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Libyen: 300 Tote bestätigt - Druck auf Gaddafi steigt

23.02.2011 | 22:57 |   (DiePresse.com)

Der Osten des Landes feiert schon die Befreiung vom Gaddafi-Regime. Immer mehr Getreue fallen vom "Revolutionsführer" ab. Die AUA stellt die Flüge von Tripolis ein, 70 Österreicher müssen auf anderem Weg nach Hause.

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In der Nacht hatte der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi in einer verstörenden Rede von seinem Märtyrertod gesprochen und ein Gemetzel angedroht, nun fallen immer mehr Getreue von ihm ab. Auch international steigt der Druck: Der UN-Sicherheitsrat hat ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Demonstranten gefordert, US-Präsident Barack Obama und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso haben die Gewalt verurteilt.

Zeitgleich steigt die Zahl der Todesopfer. Nach offiziellen Angaben sind mindestens 300 Menschen ums Leben gekommen, 189 Zivilisten und 111 Militärangehörige. Der in Frankreich ansässige Internationale Verband der Menschenrechtsligen (FIDH) sprach dagegen von mindestens 640 Toten seit Beginn der Proteste vor rund einer Woche. "Wir haben keine vollständigen Informationen, gehen aber davon aus, dass Schätzungen von etwa 1000 Toten glaubwürdig sind", erklärte Italiens Außenminister Franco Frattini am Mittwoch.

Mehrere Städte feiern "Befreiung"

Die Situation in Libyen ist weiterhin unübersichtlich. Parlamentspräsident Mohamed Swei sagte, in den meisten großen Städten sei wieder Ruhe eingekehrt. Der libysche UNO-Botschafter Dabbashi berichtete hingegen von neuer Gewalt im Westen des Landes. In der Hauptstadt Tripolis wurde am neunten Protesttag die Präsenz der Sicherheitskräfte verstärkt.

--> Augenzeugen berichten von Massakern in Tripolis.

Die Kontrolle über den Osten des Landes scheint Gaddafi bereits verloren zu haben. In mehreren Städten feierten die Bewohner bereits die "Befreiung" ihrer Region. Auch die größte Stadt im Westen der Landes, die Küstenstadt Misurata, soll sich in der Hand der Protestteilnehmer befinden.

(c) AP (Malla)

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Gaddafi selbst soll sich mit vier Brigaden der Sicherheitskräfte auf dem Stützpunkt Bab al-Asisija in Tripolis verschanzt halten. Das verlautete aus gut unterrichteten Kreisen in Tripolis.

Einem Bericht der Zeitung "Kuryna" zufolge ist am Mittwoch ein Kampfflugzeug abgestürzt, nachdem die Piloten einen Befehl zum Angriff auf die Stadt Benghazi verweigert hatten. Den Angaben zufolge verließen der Pilot und der Co-Pilot die Maschine kurz vor dem Absturz in der Nähe der Stadt Ajdabija und sprangen mit Fallschirmen ab.

Gaddafis bizarre Rede: ''Werde bis zum letzten Tropfen Blut kämpfen''

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Ansturm von Flüchtlingen befürchtet

Wegen der dramatischen Entwicklungen befürchtet Italien einen Massenansturm von Flüchtlingen in Richtung Süditalien. "Wir wissen, was auf uns zukommt, wenn das libysche System zusammenbricht: eine Welle von 300.000 Migranten. Und das sind noch vorsichtige Schätzungen." Sein Land müsse sich auf einen "biblischen Exodus" vorbereiten, erklärte Außenminister Frattini.

Auch die Hilfsorganisation Roter Halbmond warnte vor der "katastrophalen Bedrohung" eines Massenexodus. Innerhalb von zwei Tagen seien bereits mehr als 5700 Menschen aus Libyen ins benachbarte Tunesien geflüchtet.

Libysche Botschaft distanziert sich von Regime

Die libysche Botschaft in Wien hat am Mittwoch die Gewalt gegen Demonstranten "verurteilt" und sich vom Regime in Tripolis distanziert: "Die Botschaft vertritt das libysche Volk und will den Familien der Opfer ihre tiefste Anteilnahme ausdrücken", hieß es in einer Erklärung. Die Weltgemeinschaft müsse konkrete Maßnahmen setzen, um die Zivilbevölkerung zu schützen.

Libysche Diplomaten in verschiedenen Teilen der Welt hatten sich zuvor bereits von Gaddafi losgesagt. Auch Innenminister Abdel Fatah Junes trat zurück und stellte sich hinter die Protestbewegung.

