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Berlusconis TV-Beichte: „Ich zahle nie für Sex“

17.01.2011 | 18:38 |  Von unserer Korrespondentin KORDULA DOERFLER (Die Presse)

Die Justiz ermittelt gegen den Regierungschef wegen Sex mit Minderjährigen. Niemals in seinem Leben, sagt der 74-Jährige, habe er gegen Bezahlung Beziehungen zu einer Frau gehabt, das sei unter seiner Würde.

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Rom. Der Mann im dunklen Anzug sitzt an seinem Schreibtisch, vor einer Regalwand mit Videos und Büchern. Hinter ihm lachen Kinder von Fotos. Er spricht eindringlich, strahlt Seriosität aus, ist staatsmännisch im ganz privaten Rahmen. Allzu oft kommt es nicht vor, dass sich Silvio Berlusconi direkt ans Volk wendet. An diesem Sonntagabend aber hat Italiens Ministerpräsident so Gewichtiges mitzuteilen, dass er zum Mittel der Videobotschaft greift, aufgenommen in seiner Villa in Arcore bei Mailand. Zwei seiner Sender und auch der Staatssender Rai übertragen sie.

Niemals in seinem Leben, sagt der 74-Jährige, habe er gegen Bezahlung Beziehungen zu einer Frau gehabt, das sei unter seiner Würde. Vielmehr habe er seit seiner Trennung von seiner zweiten Ehefrau, Veronica Lario, „eine feste Beziehung“ zu einer anderen. Die Nation hört gierig zu. Seit Freitag ergötzt sich das Land wieder am Fall „Ruby-Gate“. „Ruby“, dahinter verbirgt sich die junge Marokkanerin Karima el Mahroug, die von ihrer Familie in Sizilien weggelaufen ist, um in Mailand ihr Glück als Showsternchen zu suchen. Schon im Herbst wurde bekannt, dass sie noch als Minderjährige nächtens in Arcore aus- und einging. Der Ministerpräsident soll sogar persönlich interveniert haben, um das Mädchen nach einem Diebstahl aus dem Polizeigewahrsam freizubekommen – unter dem Vorwand, bei der jungen Dame handle es sich um eine Nichte des ägyptischen Präsidenten Mubarak.

Ein altbekanntes Schauspiel

Die Affäre holt ihn jetzt ein. Am Freitag wurde bekannt, dass die Mailänder Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Regierungschef eingeleitet hat, wegen Prostitution mit Minderjährigen und Amtsmissbrauchs. Das saß. Nur wenige Stunden vorher hatte das Verfassungsgericht entschieden, dass auch der Ministerpräsident nicht automatisch wegen seiner Amtspflichten seinen Prozessen fernbleiben kann. Und nun das. In der langen Liste der Ermittlungen und Verfahren gegen Berlusconi sind diese Vorwürfe tatsächlich neu – und gefährlich.

Das Schauspiel in der Öffentlichkeit aber ist das Altbekannte. Täglich werden die Medien mit Details aus Ermittlungen gefüttert. „Es ist kein freies Land“, sagt Berlusconi, dieses Italien, in dem eine politisierte Justiz jedes Maß verloren habe. „Seit 17 Jahren werde ich von der Justiz verfolgt, in der Hoffnung, mich aus dem Amt zu drängen“, hat er zuvor schon schriftlich erklären lassen. Das kennt man alles seit Jahren, beide Seiten beherrschen ihr Geschäft.

„Seinetwegen müssen wir uns vor der Welt schämen“, sagt Oppositionschef Pier Luigi Bersani. Die Rufe nach einem Rücktritt des Regierungschefs aber sind nicht minder rituell. Nichts fürchtet Italiens Linke derzeit mehr als Neuwahlen.

Dabei ist Berlusconi angeschlagen, schließlich hat er seine Mehrheit im Parlament verloren und jetzt ein neues Problem mit der Justiz. Schon immer handelte er nach dem Motto „ Angriff ist die beste Verteidigung“. Erfunden und grotesk seien die Anschuldigungen, mit einer Minderjährigen Sex gehabt zu haben, sagt er. Er sei gern mit jungen Leuten zusammen und helfe ihnen auch, wenn nötig.

Vernehmung Ende der Woche?

Zumindest das deckt sich mit den Aussagen der jungen Frau. Für ihre angeblich drei Besuche in Arcore will sie Schmuck und 7000 Euro bekommen haben. Doch handelte es sich wirklich nur um „entspannende Abendessen“ mit Gästen wie etwa Wladimir Putin? Die Justiz vermutet, dass Berlusconi sich für solche Zwecke sogar eine Art „Edelharem“ hielt: junge Frauen, die umsonst in einst von ihm gebauten Wohnungen lebten und auf Abruf nach Arcore gebracht wurden. Bei einer Durchsuchung fanden die Ermittler neben Schmuck, teuren Kleidern und erotischem Spielzeug auch hohe Geldbeträge – ein Indiz für erbrachte sexuelle Dienstleistungen, so der Verdacht der Staatsanwaltschaft.

Sie geht davon aus, dass diese Dienste von „guten Freunden“ vermittelt wurden, gegen die ebenfalls Ermittlungen laufen. Bereits Ende dieser Woche soll Berlusconi persönlich in Mailand vernommen werden. Die Staatsanwälte drohen auch damit, im Schnellverfahren einen Prozess zu eröffnen.

Dass er einer Vorladung Folge leistet, gilt als ausgeschlossen. Auch das ist Teil des seit Jahren eingeübten Rituals.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.01.2011)

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14 Kommentare
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Regierungschef versus Justiz

Da wird sich aber die Mafia freuen. Die hat nun wieder freie Hand, da sie ja - wie schon früher - nun wieder von der Politik unterstützt wird.

