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Sudan: Friedliche Trennung oder Bürgerkrieg?

06.01.2011 | 18:20 |   (Die Presse)

Am Sonntag wollen die Südsudanesen bei einem Referendum die Abspaltung ihrer ölreichen Region vom Gesamtstaat beschließen. Noch macht der Norden gute Miene zum aus seiner Sicht bösen Spiel.

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Khartum/Gaw/Ws/Hd. In zwei Tagen hat die Unabhängigkeitsuhr ihre Schuldigkeit getan. Jene digitale Anzeige in der südsudanesischen Hauptstadt Juba, die die Tage bis zum Referendum über eine Sezession vom gemeinsamen Staat herunterzählt. Dass die Südsudanesen dabei für die Eigenstaatlichkeit stimmen werden, gilt als sicher.

Die ganze Welt blickt in diesen Tagen auf den Sudan: Wird der – noch – größte Staat Afrikas eine friedliche Trennung schaffen? Oder wird der Sudan ein weiteres Mal zum Synonym für Gewalt und Bürgerkrieg werden? Von der UNO bestätigte Luftangriffe auf Stellungen der Streitkräfte des Südens haben Zweifel genährt, ob Präsident Omar al-Bashir jenen Landesteil, in dem drei Viertel der Ölfelder des Sudans liegen, ziehen lassen wird.

In der Schlussphase vor dem Referendum machte die Regierung im Norden allerdings gute Miene zum aus ihrer Sicht bösen Spiel: „In Zukunft geht es darum, Brücken und nicht eine Mauer zwischen uns im Norden und denen im Süden zu bauen“, sagte Außenminister Ali Karti in Khartum zur „Presse“: „Beide Seiten brauchen einander. Und genau diese Abhängigkeit voneinander muss jetzt in Abkommen festgezurrt werden.“

Auch Präsident Bashir gab sich diese Woche in Südsudans Hauptstadt Juba ungewohnt zahm: „Einigkeit kann nicht durch Gewalt hergestellt werden“, meinte er und sagte auch nach einer Abspaltung jede Unterstützung zu.

 

Grenzverlauf noch unklar

Die Scheidung scheint also unausweichlich, der Streit um die „Kinder“ vorgezeichnet: die Erdöleinnahmen und den Konflikt darum, wer die Grenzprovinz Abyei verwaltet, in der es ebenfalls um Erdöl, vor allem aber um Weiderechte der nördlichen Nomadenstämme geht. Selbst wo genau die Grenze der Staaten verlaufen soll, ist noch nicht ausgehandelt. Eine kleine Frist dafür bleibt noch: Denn die Unabhängigkeit des Südens soll erst nach einem halben Jahr Übergangszeit in Kraft treten. So sieht es der Friedensvertrag vor, der 2005 geschlossen wurde, nach einem Krieg, der mit Unterbrechungen seit Anfang der 1960er-Jahre dauerte und geschätzte 2,5 Millionen Menschenleben forderte. Und ein kaum überwindbares Misstrauen zurückließ.

 

Eskalation in Darfur droht

Brigadier Walter Feichtinger vom Wiener Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement der Landesverteidigungsakademie sieht Risken vor allem für den Fall eines unklaren und strittigen Resultats des Referendums. Dies könnte im Norden zur Radikalisierung führen. Die Ersten, die die öffentliche Wut zu spüren bekämen, wären die etwa zwei Millionen im Norden lebenden Südsudanesen.

Zudem wäre laut Feichtinger damit zu rechnen, dass die Regierung in Khartum nach einer Sezession des Südens den islamischen Charakter des Restsudans zu stärken versuche. Dass die Scharia dann umfassend gelten soll, hat Bashir ja bereits angekündigt.

Dazu kommen Auswirkungen auf die Lage in Darfur: Alle Versuche, den jahrelangen Krieg in der westsudanesischen Region zu beenden, schlugen fehl. Zuletzt gab es wieder heftige Gefechte zwischen der Armee und der Rebellenbewegung JEM. Nach einer chaotischen Abspaltung des Südsudans könnte JEM versuchen, aus der schwierigen Lage Khartums Kapital zu schlagen, und den militärischen Druck erhöhen, meint Feichtinger. Die Folge wäre eine Eskalation der Kämpfe in Darfur.

