Eine Million Menschen feiern auf dem Tahrir-Platz

18.02.2011 | 13:16 |   (DiePresse.com)

In Kairo wird eine Woche nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak bei einer Massendemonstration gefeiert. "Wir wollen den Druck auf das Militär aufrechterhalten", sagt einer der Demonstranten.

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Über eine Million Menschen haben in  Kairo auf dem zentralen Tahrir-Platz an den Freitagsgebeten teilgenommen, bei denen die Militärherrscher zu zügigen Reformen aufgefordert wurden. Genau eine Woche nach dem Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak folgten die Demonstranten einem Aufruf der Demokratiebewegung, den "Freitag des Sieges" feiern.

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"Ägypten ist groß"

Die Kundgebungen fanden in einer entspannten und friedlichen Atmosphäre statt. Auf dem Tahrir-Platz  spielte eine Armeeband "Ägypten ist groß". Die Menschen sangen mit, schwenkten von Soldaten ausgegebene Landesflaggen und riefen: "Armee und Volk sind eins". An den zwölf Zugängen zum Platz waren Panzer aufgefahren, Soldaten und Organisatoren durchsuchten jeden, der auf den riesigen Platz gelangen wollte. Es wurde damit gerechnet, dass nach dem Mittagsgebet am Freitag weitere Zehntausende Menschen zum Tahrir-Platz strömen.

"Wir wollen den Druck auf das Militär aufrechterhalten", sagte ein Aktivist. Seit dem Rücktritt von Mubarak am Freitag vor einer Woche regiert in Ägypten das Oberkommando der Streitkräfte.

Gedenken an die Toten

Bei der Kundgebung auf dem Tahrir-Platz wurde auch der 365 Menschen gedacht werden, die bei den 18-tägigen Protesten ums Leben gekommen sind. Der Tahrir-Platz war der Mittelpunkt der landesweiten Demonstrationen gegen das Mubarak-Regime. Auch eine Woche nach dem Sturz Mubaraks hat sich das Leben in der Hauptstadt nicht normalisiert: Panzer fahren durch die Straßen, Banken und Schulen sind geschlossen und Arbeiter streiken.

Viele Ägypter machen sich Sorgen, dass die Demokratisierung nicht Bestand haben könne. "Die Ägypter müssen wachsam bleiben. Wir müssen aufpassen und die Errungenschaften schützen", sagte ein 46-jähriger Bauarbeiter auf dem Platz. Der einflussreiche Geistliche, Scheich Jusef al-Karadawi, verlangte in seinem Freitagsgebet eine neue Regierung und die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen. "Ich appelliere an die ägyptische Armee, uns von der Mubarak-Regierung zu befreien", rief er. In Sicherheitskreisen wurde erwartet, dass Ministerpräsident Ahmed Shafiq am Sonntag oder Montag ein neues Kabinett präsentieren würde. Dies werde hoffentlich dazu beitragen, dass die Menschen wieder in ihr normales Leben zurückkehrten, hieß es.

(APA)

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10 Kommentare
Gast: Eurrora
19.02.2011 10:48
0

Geht der Schuss nach hinten los?

Auch in den USA - Wiscounsen wird zur Zeit Demonstriert . Bisher vermisse ich jedes Komentar darüber ?

Re: Geht der Schuss nach hinten los?


Dort demonstrieren nur ein paar Beamte gegen die Steuerzahler, die sie durchfüttern müssen. Neugebauer-USA lässt grüßen!

In Wien wird statistisch jeden 2. Tag demonstriert.


Gast: pravda
19.02.2011 09:33
0

Mubarak war nur eine Marionette der Militärs

http://tinyurl.com/69478vn

The Egyptian Military runs beach resorts, banks and bread factories. Their subsidiaries manufacture automobiles, televisions, furniture, washing machines and other myriad necessities. They even have the hubris to control the bottle water industry. The brand is named “SAFI” after one of the general’s daughters. From this gigantic conglomeration of businesses, the generals pay no taxes, use drafted workers and buy real estate on advantageous terms. They are not responsible to report anything to the Egyptian people or to the legislature. The ouster of Mubarek was merely a placebo to attempt to cover up the fact that the generals have been the power behind the government.

???

Was für einen Grund gibt es, mein posting zu zensieren, in welchem ich die Vergewaltigung der CBS Journalistin Lara Logan inmitten der demonstrierenden Menge vor einer Woche erwähnte?
War weltweit in den Online-Medien zu lesen, so what???

Re: ???

Aber nein, die Demonstranten würden sowas NIE tun, das sind doch die ganz ganz Guten, die Ägypten jetzt zu einer blühenden Demokratie machen werden.

Was soll das für eine "Party" sein ohne Alkohol?


Keine guten Aussichten

Die nächste Revolution ist wohl schon so gut wie fix. Das was die Leute wollen kann ihnen keine Regierung bieten. Sie werden sich betrogen vorkommen und die Revolution #2 deshalb dann zorniger und extremer angehen. Aber auch der nächste Präsident wird sich ausmalen können, dass es dann nicht nur um seine Vertreibung, sondern höchstwahrscheinlich um sein Leben gehen wird und von vorneherein "besser gerüstet" sein...

Gast: gast
18.02.2011 14:44
1

"How many people are in thair square: Here's how to tell"

http://www.wired.com/dangerroom/2011/02/how-many-people-are-in-tahrir-square-heres-how-to-tell/

Fazit: "I can’t see how 1,000,000 people could fit into this venue."

Aber eine Agentur schreibt von der anderen ab, schreibt von der anderen ab...

Moment

In fast allen Zeitungen und Kommentaren wird die Revolution in Ägypten als Ruck hin zu demokratischen Strukturen hin hoch gejubelt.

Vor der geglückten Revolution:
Angebot von Mubarak und dem Militär nach 6 Monaten freie Wahlen zu erlauben.

Nach der geglückten Revolution:
Angebot des Militärs (diesmal ohne Mubarak) nach 6 Monaten freie Wahlen zu erlauben.

Noch kann ich nicht viel Unterschied erkennen.


Gast: gast
18.02.2011 13:46
1

wird eigentlich in dem land auch gearbeitet

oder wartet man jetzt auf die großzügigen spenden aus übersee, damit kostenlos lebensmittel ausgegeben werden

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