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Muammar Gaddafis Regime zerfällt

21.02.2011 | 18:24 |  Von unserem Korrespondenten KARIM EL-GAWHARY (Die Presse)

Der Volksaufstand erreichte die Hauptstadt Tripolis. Teile der Armee fielen vom Diktator ab, einzelne Diplomaten und der Justizminister traten zurück. Die Stunden von Revolutionsführer Gaddafi schienen gezählt.

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Kairo/Tripolis. Nach fast 42 Jahren an der Macht neigt sich die Zeit von Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi dem Ende zu. Der Volksaufstand, der seit Tagen in den Provinzen tobt, erreichte in der Nacht auf Montag auch die Hauptstadt Tripolis. Blutige Kämpfe brachen aus, mindestens 60 Menschen starben dabei.

Am Morgen danach gingen der Volkskongress sowie etliche Polizeistationen und Regierungsgebäude in Flammen auf. Zahlreiche Geschäfte und Banken wurden geplündert. Angeblich wurde auch die Residenz des deutschen Botschafters in dessen Abwesenheit ausgeraubt.

 

„Kampf bis zur letzten Patrone“

Teile der Armee fielen von Gaddafi ab. Die Polizei war wie vom Erdboden verschluckt. Das Regime schien sich aufzulösen. Justizminister Mustafa Abdel Jalili legte sein Amt nieder.

Auch die ersten libyschen Diplomaten drehten ihr Fähnchen nach dem Wind. In Kairo verkündete der libysche Botschafter bei der Arabischen Liga, Abdel Moneim al-Honi, er nehme fortan an der Revolution teil. Auch Libyens Vertreter in Indien, Ali al-Essawi, trat aus Protest gegen die Massaker in seiner Heimat zurück. Der Botschafter in Wien war für keine Stellungnahme zu erreichen.

In Tripolis strömten am Montag zehntausende Demonstranten auf dem Grünen Platz im Zentrum der Stadt zusammen. „Gaddafi, wo bist du?“, brüllte die wütende Menge. „Komm heraus, wenn du ein Mann bist.“ Doch dann gab es wieder ein Blutbad. Militärflugzeuge schossen in die Menge.

In der Nacht zuvor hatte der Langzeitherrscher seinen Sohn Saif an die Fernsehfront geschickt. Das gab Spekulationen Auftrieb, der Diktator sei bereits geflüchtet. Lange hatte Saif al-Gaddafi als Reformer der Familie gegolten, auch wegen seines Studienaufenthaltes in Wien. Bei seinem TV-Auftritt zeigte Saif nun aber ein anderes Gesicht. „Wir werden bis zur letzten Minute und bis zur letzten Patrone kämpfen“, drohte er mit erhobenem Zeigefinger.

 

Benghazi und Sirte gefallen?

Der Aufstand sei von außen gesteuert, die Anzahl der Toten übertrieben, sagte Saif. Andererseits gab er sich beschwichtigend und versprach eine „historisch nationale“ Reforminitiative, die bereits am Montag im Parlament ausgearbeitet werden sollte. Ein paar Stunden später brannte das Parlament.

Während das Regime um Tripolis kämpfte, schien es bereits die Kontrolle in anderen Städten verloren zu haben. Aus mehreren Quellen verlautete, dass Aufständische die Macht in Benghazi, der zweitgrößten Stadt Libyens, an sich gerissen hätten. Eine ganze Armee-Einheit namens „Donnerschlag“ soll übergelaufen sein.

Auch Sirte, die Geburtsstadt Gaddafis, ist angeblich gefallen. Allein in Benghazi sollen bei Kämpfen an die 200 Menschen ums Leben gekommen sein. Insgesamt gab es laut einer oppositionellen Menschenrechtsorganisation in den vergangenen fünf Tagen 400 bis 500 Tote.