Diese kosteten seit 2003 laut UNO rund 300.000 Menschen das Leben und brachten al-Bashir eine Anklage wegen Völkermordes vor dem Internationalen Strafgerichtshof ein. So könnten die Menschen in Darfur die Leidtragenden sein, wenn die Aufmerksamkeit der Staatengemeinschaft auf den Südsudan konzentriert ist.

APA

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.01.2011)

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15 Kommentare
Gast: AntiEU
07.01.2011 18:41
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Was bringt das für uns ?

Können wir da auch wieder mitmischen, Übung haben wir ja schon vom Balkan her, vlt. wieder ein paar Waffen an diese und jene und danach setzen wir wieder den Heiligenschein auf mit ein paar "entfernete Nachbarn in Not" Aktionen.

Warum wohl...

Das muss ja noch mehr Gründe haben, oder?

man kann echt nicht verstehen

warum der süden nicht mit den shaira narren des nordens zusammenleben möchte

die christen des sudans brauchen einen eigenen staat, um sich besser vor dem radikalen islam zu schützen
der süden soll außerdem den großteil der ölfelder bekommen, die brauchen das öl nämlich dringender als der norden
denn wir wissen ja was islamische länder mit dem ölgeld machen:
terrorunterstützung
moscheebau
waffeneinkäufe
bau von schulen (in denen jedoch nur der koran gelehrt wird)

die EU sollte zur präventiven terrorbekämpfung und zur sicherung von rohstoffen, die südsudanesische regierung mit waffen und ausklärungsmaterlia versorgen, um so die basis für zukünftige lukrative geschäfte legen

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Re: man kann echt nicht verstehen

so ein Blödsinn! können sie erklären, was die "christliche Länder" mit Afrika gemacht haben. Christianisierung Afrikas durch Kolonialstaaten hat nur zur Armut, Sklaverei und Plünderung gedient, was die Folgen heute noch dauert.

Re: Re: man kann echt nicht verstehen

bla bla bla
ich kann dieses ewige gejammer ala mugabe nicht mehr höhren

die zeit als afrika von europäschen kolonialherren besetzt war ist auch schon mehr als 50 jahre her.
nach so einer langen zeit muss es doch möglich sein schon auf eigenen beinen zu stehen

die sklaverei ist auch schon über 300 jahre her, den unglaublichen "raub an fachkräften" durch die europäer müssten die afrikaner mittlerweile auch schon verdaut haben

den vergleich mit asien erspare ich ihnen der wird ja eh schon unten aufgezeigt


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Re: Re: man kann echt nicht verstehen

Blöderweise haben die selben christlichen Länder aber nicht nur Afrika kolonialisiert, sondern z.B. auch Südostasien. Diese Länder seit der Unabhängigkeit eben in die Hände gespuckt und einen fulminanten Aufholprozess gestartet, so dass man heute von den asiatischen Tigerstaaten spricht, während Afrika nun schon 50 Jahre selbstbestimmt vor sich hinvegetiert und beweist, dass afrikanische Machthaber (Mobuto, Idi Amin, Mugabe, Bashir usw.) noch skrupelloser und brutaler wie die Kolonialherren sein können.

Die Erklärung allen Übels in Afrika über die Kolonialisierung taugt immer weniger, denn dort spielt auch die Mentalität (Stammesdenken statt Staatsdenken) eine große Rolle.

Re: Re: man kann echt nicht verstehen

Das schlimmste Beispiel "christlicher" Herrschaft in Afrika ist das Schicksal des Kongos, der unter dem belgischen König Leopold um 1900 herum geplündert und versklavt wurde wie kein anderes Land.
Von diesem Schock hat sich das Land nie mehr erholt.


