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Neue Eiszeit zwischen Moskau und Tokio

09.02.2011 | 18:32 |   (Die Presse)

Der Streit um die Südkurilen ist neu entflammt: In Tokio wurden russische Fahnen verbrannt. Moskau will Militärpräsenz auf Inseln verstärken. Auslöser der Proteste war eine Rede von Japans Premier Naoto Kan.

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Tokio/Moskau/ ag/Basta. Brennende russische Flaggen in Tokio, aufgebrachte Demonstranten vor der japanischen Botschaft in Moskau: Seit Jahren war das Verhältnis zwischen Russland und Japan nicht so angespannt. Der Grund für das Zerwürfnis ist ein neuer Höhepunkt im Territorialstreit um vier steinige Inseln im Nordpazifik. Die Affäre überschattet auch die für Freitag geplante Moskau-Visite des japanischen Außenministers.

Auslöser für die heftigen nationalistischen Proteste in beiden Ländern war eine Rede von Japans Premier Naoto Kan. Bei einer Gedenkveranstaltung Anfang dieser Woche beanspruchte er die „von Russland besetzten Nordterritorien“ für Japan zurück. Und er nannte den Besuch von Russlands Staatschef Dmitrij Medwedjew auf den Inseln im November eine „unverzeihliche Provokation“. Tatsächlich hatte Medwedew als erster ranghoher russischer Politiker seit Jahrzehnten das umstrittene Gebiet offiziell besucht. Nach Kans Rede zerstörten ultranationalistische Demonstranten in Tokio eine russische Flagge und zündeten diese vor der russischen Botschaft an.

Moskau reagierte empört. Die Äußerungen Kans seien „extrem undiplomatisch“ gewesen, so Russlands Außenminister Sergei Lavrov. „Völlig inakzeptabel“ sei, dass sich die Regierung in Tokio nicht von den nationalistischen Protesten klar distanziert habe. Er forderte eine sofortige Aufklärung. Vor der japanischen Botschaft protestierten zornige Jugendliche.

Die Südkurilen – so nennt Moskau die Inseln – wurden von der Sowjetunion am Ende des Zweiten Weltkrieges besetzt. Japan wurde zwar im Vertrag von San Francisco aufgefordert, die Inseln abzugeben, von der Sowjetunion war allerdings nicht die Rede. Die USA unterstützen Tokios Rückgabeforderungen, Moskau will nichts davon wissen. Wegen des Streits haben die beiden Länder keinen Friedensvertrag unterzeichnet.

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Kostbare Rohstoffe und Fischerei

Wertvoll ist das Gebiet rund um die unwirtlichen Felsbrocken aus mehreren Gründen: Nicht nur werden dort kostbare Rohstoffe vermutet, etwa Öl und Gas, die Gegend ist auch ertragreich für die Fischerei. Wichtig für Russland ist, dass die Inseln Teil des Zugangs zum Ochotskischen Meer sind.

Japans Außenminister Seiji Maehara machte deutlich, dass er seine „Karriere dafür einsetzen werde, die Inseln für Japan zurückzuerobern“. Medwedew kündigte daraufhin an, das Militär auf der Inselkette zu verstärken. „Alle müssen verstehen, dass die Inseln Gebiet der Russischen Föderation sind.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2011)

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1 Kommentare
Gast: Metereologe
09.02.2011 23:49
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Neue Eiszeit zwischen Moskau und Tokio

Ist das eine Auswirkung des Klimawandels?