26.05.2012 10:31 | Meine Presse Merkliste 0

Guttenberg soll bei Doktorarbeit abgeschrieben haben

16.02.2011 | 14:24 |   (DiePresse.com)

Der nunmehrige deutsche Verteidigungsminister soll Formulierungen wörtlich und ohne Kennzeichnung von Fremdquellen übernommen haben. Ein Experte spricht von einem "dreisten Plagiat".

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Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) soll Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben. Nach Informationen der "Südddeutschen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) gibt es in Guttenbergs Dissertation einige Passagen, die wörtlich mit Formulierungen anderer Autoren übereinstimmen, ohne dass er dies wie vorgeschrieben gekennzeichnet hat.

Die Doktorarbeit sei an mehreren Stellen "ein dreistes Plagiat" und "eine Täuschung", sagte der Bremer Rechtsprofessor Andreas Fischer-Lescano. Ursprünglich habe er die Dissertation aus "wissenscahftlichem Interesse" gelesen, sagt Fischer-Lescano, er wollte sie rezensieren. Die Parallelen entdeckte er, als er den Text routinemäßig einer Überprüfung unterzog.

Guttenberg: Der Abgang des ''Copy-Paste-Ministers''

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Schon in der Einleitung abgeschrieben

Die Stellen, an denen sich ohne Nachweis wortgleiche Parallelen mit fremden Texten finden, umfassen nach den der "Süddeutschen Zeitung" vorliegenden Originalquellen insgesamt mehrere Seiten. "Die Textduplikate ziehen sich durch die gesamte Arbeit und durch alle inhaltlichen Teile", sagte Fischer-Lescano. Die Zeitung veröffentlicht Auszüge aus den Originalen und der Doktorarbeit zum Vergleich auf ihrer Homepage.

Guttenberg habe sogar schon die ersten Zeilen seiner Dissertation unzitiert abgeschrieben, behauptet der als "Plagiatsjäger" bekannte österreichische Medienwissenschafter Stefan Weber (mehr im DiePresse.com-Interview). Die Einleitung beginne fast exakt gleich, wie ein Artikel der FAZ aus dem Jahr 1997, verfasst von einer ehemaligen Lehrenden an der Universität der Bundeswehr in Hamburg.

Vorwürfe werden geprüft

Guttenberg selbst wies die Plagiatsvorwürfe am Mittwoch als "abstrus" zurück. Der Minister erklärte, er sei gerne bereit zu prüfen, ob bei mehr als 1200 Fußnoten in seiner 475 Seiten umfassenden Arbeit Quellenvermerke nicht oder nicht korrekt gesetzt worden seien. Er würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen. Er habe die Arbeit allerdings "nach bestem Wissen und Gewissen" verfasst.

Guttenbergs Doktorvater nahm den Minister in Schutz: "Der Vorwurf ist absurd, die Arbeit ist kein Plagiat", sagte Peter Häberle der "Bild"-Zeitung (Donnerstag-Ausgabe). "Sie wurde von mir in zahlreichen Beratungsgesprächen eingehend kontrolliert."

Der CSU-Politiker hatte seine Doktorarbeit 2006 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät in Bayreuth abgegeben. 2007 wurde er dann mit der Bestnote summa cum laude zum Dr. jur. promoviert. 2009 wurde die Arbeit in einem Fachverlag unter dem Titel "Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU" veröffentlicht.

Autorin: Verhalten "nicht sehr klug"

Die Schweizer Journalistin Klara Obermüller, bei der  Guttenberg in seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben soll, findet dieses Verhalten "nicht sehr ehrenhaft und eigentlich auch nicht sehr klug". So etwas komme eigentlich immer irgendwann heraus. Nun komme es darauf an, wie viel Guttenberg tatsächlich ungekennzeichnet aus anderen Arbeiten übernommen habe. 

(Ag/Red.)

