Bei einem Bombenanschlag auf einer belebten Straße in der ostpakistanischen Stadt Fayzalabad sind mindestens 23 Menschen getötet worden. Mehr als 130 Menschen seien bei der Detonation der Autobombe verletzt worden, sagte Distrikt-Polizeichef Aftab Cheema. Der Parlamentsabgeordnete Abid Sher Ali sagte dem Sender Express Television, der Sprengsatz habe mehrere Gebäude in der Gegend teilweise zerstört, in der auch Regierungsbüros liegen. Zum Hergang der Tat und zum Anschlagsziel gab es widersprüchliche Angaben.
Ali sagte, der Angriff habe dem regionalen Büro des Geheimdienstes ISI gegolten. Angreifer hätten zunächst zwei Handgranaten geworfen, dann das Feuer eröffnet und die Bombe gezündet. Nach Angaben der Behörden wurden auch ein Gebäude mit Büros der staatlichen Fluglinie PIA und ein Rekrutierungszentrum der Armee beschädigt. Der Sender Duniya Television meldete dagegen, der Anschlag habe anscheinend dem örtlichen Büro des pakistanischen Bundeskriminalamts FIA gegolten.
Polizeichef Cheema sagte, das Fahrzeug mit dem Sprengsatz sei neben dem Kompressor einer Gas-Tankstelle geparkt gewesen. Widersprüchliche Angaben gab es dazu, ob der Kompressor ebenfalls explodierte und zur großen Wucht der Detonation beitrug. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Rauch aus der Tankstelle aufstieg. Gebäude waren teilweise eingestürzt, Fahrzeuge zerstört. In Pakistan fahren viele Fahrzeuge mit Erdgas und vor Gas-Tankstellen bilden sich in der Regel lange Warteschlangen.
Ein Sprecher der Distriktverwaltung namens Subhan Ali sagte, man gehe davon aus, dass noch etwa ein Dutzend Menschen unter Trümmern eingeschlossen seien. "Es war eine gigantische Explosion, die noch in fünf bis sechs Kilometer Entfernung zu hören war. Die Zerstörung ist sehr groß. Es war eine belebte Gegend." Rettungskräfte versuchten, Tote und Verletzte aus den teilweise zerstörten Häusern zu bergen. Im Fernsehen waren Bilder der völlig zerstörten Tankstelle zu sehen. Die Schuttmassen aus Beton und Metallteilen, unter denen Menschen vermutet wurden, konnten nur langsam mit schwerem Gerät abgetragen werden.
Taliban bekennen sich
Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban. Ähnliche Anschläge haben in der Vergangenheit muslimische Extremisten wie die Taliban verübt. Fayzalabad liegt etwa 120 Kilometer westlich von Lahore, der Hauptstadt der Provinz Punjab. Bisher galt Fayzalabad als relativ sicher. Die Stadt lebt vor allem von Textilindustrie.
Die Atommacht Pakistan wird immer wieder von Anschlägen und Attentaten erschüttert. Die von Kämpfern der radikalislamischen Taliban und des Terrornetzwerks Al Kaida verübten Anschläge richten sich meist gegen die Sicherheitskräfte des Landes. In den vergangenen dreieinhalb Jahren kamen dabei mehr als 4000 Menschen ums Leben. In der vergangenen Woche war der Minister für Minderheiten und einzige Christ im Kabinett, Shahbaz Bhatti, auf offener Straße in der Hauptstadt Islamabad ermordet worden. Zu der Tat hatte sich eine Taliban-Gruppe aus dem Punjab bekannt.
(Ag.)
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