Korea-Krise: Sitzung des UN-Sicherheitsrats gescheitert

20.12.2010 | 06:20 |   (DiePresse.com)

Eine Sondersitzung zu den Spannungen zwischen Nordkorea und Südkorea wurde nach achteinhalb Stunden ohne gemeinsame Erklärung beendet. Man will sich aber weiterhin bemühen.

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Die mehrstündigen Beratungen des UN-Sicherheitsrats über die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel sind gescheitert. Die 15 Ratsmitglieder hätten sich nicht auf eine gemeinsame Erklärung einigen können, teilte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin in der Nacht zum Montag in New York mit. Russland hatte die Dringlichkeitssitzung beantragt, nachdem sich die Spannungen zwischen Nordkorea und Südkorea am Wochenende weiter verschärft hatten.

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Die Dringlichkeitssitzung wurde am Sonntag nach achteinhalb Stunden ohne gemeinsame Erklärung beendet. Die USA teilten mit, es sei unwahrscheinlich, dass die Differenzen zwischen den einzelnen Mitgliedern überbrückt werden könnten. Ein Diplomat erklärte, die Bemühungen des Gremiums würden möglicherweise am Montag fortgesetzt. Österreich, das noch bis Jahresende Mitglied im Sicherheitsrat ist, war bei den Beratungen durch Botschafter Thomas Mayr-Harting vertreten.

Uneinigkeit bei Schuldfrage

Schon zuvor hatte es bei Diplomaten geheißen, es gebe Uneinigkeit bei der Frage, ob Nordkorea öffentlich für die Eskalation verantwortlich gemacht werden könne. Während die westlichen UN-Ratsmitglieder eine Verurteilung Nordkoreas anstrebten, wollten Russland und China, dass sich der Rat in der gemeinsamen Erklärung darauf beschränkt, beide Seiten zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt aufzurufen. Vertreter Chinas und der USA bezeichneten die Situation zwischen Nord- und Südkorea als "extrem" prekär und sprachen von einem "Pulverfass".

Der Korea-Konflikt hatte sich am Wochenende weiter zugespitzt. Nordkorea erhöhte die Alarmbereitschaft seines Militärs in Erwartung einer von Südkorea angekündigten Militärübung im Grenzgebiet der beiden Länder. Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea haben weltweit Sorgen aufkommen lassen, es komme zum Krieg kommen. Nordkorea hatte am 23. November die südkoreanischen Insel Yeonpyeong beschossen. Dabei wurden vier Menschen getötet. Südkorea hat erklärt, sollte es erneut von Nordkorea angegriffen werden, werde es zur Selbstverteidigung zurückschlagen.

Südkorea will am heutigen Montag trotz der Drohungen Nordkoreas massiven Militärschlägen wie geplant neue Schießübungen auf einer grenznahen Insel im Gelben Meer abhalten. Das teilte ein Sprecher des Generalstabs in Seoul mit. Die noch verbliebenen Bewohner auf der Insel Yonpyeong seien aufgefordert worden, sich in Schutzräume zu begeben. Nach Berichten des südkoreanische Rundfunks wurde ein Zerstörer in das Gebiet gesandt, um auf eventuelle Provokationen durch Nordkorea reagieren zu können.

 

(Ag.)

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