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495 Kommentare
 
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Gast: László Ravasz
03.08.2012 14:34
0 0

Zu Guttenberg auf ungarische Art

Zu Guttenberg auf ungarische Art

(Ernő Kulcsár Szabó: Der Doktormacher)

Wenn ein Uni-System derart korrupt und derart vom Nepotismus umwoben ist wie in Ungarn, soll man sich nicht wundern, dass ein Doktortitel einem früher erteilt wird als er die Doktorarbeit fertiggestellt hätte. Die deutschsprachigen Medien sind laut von Guttenbergs Plagiat-Geschichte. Wobei Karl Theodor zu Guttenberg von seinen 400 Seiten 120 immerhin selbständig geschrieben hat, nur den Rest sich von anderen ausgeliehen. Der ungarische Guttenberg, namentlich Márton Mészáros, hat sich nicht einmal so viel Mühe gegeben. Bei weitem nicht: er selbst hat höchstens nur 6 und halb Seiten geschrieben, und damit an der Universität Szeged – die nach der Budapester Universität ELTE die zweitrenommierteste Universität Ungarns ist – Doktor geworden.

Die Geschichte könnte in Deutschland nicht nur deshalb Interesse erwecken, weil Ungarn Mitglied der EU und auch Teilnehmer des Bologna-Programs ist, und somit erteilt EU-konforme Diplome und Doktortitel, verwendbar in der europäischen Gemeinschaft, sondern auch und vor allem deshalb, weil der Drahtzieher dieser ungeheueren Promotionsgeschichte eine angeblich auch in Deutschland bekannte Persönlichkeit ist: Professor Ernő Kulcsár-Szabó, jahrzehntelang selbst Lehrstuhlleiter an der Humboldt-Universtät zu Berlin, und angeblich enger Freund eminenter deutscher Wissenschafter...

Zur Fortsetzung:

http://ravaszlaszlobaratikor.wordpress.com/2011/08/02/

census
20.02.2011 18:59
1 0

Das wirft aber auch kein gut(t)es Licht auf die Uni!

Wer prüft die Doktorarbeiten? Der Portier der Uni?
Die Bildzeitung?

Oder für alle Fälle, der Seehofer oder Angie?

Gast: Gast
19.02.2011 13:07
3 0

Die wahre Tragödie ist ...

...,dass Sie in Österreich problemlos damit durchkommen würden. In Deutschland werden die Dinge nicht so verharmlost wie das hierzulande meistens getan wird.

Dass ein Mensch wie ein Herr Grasser hier so lange Finanzminister sein konnte (Homepageaffäre, Upgradeaffäre, Buwog Skandal - habe ich was ausgelassen?), sagt leider auch viel über die politischen Zustände in Österreich aus. Insofern sollte man sich als Österreicher mal fragen, ob ein historisch begründetes Proporzsystem nicht längst abgeschafft werden müsste, ob "Freunderlwirtschaft" nicht einfach nur eiskalte Korruption und ein Affront gegenüber allen Leistungswilligen ist und ob nicht auch die Berichterstatter in Österreicher viel zu zahm und viel zu stark mit der Politik "verbandelt" sind um hier wirklich noch die Kontrollfunktion der Medien ausüben zu können.

Gast: Gast
18.02.2011 11:15
2 1

Auch eine interessante Verteidigungslinie der ganz verzweifelten Guttenberg-Verehrer::

"Na gut, er hat abgeschrieben und damit wohl betrogen. Aber wenn Guttenberg betrügt ist das was anderes, weil er ein ehrlicher Mensch ist."

Da muss man schon quasireligiös verblendet sein, um seinen Verstand dermaßen auszutricksen.

Gast: Gast
18.02.2011 11:11
2 1

Einzelne falsch gesetzte Fußnoten?

Die Analysen zeigen, dass hier ganz bewusst abgekupfert wurde - mit klarem Vorsatz, sowas rutscht nicht zufällig rein.

Sollten mir in Zukunft beim Einkaufen ein paar teure Waren in die Manteltaschen rutschen und ich werde beim Ausgang erwischt: dann rede ich mich auch drauf raus dass es nur ein Versehen war, und dass ich schon hunderte Male untadelig bezahlt habe - also kann man keinesfalls von Ladendiebstahl sprechen. Meinetwegen reiche ich das Geld nach, Schwamm drüber, wir werden keinen Richter brauchen.

Gast: eamonclever
18.02.2011 11:05
3 0

regeln fürs zitieren

Regel 1 - Jene Stellen, die analysiert und interpretiert werden soll, werden einigermaßen ausführlich zitiert.
Regel 2 - Textstellen aus der Sekundärliteratur werden nur zitiert, wenn sie wegen ihres Gewichts unsere Auffassung unterstützen oder bestätigen.
Aus Umberto Eco - Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt S.196 f.
Einen Zeitungsartikel als Primärliteratur anzusehen, ist wohl etwas vermessen...

wilko0070
18.02.2011 11:01
3 0

Die "vergessenen" Gänsefüßchen

So wurde beispielsweise "'Aus vielem eines' – so lautete das Motto, unter dem vor rund 200 Jahren die amerikanischen Staaten zur Union zusammenfanden..." bei Guttenberg der Satz "'Aus vielem eines' – so lautete das Motto, unter dem vor über 215 Jahren die amerikanischen Staaten zur Union zusammenfanden...", da Guttenbergs Dissertation nach dem FAZ-Artikel erschien.


