38 Minuten, die die Welt veränderten

07.05.2011 | 18:06 |   (Die Presse)

Der Ablauf der Kommandoaktion gegen Osama bin Laden in Abbottabad wird immer klarer.

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Eine Woche nach der Tötung Osama bin Ladens ergibt sich aus diversen Quellen der US-Regierung, des Militärs und von Experten folgendes Bild des Ablaufs:

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In der Nacht auf Montag, 2. Mai, bringen zwei Helikopter (angeblich modifizierte, im Radar unsichtbare „Blackhawks“) zwei Stoßtrupps der „Navy Seals“ zu je zwölf Mann und einen Suchhund (den belgischen Schäfer „Cairo“) von Jalalabad (Afghanistan) aus im Tiefflug übers Gebirge ins 250 Kilometer entfernte Abbottabad. Zwei große „Chinook“-Hubschrauber sind in Reserve, insgesamt sind, samt Reservetruppen, Piloten, Crews von Überwachungsflugzeugen und Fernmeldern, 79 Mann in Aktion.

Die Hubschrauber landen gegen ein Uhr auf dem Gelände von bin Ladens Haus, einer geht wegen technischer Probleme zu Bruch und wird gesprengt, die Chinooks werden angefordert. Ein Trupp wird von einem Kurier beschossen. Die Soldaten erschießen ihn und seine Frau. Das Haupthaus wird gestürmt, der Bruder des Kuriers getötet, als er eine verdächtige Geste macht, sowie ein Sohn bin Ladens, der unbewaffnet herbeirennt.

Pakistanische Jets flogen heran. Im Obergeschoss stoßen die Seals auf bin Laden, im Zimmer sollen ein Gewehr und eine Pistole gelegen sein. Bin Laden greift angeblich nach einer Waffe, während eine seiner Frauen auf die Soldaten zustürmt. Ein Seal schießt ihm in Brust und Kopf, die Frau kriegt einen Beinschuss ab. Durch Fotos wird bin Laden vorerst identifiziert. US-Präsident Obama und sein Stab verfolgen die Aktion live per Helmkamera vor Ort. Mehrere Frauen und Kinder werden gefesselt, die Seals finden fünf Computer, zehn Festplatten und über 100 Speichermedien wie USB-Sticks und fliegen damit und mit bin Ladens Leiche 38 Minuten später zurück nach Afghanistan – kurz, bevor pakistanische Jagdflieger eintreffen.

Der Tote, nun per DNA-Test praktisch identifiziert, wird weiter auf den Träger „Carl Vinson“ im Indischen Ozean geflogen und nach einer islamischen Zeremonie ins Meer geworfen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.05.2011)

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2 Kommentare

Bravo

Amerika!

Gast: sz
07.05.2011 21:10
0

Langsam

legen sich die Amis Ihre Story zurecht...........

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