Im Zelt des Diktators: Wie der Westen Gaddafi hofierte

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Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad appellierte am Mittwoch an Gaddafi, den Willen der Menschen zu respektieren: "Anstatt Menschen zu töten, höre auf sie." Erst am vergangenen Wochenende war eine Protestkundgebung der Opposition in Teheran von der Polizei brutal niedergeknüppelt worden, ein Demonstrant wurde dabei erschossen.

Österreich plant Fahrzeugkonvoi zur Evakuierung

Laut EU-Kommission befinden sich noch rund 10.000 EU-Bürger in Libyen. Asiatische Staaten trafen Vorbereitungen, um insgesamt 100.000 Arbeiter in ihre Heimatländer zurückzuholen.

Nach Angaben des Außenministeriums befinden sich in Libyen noch rund 70 ausreisewillige Österreicher. Nachdem die AUA ihre Flüge bis Sonntag vorerst eingestellt hat, wird versucht, den 30 Ausreisewilligen in Tripolis die Ausreise über den Landweg zu ermöglichen. Für die 40 bis 45 Österreicher in anderen Landesregionen wird eine Evakuierung über den Seeweg versucht. Rund 15 Österreicher wollten im Land bleiben.

Am Mittwochabend war erneut eine AUA-Maschine, die am Vormittag von Wien nach Tripolis geflogen war, in Wien gelandet. Die AUA hat mit der Landung der Linienmaschine am Mittwochabend ihre Flüge nach Libyen vorerst eingestellt. Die Informationslage sei jetzt nicht mehr eindeutig und lasse daher derzeit keine klare Beurteilung der Situation in Tripolis zu. "Wir beobachten die Lage weiter sehr genau. Wir treffen am Montag weitere Entscheidungen", erklärte das AUA-Management.

(Ag./Red.)

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876 Kommentare
 
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zombie1969
06.03.2011 13:26
2 0

Und wieder das ablenkende Wort "Flüchtlinge"

Es handelt sich also um Flüchtlinge. Dann allerdings fragt sich wo denn die verletzlichsten in Krisen, Frauen und Kinder, auf diesen Bilder sind die täglich die Runde machen. Bleiben die etwa zurück um das Land wieder aufzubauen? Aber machen wir uns nichts vor, es sind hauptsächlich junge Männer auf der Suche nach Arbeit oder aus Gefängnissen geflohene Kriminelle. Und die wollen in der Regel nicht nach I, E oder P, sondern nach GB, D, CH, NL oder B. Und das hat seine Gründe im Sozialsysstem dieser Länder. Leider erfolgt dieser Zustrom erneut zu Lasten von Frauen und Kinder, die keine Chance zur Flucht haben. Das weiss inzwischen wirklich jeder. Dann muss klar zur Kenntnis genommen werden dass in Europa die Ressourcen zur Aufnahme weiterer Menschen nicht vorhanden sind. Ausser Heerscharen eigener arbeitsloser Mitbürger und leerer Staatskassen ist nichts zu sehen momentan in Europa. Somit bleibt nur, die Ankommenden umgehend zurück zubringen. Wenn nur einige bleiben können wird das die Runde machen und der Kreislauf beginnt. Ein Kreislauf der weder für die Menschen hier noch den Menschen aus Nordafrika langfristig etwas bringt. Es müssen harte Entscheide fällen jetzt, da kommt man nicht mehr darum herum. Aber es ist besser als es erneut schleifen zu lassen wie die Jahre zuvor schon.


Gast: Salat, Pizza, Pasta
28.02.2011 11:02
3 0

In Italien ist überfordert sein

der Normalzustand.

Maverick52
28.02.2011 09:14
2 0

die Frage

ist doch warum helfen die anderen Arabischen (extrem reiche Länder) nicht "ihre Brüder" mit Geld und bieten ihnen die Zuflucht an?
Des Rätsels Lösung ist eine sehr einfache, da in diesen Ländern auch Clan`s die Herrschaft über ihre Menschen haben sind sie absolut nicht an Flüchtlingen interessiert und bereit nur irgend etwas dafür zu tun, gescheige sie aufzunehmen und ausserdem gibt es wohl keinen Grund mehr "wegzulaufen"

2 0

falsche Partei?

die Forderung nach Taten seitens "der anderen" ist doch eigentlich die oberstes Prinzip der SPÖ, oder? Die ideologischen Grenzen scheinen sich in der Tat immer mehr zu verwischen.

