Insider: Gaddafi parkte 30 Milliarden Dollar in Österreich

02.03.2011 | 21:06 |  Christian Ultsch (Die Presse)

Am 21. Februar setzte sich der Vizechef des libyschen Staatsfonds nach Wien ab - mit einem österreichischen Pass. Ist er Gaddafis Strohmann in Wien?

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Ums Geld musste sich Muammar al-Gaddafi in den vergangenen Jahren keine großen Sorgen machen. Aus Libyens Öleinkünften flossen, je nach Preis pro Fass, täglich bis zu 80 Millionen Dollar in seine Privatschatulle. Sein persönliches Spielgeld, das er nach Gutdünken verteilen oder anlegen konnte, betrug pro Jahr also fast 30 Mrd. Dollar (insgesamt lagen Libyens Öleinnahmen zuletzt bei 50 Mrd.). Das erfuhr die „Presse" von einem Ex-Vertrauten des „Revolutionsführers". Aus Angst vor Vergeltung wollte der Informant anonym bleiben.

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Sein Vermögen lässt Gaddafi angeblich in etwa 800 Beteiligungen in 73 Ländern rund um die Uhr für sich arbeiten. Das Clearing House dieser weltweiten Finanztransaktionen befinde sich in Luxemburg. Allein in Österreich hätten der Diktator und sein Clan rund 30 Mrd. Dollar veranlagt, schätzt der Insider. Das wäre weitaus mehr als die 1,2 Mrd. Euro libyscher Gelder, die Nationalbankpräsident Ewald Nowotny auf österreichischen Konten unter die Lupe nehmen wollte und zunächst gar nicht dem Regime in Tripolis zuordnen konnte.

Schlüsselmann Mustafa Zarti

In Österreich schaufelten Gaddafi und sein Clan ihr Geld angeblich vor allem in Stiftungen, die wiederum querbeet investierten. Als Eigentümer traten der Diktator und seine acht Kinder dabei nicht in Erscheinung. In jeder größeren Hauptstadt gab es den Insider-Informationen zufolge einen Freund der Familie, der über die Geschäfte wachte. In Wien könnte diese Schlüsselrolle ein Mann namens Mustafa Zarti gespielt haben.

Er gilt als mit Saif al-Islam Gaddafi, dem zweitältesten Sohn des Diktators, befreundet. Gekreuzt hatten sich ihre Wege während ihres Architekturstudiums in Libyen, enger in Kontakt traten sie jedoch erst in Wien. Zartis Bezug zur Stadt war ein familiärer: Sein Vater hatte beim Opec-Fund gearbeitet, Saif wiederum die Imadec-Privat-Uni im 13. Bezirk besucht. Die Bekanntschaft war der Karriere Zartis jedenfalls nicht abträglich; er stieg binnen kürzester Zeit an die Spitze der libyschen Finanz- und Wirtschaftswelt auf. Als Vizegeschäftsführer des Staatsfonds Libyan Investment Authority, LIA, ist er Herr über ein Multimilliardenreich.

Gaddafis Mann für alle Fälle

Doch nicht nur das: Zarti ist gleichzeitig im Vorstand der National Oil Corporation, Chef des Öl- und Tankstellenkonzerns Tamoil, und nebenbei auch noch für den Thunfischfang vor der libyschen Küste zuständig. Ein Mann für alle Fälle. Und auch für Besuche in Wien, wo seine Schwester lebt, findet er immer wieder Zeit. Kümmert sich der Multifunktionär um die Privatgeschäfte der Gaddafis?

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Kümmert sich der Multifunktionär um die Privatgeschäfte der Gaddafis?

Am Nachmittag des 21. Februar, als das libysche Regime bereits heftig wankte, bestieg Zarti nach Informationen der „Presse" in Tripolis eilig eine Maschine der AUA, nahm in der Businessclass Platz und flog nach Wien. Der Insider glaubt, dass Zarti hier sein könnte, um Gaddafi-Gelder flüssig zu machen. Für eine Stellungnahme war Zarti zunächst nicht erreichbar.