Es ist auch erstaunlich, in welchen Bereichen die Plagiate auftauchen: u. a. in Abschnitten mit "Beurteilung" und "Stellungnahme" als Überschrift, wo Zitate überhaupt nicht hingehören. Und die "Krönung" ist natürlich der ganze kopierte Block aus der FAZ in der Einleitung!

Dass in den Abschnitten, in denen normalerweise die eigene Meinung des Autors dargelegt wird, die (kopierten) Ansichten von dritten Personen auftauchen, und dass Guttenberg trotz des fast 500 5eiten umfassenden Werkes keinerlei eigene Beurteilung und Stellungnahme vornimmt, lässt nur eine einzige logische Schlussfolgerung zu:
Die gesamte Dissertation ist höchstwahrscheinlich von einem Ghostwriter erstellt worden!

Gast: Ich bin der Meinung
18.02.2011 11:00
3 0

Es ist schon interessant die Postings hier zu lesen

Kavaliersdelikt ist eine Verharmlosung des Vorfalls und eine Beleidigung aller ehrlichen Studenten.

Er hat (offensichtlich) wegen seines Standes eine Bevorzugung erhalten und das wirft kein gut(t)es Licht auf seinesgleichen.

Das wirft aber auch kein gut(t)es Licht auf die Uni!

analos
18.02.2011 10:35
2 0

gottlob,

dass das unserem Kanzler nicht passieren kann.

Antworten mxmanner
18.02.2011 14:36
0 0

Re: gottlob,

schwacher trost!

2 2

Kindischer geht es nimmer!

Erstens einmal ist bei solchen "Dissertationsthemen" textlich alles ausgelutscht. Es lassen sich die Inhalte nur mehr mit anderen Worten bringen. Unterm Strich: Solche Themen rechtfertigen in keiner Weise eine wissenschaftliche Arbeit. Der zweite Unfurg ist der mit dem Fußnotensetzen. Ich las eine Dissertation in Geschichte. Man muss sich direkt zwingen nicht mehr auf die Fußnoten zu schauen, weil man sonst überhaupt nicht mehr lesen kann.
Fast alle Fachbücher sind heute reine Abschreibarbeit. Europa und die Länder haben wichtigere Sorgen als irgend eine sinnlose Fußnote.

Antworten Gast: Ich bin der Meinung
18.02.2011 10:54
0 0

Re: Kindischer geht es nimmer!

Sie haben recht!

Allerdings gebe ich zu bedenken, dass das Problem in diesem Fall tiefer liegt:

Ist es nicht so, dass man dem smarten Gutti einfach vieles nachsah? Wo bleibt Der Rektor der Uni ist um die seiner Uni sehr wohl besorgt.
Der hätte doch zumindest einmal nachschauen können!

Man könnte es auch böswillig formulieren: Früher erschlichen sich die Adeligen die Ländereien und jetzt auch noch akademische Grade.

Meiner perönlichen Einschätzung der Situation wäre Herr von und zu G. gut beraten, seine Schlamperei (oder vielleicht doch die seines Ghostwriters) rasch eoinzugestehen und den Dr. zu retournieren.

Gast: na so was
18.02.2011 06:33
2 1

Einzelne falsch gesetzte Fußnoten seien sicherlich ärgerlich, das könne aber nicht ernsthaft einen Plagiatsvorwurf begründen,

Bester Herr CDU Mann, hier geht es nicht um falsch gesetzte Fußnoten, sondern um ganze Seiten bzw Absätze, die plagiiert, d.h. gestohlen worden sind.

Stehlen von geistigem Eigentum ist ebenfalls Diebstahl.

Noch dazu, wo Dissertanden einen Eid ablegen müssen, dass alles, was nicht durch Fußnoten gekenntzeichnet ist, eigene Arbeit zu sein hat.