Antworten Gast: ich hab' die Haare schön!
27.02.2011 20:15
0 2

Weil ich g'rad beim Abwaschen bin....

vielleicht verwischt dir der kummulierte Alkoholkonsum den Schein, Schatzi!?

Antworten Antworten Gast: ROTER OKTOBER
27.02.2011 21:09
0 1

Re: Weil ich g'rad beim Abwaschen bin....

"kummulierte" - falsch
"kumulierte" - richtig

0 0

Re: Re: Weil ich g'rad beim Abwaschen bin....

danke "ROTER OKTOBER" - allerdings zahlt es sich nicht aus auf die Postings des Schönhaarträgers zu antworten. Der/die bewegt sich einfach auf zu tiefem Niveau, wie auch seine/ihre übrigen Meldungen hier erkennen lassen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ich hab' meine Haare schön!
28.02.2011 09:10
0 1

Re: Re: Re: Weil ich g'rad beim Abwaschen bin....

Na, wer wird denn annehmen, dass meinereins auf deine Antwort neugierig ist?
Verglichen mit deinen Wortmeldungen ist das Geschnatter von Friseusen sicher erbaulicher, Schatzi!

enzo
26.02.2011 22:15
1 1

Ein komischer Zufall oder doch von Interessenten gesteuert ??

Wer hätte großen Nutzen davon wenn Europa auf Grund von enormen Flüchtlingszahlen in Schwierigkeiten gerät ???
Was würde die USA stärker treffen als eine Änderung von Petrodollar zum Petroeuro ???
Wo waren die Informationen von den Geheimdiensten CIA ect ????
Hilft es der USA einen Pertoeuro zu verhindern wenn Europa in unlösbare Problemen durch Flüchtlingsmillionen in größte finanzielle Nöte gebracht wird von Unruheherden ganz zu schweigen.
Die Revolutionswelle an Facebook festzumachen ist mehr als naiv !!!
Wenn Facebook der Faktor wäre müßten koruppte Regierungen die in der EU leider den Standard darstellen ja schon Sorgen machen das es nicht auch hier beginnt !!!!

Antworten kahuna
27.02.2011 04:54
1 0

Re: Ein komischer Zufall oder doch von Interessenten gesteuert ??

Petroeuro und das währende der Krisen in een PIGS Staaten.
Geht'S noch verschrobener?

Gast: Neutralo
25.02.2011 22:24
1 0

Europäische Solidarität

Der ehemalige Europaparlamentarier und jetzige Außenminister glaubt also, dass andere Soldaten in einen möglichen Einsatz nach Libyen gehen sollten. Das würde besonders skandinavische Soldaten treffen, die derzeit zum großen Teil die zweite, von der EU bereit gehaltene Battlegroup bilden. Die sollen dann unsere Landsleute herausholen, die vor allem für die OMV arbeiten und damit unseren Wohlstand mit erwirtschaften.
Ein eigenartiges Verständnis von Solidarität eines Ministers aus einem Land, das genauso wie Schweden seit 16 Jahren Mitglied in der EU ist. Offenbar hat dieser Zeitraum nicht gereicht, im ÖAAB den notwendigen Gesinnungswandel von der Trittbrettfahrer-Neutralität zum gemeinsamen europäischen Denken herbeizuführen. Was wird sich da wohl Alois Mock denken? Und letztendlich bin ich schon gespannt, welch zukunftsfähiges Potenzial Außenmininister Spindelegger in die neue nationale Sicherheitsstrategie einbringen wird. Unterstützung der EU-Sicherheitspolitik nur ganz sicher dann wenn es uns passt und sicher nie etwas passieren kann?

Antworten Gast: alatheus
26.02.2011 07:27
0 0

Re: Europäische Solidarität

In der "ZiB 2" sprach er davon, dass er sich auch die Beteiligung österreichischer Soldaten an einem Kampfeinsatz in Libyen vorstellen könne. Er ändert seine Meinung offenbar alle 24 Stunden. Und die EU scheint unfähig, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen. Bei der UNO scheint es eine ähnliche Situation zu geben.

Arethas
25.02.2011 18:07
4 1

Treppenwitz

Ironie der Geschichte: Wären Tunesien, Algerien und Libyen Kolonien geblieben, wären sie heute Teil der Europäischen Union.

Aber sie wollten ja nicht.

Darum sollen sie auch jetzt draußenbleiben.