Kontensperre beantragt

Man kennt Zarti in Österreich, die einen als lebenslustig und dynamisch („ein guter Typ"), die anderen als zunehmend präpotent. Wie auch immer: Zu befürchten hatte zunächst nichts: Name findet sich auf keiner Sanktionenliste. Gegen ihn liegt auch kein Einreiseverbot vor. Nach Erscheinen des „Presse"-Berichts bat jedoch Außenminister Michael Spindelegger die Nationalbank, sofort die Konton Zartis zu überprüfen und allenfalls zu sperren.

Außerdem besitzt Mustafa Zarti ein Dokument, das ihm in diesen Tagen recht nützlich sein kann, auch bei Geschäftstransaktionen: Der Vizechef von LIA, dem größten Staatsfonds Libyens, hat seit 2006 einen österreichischen Pass (Gültigkeit bis 2016). Dies bestätigten Behörden in Wien gegenüber der „Presse" . Warum er den Pass erhielt, ist unklar.

Trotz seiner zahlreichen Besuche schloss Zarti für den Staatsfonds nie offiziell einen größeren Deal in Österreich ab. Einmal gab es einen Einstieg bei Wienerberger, doch wegen versäumter Fristen blieb es bei einer Promillebeteiligung. Dafür soll die Familie Gaddafi, so erzählt der Ex-Vertraute des Clans, viel Geld auf weniger offensichtlichen Wegen in Österreich investiert haben: in Fabriken, Villen, Wälder, Infrastruktur und verschiedenste Beteiligungen.

(c) First Energy Bank Mustafa Zarti: Ist er Gadaffis Strohmann in Österreich?

(c) First Energy Bank Mustafa Zarti: Ist er Gadaffis Strohmann in Österreich?

Auf einen Blick

Mustafa Zarti (links im Bild) soll als Strohmann für Gaddafi Gelder des libyschen Diktators in Wien angelegt haben. Der Geschäftsmann verfügt seit 2006 auch über einen österreichischen Pass.

Im Zelt des Diktators: Wie der Westen Gaddafi hofierte

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 3. März 2011)

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372 Kommentare
 
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Gast: gast
11.03.2011 01:51
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zahlen

"80 Millionen Dollar in seine Privatschatulle. Sein persönliches Spielgeld, das er nach Gutdünken verteilen oder anlegen konnte, betrug pro Jahr also fast 30 Mrd. Dollar "

also diese zahlen kommen mir doch weit überzogen vor!

dann wäre er innerhalb 2 jahren reicher als bill gates.

und 30 mrd. muss man mal parken können.

Der Duft Europas

Diese Flüchtlinge werden nun merken wie gut es ihnen schon auf einem deutschen Kriegsschiff oder in einem französischem Flugzeug geht. Somit dürfte es eine Frage der Zeit sein bis sie in D, F, CH etc. auftauchen und Asyl stellen. Wie zigtausende andere auch. Und wer erst mal in D, F, CH oder einem anderen europäischen Land ist, geht in der Regel nicht mehr. Darüber täuschen auch die paar Abschiebungen nicht hinweg die man zwischendurch unter grossem finanziellen Aufwand durchführt. In der Regel bleiben die
angeblichen Flüchtlinge und erhalten nach und nach die Aufenthalts-Arbeitsgenehmigung, ev. Sozialhilfe und am Schluss den Pass des
Landes in dem sie sich aufhalten. Dieses System, an dem eine ganze Sozialindustrie jährlich Milliarden verdient, wird man in absehbarer Zeit nicht brechen können da sich dieses Systen schon zuweit in sämtlichen Institutionen der Zielländer eingenistet hat. Somit bleibt dem Bürger lediglich die
anfallenden Kosten mit seinem Steuergeld weiterhin

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Re: Der Duft Europas

und sie haben keine ahnung.
es gibt sogar leute die hier geboren sind und weggehen.
die ertragen nämlich die scheinheilige politik und miserable wirtschaftspolitik nicht mehr und lassen sich nicht ausnehmen damit die parteigünstlinge gefüttert werden können. und ich betone jetzt, dass betrifft alle politschen farben!