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Re: Re: Re: man kann echt nicht verstehen

Diese Kolonialmächte wollten mit Gewalt Japan und die Tigerstaaten auch christianisieren. Aber, glücklicherweise haben diese Völker das nicht zugelassen und letztendlich all diese sogenannte christliche Priester, deren Hauptziel die Erleichterung der Ausbeutung dieser Länder war, ausgewiesen. Zum Beispiel, in Japan gibt es nun kein Christliche Minderheit, die von den Westen vor buddhistische Mehrheit "geschützt" werden soll.

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Re: Re: Re: Re: man kann echt nicht verstehen

Meine Güte, Sie faseln einen grotesken Nonsens daher. Jetzt soll also die Christianisierung Afrikas am Elend dort schuld sein. Sie ignorieren dabei komplett, dass das Christentum für das damals durch und durch christliche Europa auch kein Hemmschuh war, ganz im Gegenteil. Sie ignorieren weiters, dass auch die islamischen und animistischen Länder Afrikas keineswegs besser dastehen (man nehme nur den "failed state" Nr 1 Somalia). Außerdem ist es eine Lüge, dass die Länder Asiens die christlichen Priester hinausgeworfen hätten. In fast jedem asiatischen Land gibt es eine funktionierende christliche (meist katholische) Kirchenstruktur, ohne dass deren Gläubige irgendwelche nennenswerten Probleme machen würden.

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Re: Re: Re: Re: Re: man kann echt nicht verstehen

ich hatte als Beispiel Japan erwähnt und ich bestehe noch darauf. Die böse Missionaren wurden ausgewiesen. Ich zitiere von Wikipedia: "Zwischen 1614 und 1873 war das Christentum in Japan verboten, alle Sympathisanten waren härtesten Verfolgungen und Repressionen ausgesetzt". Wenn es nicht so wäre, dann gäbe es heute statt Industriestaat Japan, eine zweite Philippinen in Elend. Also, erst lernen bevor jemanden Lüge vorzuwerfen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: man kann echt nicht verstehen

Sie versuchen einen kausalen Zusammenhang zu konstruieren, wo keiner ist. Dass das Christentum in Japan lange verboten war, ist mir klar. Der Aufschwung Japans setzte aber nach Beendigung des Verbotes ein. Denn die lange Zeit von 1614 bis 1873 war die Zeit der Tokugawa-Shogunate die sich auf traditionell-japanische Werte besinnen wollte und JEDEN ausländischen Einfluss (damit auch das Christentum) verbannte und so in 250 Jahren Rückständigkeit verharrte. Japans Aufstieg zur Großmacht begann dann 1868 mit den Meiji-Reformen und der Abschaffung des Shogunats. Mit dem Verbot des Christentums hat das jedenfalls nichts zu tun. Der Vergleich zu den Philippinen ist auch an den Haaren herbei gezogen, denn zwischen Filippinos und Japanern gibt es auch einen eklatanten Mentalitätsunterschied, wie man anhand der vorangegangenen Kulturgeschichte erkennen kann und genau das ist auch der Unterschied zwischen Ostasien und Afrika.

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hm?

1. neue VTs von einer Weltverschwörung der "Kreuzritter" gegen die Moslems werden boomen
2. Südsudan wird ein Failed State
3. die gesamte Region um den S-Sudan herum ist so oder so eine der instabilsten überhaupt (Zaire, Eritrea, Äthiopien, Somalia, Zentralafrika)

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Ein neuer Bürgerkrieg zieht auf!


Gast: I Ging 1, 21
06.01.2011 19:56
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Zerfall afrikanischer Staaten

Es ist ganz wunderbar, dass der Sudan zerfällt. Danach werden viele weitere afrikanische Staaten zerfallen. Z. B. wird Äthiopien u. a. das Gebiet Ogaden verlieren. Es wird einen extremen Bevölkerungsrückgang in ganz Afrika geben. Nur einige wenige, ökologische, Afrikaner werden überleben.

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Re: Zerfall afrikanischer Staaten

träum nur weiter. Wenn alles so vorkommt, wie du es sich wünschst, dann würden Millionen Einwanderer aus Afrika dich hier vielleicht mehr glücklicher machen.

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