Antworten Gast: Ich_will_ein_Adeliger_werden
25.02.2011 18:54
2 2

Re: Treppenwitz

Immer dass gleiche Schema/die gleiche Vorgehensweise! Früher hat man es den Krieg gegen die Ungläubigen genannt.. (Kreuzzüge) usw.. um sich die Ressourcen des Landes anzueignen! (Gold) Heute sind es die Islamisten. (ÖL)
Seit dem Streik ist der Erdölpreis und wie gestiegen!..
Ironie* Das ist auf jeden Fall ein Angriffsgrund um den Adeligen in Lybien zu stürzen und sich die Energie-Zufuhr für eineige Provinzen in der EU abzusichern..
Off
Das Lybische Volk gehört doch schließlich beschützt!

ps von wo und wem haben die Terroristen/Staatsputscher/ Aufständischen die Waffen geliefert bekommen?


Antworten Antworten Gast: Der King
26.02.2011 11:32
0 0

Re: Re: Treppenwitz

Hiermit erhebe ich Sie in aller Form in den Adelstand, ernenne sie zum Ritter des größten Geschwafels zu Österreich und Verleihe Ihnen und all Ihren Nachkommen (falls Sie welche haben und diese damit einverstanden sind) zum Tragen dieses Titels mit oder ohne Würde, ganz nach Ihrem Belieben.

Antworten Antworten Arethas
25.02.2011 19:46
0 0

Re: Re: Treppenwitz

Gold im Heiligen Land? Da hätten die Ritter zuhause bleiben können.

0 0

Re: Re: Re: Treppenwitz

Es geht um den Nutzen!

Früher waren es andere Länder, welche einen wirtschaftlichen Nutzen hatten! Heute ist es Öl..

Antworten Antworten Antworten Antworten Arethas
25.02.2011 20:29
0 0

Re: Re: Re: Re: Treppenwitz

Na und? Glauben Sie, denen ginge es besser, wenn sie ihr Öl behielten? Was sollen die denn damit machen?

Die Araber vor 1.000 Jahren haben Europa als Sklavenreservoir gesehen. Pech für sie, dass sie waffentechnisch zurückblieben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Ehrliche_Politik_?
25.02.2011 21:22
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Treppenwitz

Gute Argumente!
Nur wir leben im 21 Jahrhundert..
Rache ist nicht so gut wie Sie es darstellen!
Alternative Energien wären die Absolution in der Eu /auf der Welt! Dann müsste die Eu kein Land angreifen wegen der Resourcen.
Like ..
Aber Korruption, kann man nicht vermeiden werden.. naja nur ca 40 Anwälte gegeg Ant-Korruption..

verstehe Sparmaßnahmen. :-(

Antworten Gast: ROTER OKTOBER
25.02.2011 18:54
2 1

Re: Treppenwitz

Wohl eher ein "Deppen"-Witz!
Hat deine Peinlichkeit überhaupt keinen Boden?

Antworten Antworten Arethas
25.02.2011 19:50
0 0

Re: Re: Treppenwitz

Sie als Experte für Peinlichkeit kennen sich da sicher bestens aus.

Polyflatus
25.02.2011 17:41
0 0

Beachten Sie bitte das aufschlussreiche Foto zu diesem Artikel

Das Boot ist voll.
~

die anderen mal wieder...

Ach so ist das. Österreich nimmt mit 200 Soldaten an der aktuellen EU
Battlegroup teil, übt gemeinsam mit den Soldaten aus anderen Ländern
und macht diese Battlegroup damt einsatzfähig. ABER wenn dann über
einen Einsatz der Battlegroup nachgedacht wird, sind wir gleich wieder
raus. Jaja wir sind dabei, die anderen sollen uns schützen und wenns
dann unangenehm wird, sollen sich die anderen eine blutige Nase holen
- wir sind ja neutral - eine Schande ist das!

Antworten Gast: gast
25.02.2011 15:26
1 0

Re: die anderen mal wieder...

das florianiprinzip stammt ja nicht ungefähr von österreich ;-)

http://de.wikipedia.org/wiki/Sankt-Florian-Prinzip

gofy
25.02.2011 14:10
16 2

eine frage dazu:

wieso flüchten nur junge männer?
was ist mit den frauen?
und wieso bauen diese jungen männer nicht ihre heimat neu auf?

Antworten enzo
25.02.2011 16:47
6 0

Re: eine frage dazu:

Weil hier die Sozialtöpfe zu leeren bereit stehen !!
Warum soll sich seiner in der Heimat den Buckel krumm arbeiten wenn in der EU die Länder mit dem besten Sozialsystem sowie die Unterstützung der Linken und Gutmenschen locken ???

 
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