 

Stämme sagen sich los

Auch die Gefolgschaft der Stämme, auf deren Loyalität Gaddafi seine Macht aufbaute, bröckelte. Faraj al Zuway, der Chef des Zawwaya-Clans im Osten des Landes, drohte, den Ölexport innerhalb von 24 Stunden zu stoppen, wenn die Gewalt gegen die Demonstranten nicht aufhört. Auch Akram Al-Warfalli, einer der Chefs eines großen Clans in Libyen, meldete sich öffentlich zu Wort: Gaddafi sei nicht mehr der Bruder seines Stammes, er solle das Land verlassen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2011)

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422 Kommentare
 
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Gast: Biersauer
28.02.2011 17:35
1 0

Den LinksRotGrünen hats hier wohl die Rede verschlagen,

weil da keine warme Luft zum Vorschein kommt, wenn sie zuschaun müssen wie ihr muslimischer Bruder Muhamar vom gemeinen Volke behandelt wird.
Dieser Muhamar hat es sogar wichtig erachtet mit dem rotgrünen Erzfeind JH Geschäfte zu machen und die Tochter dieses Muhamar hat den Schlächter in Bagdad verteidigt, was ihn aber nicht vor dem Galgen retten konnte.
Wäre euch das Liebste, solche Diktatur auch hier in Ö. einzuführen, gell!

Gast: AngelaM
22.02.2011 23:18
1 0

Ja die Deutschen auf die kann man sich verlassen....

"Einen guten Partner erkennt man in schwierigen Tagen", lautete die Parole des Deutsch-Libyschen Wirtschaftstags, den die Libysch-Deutsche Handelskammer am 19. Februar 2010 unter Schirmherrschaft der Deutschen Bank in Berlin ausrichtete.

Gast: Kein Mitleid
22.02.2011 22:16
3 1

Das schockiert mich nicht

Mir tun diese Leute nicht leid. Die Moslems waren immer Sklavenjäger, Verfolgerer anderer Religionen, Völkermörder wie die Nazis.

Gast: Blankenstein Husar
22.02.2011 13:00
3 1

Ach, diese Zeitungsfritzen....

Keiner weiß was, doch alle wissens besser.

Gaddafi weg, Gaddafi da?
Mubarak in Argentinien oder doch im Schwarzwald?
Schiessen die Jabos nun auf die eigenen Leute oder dessertieren die Piloten?
usw.usf.

In jahrzehntelanger Tradition des gleichgeschalteten Propagandapparartes weltumspannender Desinformationsagenturen schreiben alle Journalos in bester Guttenbergmanier vom anderen ab.

Was kann man denen noch glauben?

....die Bundesligaergebnisse und das Fernsehprogramm.....

Antworten Gast: Henna Maas
17.05.2011 07:55
0 0

Re: Ach, diese Zeitungsfritzen....

Ja, so reüssierts du dein trauriges Empfinden über die deinen Kleingeist umgebende Zeitungslandschaft - ein überaus wichtiger Beitrag!! Alle, die dich und dein Klagen bisher nie gehört haben sind schockiert ob deiner Offenbarungen: Jetzt ist alles klar und du "seiest absolutiert" in deiner Einfalt .. oder was ? !

Gast: Oliver (32)
22.02.2011 12:52
2 2

Gadaffi, Haider und die FPÖ: Gleich und gleich gesellt sich gerne.


Gadaffi

wird kein so friedliches Ende wie seine Nachbarn finden. Wir werden ihn noch hängen sehen.

Herr Ruttensdorfer jubelt

Endlich können die Benzinpreise wieder so richtig abheben. Die Kassen klingeln.

Antworten Gast: andkos
22.02.2011 12:21
0 0

Re: Herr Ruttensdorfer jubelt

ob der so jubelt, wenn die förderung in libyen komplett steht?

2 0

Mit großer Liebe und Fürsorge beschützt Gaddafi seine Landsleute vor der Befreiung vom Joch der Undemokratie!

Bei uns schützt GÖD die Höflinge vor der Normalität der Arbeitswelt und bewahrt die Undemokratie der Groko.


der westen leckte dem schnell die gamaschen

und jetzt haben alle hofierer den scherben auf!

über skype kann man noch immer mit tripolis informationen austauschen und die sagen er sei seit tagen weg, das geschwafl vom sohn vor fast 72 stunden aufgezeichnet worden...eine nete familie steht hier irgendwo die vielleicht in kärnten asyl bekommen hätte -

nun wird sie wohl in venezuela landen. neugierig wie lange chavez es noch machen wird!