Der Duft Europas

Diese Flüchtlinge werden nun merken wie gut es ihnen schon auf einem deutschen Kriegsschiff oder in einem französischem Flugzeug geht. Somit dürfte es eine Frage der Zeit sein bis sie in D, A, CH etc. auftauchen und Asyl stellen. Wie zigtausende andere auch. Und wer erst mal in D, A, CH oder einem anderen europäischen Land ist, geht in der Regel nicht mehr. Darüber täuschen auch die paar Abschiebungen nicht hinweg die man zwischendurch unter grossem finanziellen Aufwand durchführt. In der Regel bleiben die angeblichen Flüchtlinge und erhalten nach und nach die Aufenthalts-Arbeitsgenehmigung, ev. Sozialhilfe und am Schluss den Pass des Landes in dem sie sich aufhalten. Dieses System, an dem eine ganze Sozialindustrie jährlich Milliarden verdient, wird man in absehbarer Zeit nicht brechen können da sich dieses Systen schon zuweit in sämtlichen Institutionen der Zielländer eingenistet hat. Somit bleibt dem Bürger lediglich die anfallenden Kosten mit seinem Steuergeld weiterhin begleichen.

Antworten Gast: hdh
06.03.2011 18:41
0 1

Re: Der Duft Europas


So ein erbärmliches Geschöpf, dieser zombie1969.


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Re: Re: Der Duft Europas

erbärmlicher als der hdh ist keiner.

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Die Schiffe dürften aber vorerst vor allem in humanitärer Mission agieren: Sie sollen 110.000 ägyptische Gastarbeiter, die an der Grenze zu Tunesien gestrandet sind, in ihre Heimat zurückbringen. Spanien entsendet zu diesem Zweck Transportflugzeuge nach Tunesien, und Italiens Regierung gab bekannt, sich ebenfalls mit Flugzeugen und Kriegsschiffen zu beteiligen. Zudem will Rom ein Flüchtlingslager in Tunesien für 50.000 Insassen errichten

Wie nett von den Ungläubigen. Ich bin sicher, dafür wird man in aller Welt beim Freitagsgebet in den Moscheen für den Segen ihrer Helfer beten.
Oder wird man, wenn die "Rebellen" über Gaddafi dank europäischer Unterstützung gesiegt haben, wieder nur Allahu akbar schreien?!

Nein! Das glaube ich nicht. Dieses Mal kommt alles anders, jawohl!

Gast: Nachdem
04.03.2011 19:01
0 0

Sorry

Will Obama Islamistische Regierungen in Mittelmeerraum gegenüber Old Europa installieren?

Gast: Gast6
04.03.2011 17:35
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ständig erneuerte infos hier;

http://www.bernerzeitung.ch/ausland/die-arabische-revolution/Briten-beschlagnahmen-libysches-Geldschiff/story/10116215?dossier_id=852

...die Schweizer mögen Gadda & Sons besonders NICHT...verständlich! Aber auch erklärbar, für mich, inzwischen, WARUM diese G`s sich aufführten, als ob Ihnen schon halb europa gehörte...weil das *WAHR* ist !!!

Gast: hermann
04.03.2011 11:40
0 0

geld gebunkert in duba

The following names represent about 31 billion US dollars, much of which is in Dubai banks:

1- Mustafa Zarti, Austrian passport

2- Mohamed Ismael

3- Waleed al-Jahmi (Italian and Libyan passports)

4- Ali Ibrahim Dubaiba

5- Ibrahim Ali Dubaiba

6- Ussama Ali Dubaiba

7- Abdul Hamid Ali Dubaiba

8- Ahmed Qaddaf ad-Dam

9- Abdullah Mansour

10- Farhat bin Qadara (Governor of Central Bank of Libya)

11- Ihmeed Abdul Salam Abdul Hadi, cousin of Muammar Qaddafi: his fortune of aroud 1,2 billion dollars in in Dubai banks.

12- Muhamed Abdullah Sanoussi (son of Abdullah Sanoussi, took part in firing at Benghazi protestors, thought to have be in London)

13- Ammar Ltayyef

14- Amran Abu Kraa

15- Abdul Rahman Karfakh

16- Khaled al Khouwailidi al Humaidi (son of Khouwailidi al Humaidi)

17- Al- Baghdadi al-Mahmoudi

18- Abdul Majeed al-Mabrook al-Quud

19- Maatouk Mohamed Maatouk

20- Yassin al-Turaiki

21- Masaab Mustafa al-Kharoubi

22- Mohamed Shukri Ghanem (son of ex prime minister Shukri Ghanem)

23- Al-Saddiq Bakeer

24- Massoud Abdul Hafeez

25- Omar Massoud Abdul Hafeez

26- Ihmida Mohamed Sanussi


Antworten Gast: Hella
04.03.2011 11:54
0 0

Re: geld gebunkert in duba

Vielleicht ist das eine Idee weiter zu forschen was noch in Österreich auf welche Namen liegt!!!