Gast: gast
18.01.2011 12:23
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bezahlung

auch geldwerte vorteile sind eine "bezahlung", jedenfalls sieht das die finanz so.

Gast: wassolls
18.01.2011 12:10
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sex als Bewertungsmaßstab?

der soll fi..en soviel und mit wem er will und kann, das sollte kein Kriterium für Politiker sein, da eine schöne Sache.
Es gibt glaub ich genug anderen Schmurks den er angerichtet hat wo ist die Sachlichkeit?

Das mit der Sexualmoral kommt doch nur von der verbrecherischen Kirche

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Berlusconi und Sex

Ist der Mann erbaermlich? Die Aeusserungen von Berlusconi in den Sex-Affaeren offenbaren seine ganze Niveaulosigkeit, Erbaermlichkeit. Haette Berlusconi Ansatzweise Selbstachtung, so haette er die Sache, auch wenn sie oeffentlich ruchbar wird, geschickter gehaendelt. Aber, wo nichts, da kann nichts herkommen. Beim Menschen ist es so, das duerfte allgemein bekannt sein, dass im Schritt, kein Verstand angesiedelt ist. Mittlerweile draengt sich der Eindruck auf, dass Italienaer den Regierungschef haben, den sie sich wuenschen und sind dabei weder willens noch in der Lage zu erkennen, dass durch Berlusconi sie zum Gespoett geworden sind. Z.Zt. wettert Luca die Montezemollo(Ferrari-Chef) ueber Red Bull und Vettel auf einem Niveau der unter der untersten Schublade ist. Er tut das deshalb, weil er weder willens noch in der Lage ist zu erkennen, dass Ferrari durch eigene Dummheit den sicheren WM-Titel in der Formel-1 verspielt hat. Es gibt ein Buch mit dem Titel: "Der Fisch faengt von Kopf an zu stinken". Berlusconi ist Italiens Regierungschef, die Montezemollo(ein unehlicher Adliger) ist der Vorsiteznder des Industrieverbandes Italiens. Dr. Emil Andabak

Antworten Gast: kundt
18.01.2011 13:27
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Re: Berlusconi und Sex

Wo liegt das Problem, wenn Montezemolo ein adeliger ist? In Oesterreich waere ein von Schwarzenberg auch besser als ein lumpiger Mateschitz!!

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Re: Re: Berlusconi und Sex

"Adel verpflichtet." sagt ein Sprichwort. Von einemwie di Montezemollo, der zur wirtschaftlichen Fuehrungselite Italiens gezaehlt werden moechte, muesse mehr Niveau im Alltag erwartet werden. Mit seinen, hier vorgebrachten Aeusserungen hat der Italiens Adliger offenbart, dass er keineswegs als Berlusconi besser sei und dem(leider verstorbenen) FIAT-Chef Agnelli nichtmal Wasser reichen kann. Tatsache ist, dass ohne Australier, Briten, Deutsche, Franzosen, Oesterreichern waere Ferrari in der Formel 1 laengst begraben. Dr. Emil Andabak

Gast: ROTER OKTOBER
18.01.2011 10:43
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„Ich zahle nie für Sex....“

Na, dann hat er sicher eine Stiftung in Liechtenstein und lebt so wie der Grasser absolut unbescholten und als Vorbild für jeden anständigen Europäer - also ohne die Notwendigkeit eines (eigenen) Geldbörserls!

galli leo
18.01.2011 10:02
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„Ich zahle nie für Sex....“

... das erledigt mein sekretär für mich!

Antworten Gast: Botschaft der Bananenrepublik Italien
18.01.2011 10:59
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Re: „Ich zahle nie für Sex....“

Irrtum. Er bezahlt wirklich nichts dafür - und revanchiert sich bei den Damen eben mit anderen Leistungen. Gratis-Wohnungen, gutbezahlte Posten in der Politik (ja sogar als Ministerin) - alles ist möglich in Bella Italia!

galli leo
18.01.2011 10:01
1 0

„Seit 17 Jahren werde ich von der Justiz verfolgt, in der Hoffnung, mich aus dem Amt zu drängen“

es ist doch genau andersrum:

seit 17 jahren ist berlusconi im amt, in der hoffnung, dadurch nicht ins gefängnis zu müssen!

Gast: gast
18.01.2011 00:34
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champagner

für den sex wird er nicht bezahlt haben.
es war die verpflegung mit champagner und kaviar.
und da sind dann die mädchen schwach geworden bei so einem(finanziell) potenten mann...

RAL
17.01.2011 22:07
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EINFACH

unappetitlich, dieser alte machtgeile Mann.

Gast: bärlustohne
17.01.2011 21:22
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zahle nie für 6

naja, er lässt zahlen - die Steuerzahler, bzw. die Kunden seiner Firmen, die hohe Steuern zahlen und teuer für seine kulturlosen TV-Stationen berappen müssen.

Kannte auach den Falle eines abteilungsleiters in einem staatlichen/halbstaatlichen Institutes - seine Konkubine konnte "frau dr." werden, ihr Spitzname war "dr. sex"....

Hier wurde auch der Steuerzahler vom Instituts-leiter missbraucht, weil er sich seine bordellbesuche ersparte, und sie (ohne kenntnisse) zur stlvtr. Leiterin aufstieg....

Kommt sicher oft vor - und in I treten dann fotogene junge Damen als Vertreterinnen bei der EU auf, was natürlich NICHTS mit ihren körperlichen Reizen zu tun hat - aber trotzdem Korruption und Betrug ist - weil die Steuerzahler Nu...en für die Chefs zahlen müssen!!

Antworten Gast: gast
18.01.2011 10:00
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Re: zahle nie für 6

ja ja, die väterlichen freunde ..
der häuptl und die brauner
der jörgi und der karli ....