachten...

....Krieg hat auch etwas positives, er schafft Arbeitsplätze.
Er mistet die darwinsche degenerierte Gesellschaft etwa aus und ist nachweislich in einer positiven Konjugation für nachkommende Generationen zu betrachten.

In diesem Sinne hau ein Kim!!!!

Ps:. Und wir haben interessante Schlagzeilen - so profitert die halbe Welt davon....

 
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