Gast: mustafa zarti
04.03.2011 11:33
0 0

reisepass

hoffentlich hat seine frau die er ja mit pomp geheirtatet hat in libyen, auch einen österr pass erhalten!!!

Gast: himmeltau
04.03.2011 11:32
0 0

geld in österreich

es sind 26 personen die liby geld in dubai deponiert haben davon auch hr zarti und andere, die anderen sollte man auch unter die lumpe nehmen, die werden auch was in österreich für libyen deponiert haben warum nur in dubai???

Gast: hampelmann
04.03.2011 09:20
0 0

konten

da gibt es noch andere libyer in österreich die geld von diesem clan haben
das sollte man auch prüfen anz einfach steht auf einer web site

Gast: vogel
04.03.2011 09:17
0 0

reisepaß gegen geld

Bitte prüfen wieso er den Paß bekommen hat er hat nie in österreich gelebt

Antworten Gast: gast
11.03.2011 01:54
1 0

Re: reisepaß gegen geld

da sollte man ev. den uwe scheuch fragen ;)

Re: reisepaß gegen geld

weil er wahrscheinlich österreich mehr geld eingebracht hat, als du in deinem leben verdienst. ganz einfach.
der staat sollte da nicht handlanger spielen, sondern sich über die guten kunden freuen, und auf seine neutralität und das bankgeheimnis pochen, und weiter geld verdienen.
solange nichts bewiesen ist hat der staat da die finger rauszunehmen!

Gast: ROTER OKTOBER
03.03.2011 23:07
0 1

Tatsächlich! Gaddafi kontrolliert nur mehr 90 % von Libyen!

Ja, da kann der Sturz nur mehr ganz nahe sein!!!!!!!!

Gast: pour le merite
03.03.2011 23:02
0 0

Jetzt FPÖ - Konten öffnen !


Auch das von Uwe Part-of-the-Game Scheuch !


Gast: schweinshaxe
03.03.2011 22:26
0 0

reisepass

"warum er den pass erhielt ist unklar"

wieso, ist doch NA NO NA NED PART OF THE GAME
(c) Uwe Scheuch

Antworten Gast: sonnenkind
04.03.2011 09:18
0 0

Re: reisepass

der hat den pass bekommen und nie in österreich gelebt

;)

ja man(n) sollte halt auch andere TV Sender ansehen um sich ein "Urteil" zu bilden, Al Jazeera
International z. B: Wärend ATV gerade uralte Beiträge (Videos) die wir schon vor einer Woche gesehen haben zeigt gibt es auf andere Sender zwar nichts "Schlimmes" zu sehen aber aktuell.
Aber Österreich hat ja heute erst einmal den Faschingsball des Jahres;)

;)

ja man(n) sollte halt auch andere TV Sender ansehen um sich ein "Urteil" zu bilden, Al Jazeera
International z. B: Wärend ATV gerade uralte Beiträge (Videos) die wir schon vor einer Woche gesehen haben zeigt gibt es auf andere Sender zwar nichts "Schlimmes" zu sehen aber aktuell.
Aber Österreich hat ja heute erst einmal den Faschingsball des Jahres;)

Für Österreich ist das kein Problem, wir sind Neutral

uns geht das nichts an.

Und wenn in der Favoritner Hauptstraße immer mehr Flüchtlinge kommen, dann wählen wir den Strache, weil der löst nicht nur das Problem, sonder garantiert Neutralität, Frühpension und legt jedem Österreicher noch ein goldenes Ei - bis in alle Ewigkeit. (So wie fürher der Kreisky)

Antworten Gast: UKW
03.03.2011 20:13
1 0

Leider gibt es Leute, die wirklich so denken

Obwohl "denken" natürlich die falsche Bezeichnung ist.

Gast: Schlechter Witz
03.03.2011 19:00
1 0

Und zuhause loggt er sich ins Telebanking ein

und futsch ist die Marie.

Bananenrepubliken sind entwickelt gegen uns.

 
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