Jene Leute, die von Haider und anderen aus dessem Umfeld bis vor kurzem hofiert wurden, auf diversen Parties und Veranstaltungen aufgetaucht sind ... jene Leute, mit denen Berlusconi gemeinsame Sache machte und macht ...

diese Leute zeigen der Welt nun was fuer ein wahsinniges Regime von kaltbluetigen Moerdern und Folterern sie schon immer waren.

Antworten Gast: Puccini
22.02.2011 02:07
2 0

Heuchler und Pharisäer...


Also diese Heuchelei ist wirklich nicht auszuhalten. - Die halbe Welt hat mit dem Gadaffi-Regime blendende Geschäfte gemacht. Jetzt, wo er am Ende zu sein scheint, treten die Pharisäer in Scharen auf, um dieses böse Regime zu verteufeln. Jeder, der nur einen Cent an diesem Regime verdient hat, ist im Grunde ein Verbrecher oder Mittäter ---> Österreichs Wirtschaft bejammert die Geschäftsausfälle in Libyen! Soviel zu Ihrem Unwissen um die Zusammenhänge.

http://kurier.at/nachrichten/2075551.php


Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
18.03.2011 18:12
0 0

Re: Heuchler und Pharisäer...

Aber sie wissen schon: wenn sie nur mit "lieben Leuten" Geschäfte machen wollen, stehen sie global muttersselenallein, ganz nackt da! Da schau ich mir dann ihre Geschäfte an!

das stimmt schon ...

wenn auch zwischen Geschaefte machen und persoenlicher Freundschaft und gemeinsamen Parties feiern doch noch ein Unterschied besteht, finde ich.

Antworten Antworten Gast: gast
22.02.2011 09:41
0 0

Re: Heuchler und Pharisäer...

tja, wie gesagt, wer sich mit denen einläßt darf sich nicht wundern....

aber unseren firmen ist ja das geld wichtiger um das sie nun bangen.

Gast: Nachrichtendienst
22.02.2011 00:22
4 4

Der islamist. Lieblings-Diktator der FPÖ fällt !


Gut so !

Gast: Hugowitsch
22.02.2011 00:16
1 1

Frage:

Warum brauchen wir unbedingt Eurofighter? Na, klingelts?

1 0

Re: Frage:

Wann haben sich die Österreicher jemals gegen die Obrigkeit erhoben?
In Österreich wirdst du so ein Volk vergeblich suchen!

Gast: abc321
22.02.2011 00:12
7 2

Frage:

Warum schreien die Menschen eigentlich bei ALLEN Videos andauernd "allahu akbar"?

0 1

Re: Frage:

Das tun die Menschen bei uns genau so.

Haben Sie noch nie denAusruf "oh Gott, oh Gott", oder in Amerika "Oh my god" gehört?

Re: Re: Frage:

Ich weiß nicht wo du dich herumtreibst, aber ich habe noch NIE gehört, dass das eine aufgebrachte Menge gerufen hat.

Wenn eine wütende Menge Religiöses skandiert, ist das kaum ein gutes zeichen, zumindest für diejenigen, die einer anderen Religion angehören!

0 0

Re: Re: Re: Frage:

Eine Menschenmenge, die Zeuge besonders grässlicher Szenen wird, ruft sehr wohl "oh Gott, oh Gott".

Aber Sie kennen natürlich die Gemütslage der Menschen sehr genau, die Sie im Fernsehen nur hören können. Sie wissen ganz genau, dass diese Menschen nur wütend und nicht auch ängstlich und betroffen sein könnten!

Sie sind wahrscheinlich ein außerordentlich begabter Mensch!

Re: Frage:

Das darf hier nicht diskutiert werden.

Libyen besitzt 7,5% der UniCredit


Deshalb ist UniCredit-Aktien fielen um 6% heute. Siehe Reuters-Bericht:
http://uk.reuters.com/article/2011/02/21/libya-protest-unicredit-idUKLDE71K2B820110221

Wird die österreichische Regierung jetzt handeln, um Bank Österreich von der Finanzierung der Ermordung des libyschen Volk zu stoppen?

Wird die österreichische Regierung ehrlich diese Frage beantworten?
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_07341/index.shtml

Grüße aus Dublin,
http://whistleblowerirl.blogspot.com/

UniCredit Irlands EX Risikomanager

Gast: Der Betrachter
21.02.2011 23:38
0 0

Massaker in Libyen

Wer sind jetzt die Guten?

 
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