Und damit ist es ein Fall für die Aberkennung des Doktortitels und ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Da wir von Guttenberg kennen, dass er stets einen Schuldigen ausser ihm selbst findet, wird es entweder sein Ghostwriter oder sein Doktorvater sein.

Blender.

Antworten Gast: Berichtigender
18.02.2011 10:26
1 1

Re: Einzelne falsch gesetzte Fußnoten seien sicherlich ärgerlich, das könne aber nicht ernsthaft einen Plagiatsvorwurf begründen,

Nicht "CDU Mann", sonder CSU-Mann. Wenn Du nix verstehen, dann nix schreiben!

Antworten Antworten parks rosa
18.02.2011 11:16
1 0

Re: Re: Einzelne falsch gesetzte Fußnoten seien sicherlich ärgerlich, das könne aber nicht ernsthaft einen Plagiatsvorwurf begründen,

ohne kommentar:

"Einzelne falsch gesetzte Fußnoten seien sicherlich ärgerlich, das könne aber nicht ernsthaft einen Plagiatsvorwurf begründen, so Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU)."

Gast: Gast
18.02.2011 04:23
3 0

Gast

Andreas Fischer-Lescano der die Plagiatsvorwürfe gegen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) öffentlich machte, ist Gründungsmitglied des von der SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti aus der Taufe gehobenen “Instituts Solidarische Moderne”, in dem Vertreter von SPD, Grünen und Linkspartei kooperieren. Das berichtet die in Halle erscheinende “Mitteldeutsche Zeitung”

Antworten Gast: .Wähler
18.02.2011 10:28
1 0

Re: Gast

Das gibt dem Sturzflug der SPD neuen Schub.

Gast: Nichtzitiererhasser
18.02.2011 01:58
0 2

Und der KHG erst...

Bitt'schön Herr Weber, überprüfen Sie doch bitte die Diplomarbeit von KHG mit Ihrer software, ich bin sicher, die ist zu 60 Prozent wörtlich abgeschrieben, da wette ich jeden Betrag, das würde total zum KHG Charakter passen... Titel "Die Klein-AG in der Schweiz", 136 lächerliche Seiten, ich wette 70 davon sind abgeschrieben, ääähhh nein nicht abgeschrieben, sondern nur irrtümlich die Zitate vergessen zu kennzeichnen, so wie der Hahn, der hat die Zitate nur eingerückt, sonst nix...

Gast: gast
18.02.2011 00:56
2 0

das kommt davon wenn der ghostwriter schlecht ist

er hätte halt mehr als 30 euro pro seite investieren sollen

Gast: sanoso2
18.02.2011 00:31
3 1

Wer noch nicht?

Man sollte Herrn Guttenberg, wegen eines quasi Kavaliersdelikt, keinen Strick drehen. Eher die Laschheit der Professoren verurteilen!

Gast: kleineTitelÄnderung
17.02.2011 23:46
4 0

statt Dr. jur halt Dr. cp.

Copy & Paste

Antworten Gast: Blankenstein Husar
18.02.2011 02:37
2 0

Re: statt Dr. jur halt Dr. cp.

brillant.

Antworten TakaTuka
18.02.2011 02:18
2 0

Re: statt Dr. jur halt Dr. cp.

Ich gratuliere Ihnen zu diesem Kommentar. Danke für das "Herzhaftlachenmüssen".

Gast: gast
17.02.2011 23:35
4 0

„Die wichtigste Politikereigenschaft ist das Vertrauen. Wer das verspielt, hat ein Problem“

Dann soll er halt nach Österreich kommen, hierzulande spielt Glaubwürdigkeit schon lange keine Rolle mehr.
Es zählt einzig und allein die Farbe, es gibt zum Glück genug Menschen die schon von ihren Eltern und Großeltern gelernt haben, was man ein Arbeiter, ein Bauer oder was auch immer zu wählen hat.

Und unter uns, blöder wie da Darabos kann er sich nicht anstellen, selbst ohne Doktor Titel.

Gast: Gast
17.02.2011 23:33
0 1

Freund werden ihm schon einen neuen Job finden

welch Heuchelei und Schoentun.

Gast: Velferd
17.02.2011 23:26
4 0

Dr. copy & paste (summa cum fraude)

Fragt ein Praktikant im Verteidigungsministerium: Wo ist denn hier der Kopierer? Antwort: Der ist auf Truppenbesuch in Afghanistan.
http://www.youtube.com/watch?v=h-Uch4jvJIU

 
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