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Suche nach Mubaraks Milliarden

13.02.2011 | 18:06 |   (Die Presse)

Rund 30 Milliarden Euro soll der ägyptische Ex-Machthaber besitzen. In Österreich gibt es bisher keine Spur davon.

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London/Wien/Ag/Wb. Der gestürzte ägyptische Präsident Hosni Mubarak soll über ein erhebliches Vermögen verfügen. Nach einem Bericht der „Basler Zeitung“ hat er in den vergangenen 30 Jahren mehr als 30 Milliarden Euro angehäuft. Viel davon soll auf Schweizer Banken, aber auch in anderen europäischen Ländern angelegt sein.

Die britische Regierung hat am Wochenende angekündigt, sie werde die Suche nach dem Geld aufnehmen. Sollten Vermögenswerte ausfindig gemacht werden, würde das Geld an den Staat Ägypten überwiesen. Ähnlich will London mit Vermögen des im Jänner gestürzten tunesischen Machthabers Ben Ali vorgehen. Während dieser ins Exil nach Saudiarabien geflohen ist, hatte sich Mubarak vorerst in seine Residenz am Roten Meer zurückgezogen. Bereits seit Wochen gibt es freilich das Gerücht, dass sein Sohn versucht haben soll, sich mit Teilen des Familiensilbers abzusetzen.

Laut einer Statistik der Schweizerischen Nationalbank befinden sich ägyptische Guthaben in der Höhe von 3,6 Milliarden Franken (2,73 Mrd. Euro) im Land. Die Statistik weist allerdings nicht den Eigentümer aus. Der Schweizer Bundesrat hat bereits am Freitagabend, eine halbe Stunde nach der Bekanntgabe des Rücktritts, alle Konten des ehemaligen ägyptischen Präsidenten und dessen persönlichen Umfelds gesperrt. In der Verordnung forderte der Bundesrat (die Regierung) die Banken auf, mögliche Vermögenswerte des Mubarak-Clans ausfindig zu machen und zu sperren.

Das österreichische Außenministerium hat derzeit „keine Anzeichen“ für Vermögenswerte von Ex-Präsident Mubarak in Österreich. Der Sprecher des Ministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, betonte auch, dass anders als im Fall Tunesien zudem kein Rechtshilfeersuchen seitens Ägyptens vorliege. Im Falle des tunesischen Ex-Machthabers wurden die heimischen Banken aufgefordert, alle eventuellen Konten Ben Alis, seiner Frau Leila Trabelsi und weiterer Personen aus deren Umfeld zu sperren.

 

USA und Israel hoffen auf Militärs

Die Ankündigungen der ägyptischen Militärführung zu einem friedlichen Übergang zur Demokratie und zur Einhaltung bisheriger Friedensabkommen wurden im Ausland begrüßt. Insbesondere Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betonte, er sei über diese Ankündigungen erleichtert. Ägypten hatte 1979 als erstes arabisches Land einen Friedensvertrag mit Israel abgeschlossen, mit dem es 1948/49, 1956, 1967 und 1973 Krieg geführt hatte.

US-Präsident Barack Obama hatte am Wochenende mit dem britischen Premier David Cameron und dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan sowie mit Jordaniens König Abdullah II. die Lage in Ägypten erörtert. Auch dabei wurden die Versprechen der ägyptischen Junta begrüßt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2011)

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5 Kommentare
Gast: Alien (Dauerzensuriert)
14.02.2011 13:15
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Mich wundert, daß es so wenig ist!

Der hatte 30 Jahre uneingeschränkt Macht und Zeit, das Land auszubeuten. Da kann man schon mehr als nur 30 Mrd außer Landes bringen. Schwache Leistung Herr Mubarak!

Antworten Gast: Alien (Dauerzensuriert)
14.02.2011 14:02
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Ich nehme alles zurück:

Wenn ich die Zahlen mit den anderen großen Kleptokraten vergleiche, dann liegt er mit 30 Mrd. schon unter den Top 3! (Suharto, Marcos, Mobutu...)

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Die großen Geldgeber

werden für ihren braven und treuen Schützling auch dessen Geld gut und sicher aufbewahren.
Natürlich so, dass sie auch daran gut mitverdienen.
Wörter wie Volkswirtschaft oder Volksvermögen, kommen im Gedankengut der US-Banken und Regierungsmitglieder nicht mehr vor.
Mehr über die Rolle der USA im Nahen Osten, kann man von den Aufsätzen des Noam Chomsky erfahren.
Deutsche Übersetzungen bei ZNET.
Sehr empfehlenswert und besser als Wikileaks !

http://www.zmag.de/autoren/Noam-Chomsky

Antworten Gast: gast
14.02.2011 11:13
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Re: Die großen Geldgeber

Sind da nicht auch Steuergelder der amerikanischen Steuerzahler unter dem Titel " Militärhilfe" dabei. Der und andere seines Clans werden sich sicherlich einiges davon unter den Nagel gerissen haben. Einige Amerikaner würden das dringender benötigen als dieser Despot!
Den gleichen Anspruch darauf hat natürlich auch das ägyptische Volk. Wann endlich werden alle diese versteinerten Despoten mit den Fetzen in die Wüste gejagdt.

Gast: isaak dictum sapienti sat est schlomei
14.02.2011 03:50
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schmutzige hände

Wo anders lese ich gerade, er habe sich sage und schreibe 70 Milliarden Dollar illegal einverleibt. Die Presse schreibt was von 30 Milliarden. Frag ich mich, was macht jetzt diesen belastend-gravierenden Unterschied aus. Geht unsere PPRESSE mit dem despotischen Volksbetrüger, aus welchen Gründen auch immer, zu milde um. Wie viel vom ägyptischen Volksvermögen ist widerrechtlich in Österreich geparkt? Werden es die Nilbewohner jemals zurück erhalten? Fällt mir gerade ein: Schau trau wem und du bist schon ang’schmiert.

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