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Die "Killerfrage": War bin Ladens Tötung rechtmäßig?

09.05.2011 | 18:12 |  MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

In Oslo trafen beim Freedom Forum Nobelpreisträger und Experten zusammen, um über Menschenrechte zu debattieren. Ein Thema dominierte die Runde: die US-Aktion gegen den Chef der Terrororganisation al-Qaida.

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Oslo. Das „Oslo Freedom Forum“ findet heuer erst zum dritten Mal statt. Aber es hat, wie der „Economist“ schreibt, das Zeug, im Bereich der Menschenrechte das zu werden, was Davos im Bereich der Wirtschaft ist. Das liegt ganz stark am Gründer des Forums: Thor Halvorssen. Der Sohn eines venezolanischen Diplomaten, dessen „Menschenrechtskarriere“ mit der Kampagne zur Befreiung seines verschleppten und gefolterten Vaters begonnen hatte, produzierte einschlägige Filme, einen davon mit Quentin Tarantino, und ist auch sonst mit seinen noch nicht 35 Jahren eine beeindruckende Figur.

Halvorssen ist es offensichtlich gelungen, das Forum nicht zu einer durchdesignten „more of the same“-Menschenrechtsveranstaltung zu machen, sondern zum Treffpunkt von Individualisten. Leymah Gbowee aus Liberia ist da, die den „Sexstreik“ als effizientes Mittel zur Beendigung eines Bürgerkrieges erkannte, und die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, Zoya Phan aus Burma, der palästinensische Arzt Izzeldin Abuelaish, Nobelpreisträgerin Jody Williams, der Ökonom George Ayittey aus Ghana, Maryam al-Khawaja aus Bahrain. Sie alle haben zum Teil sehr originelle Zugänge zu den alten Themen Nord-Süd, Kolonialismus, „Wir und der Westen“.

Aber man konnte schon bei der Präsentation des Forums am Montagmorgen sehen, was eine „Killerfrage“ ist. US-Präsident Barack Obama hatte am Wochenende all jenen, die sich über die Unrechtmäßigkeit der Tötung Osama bin Ladens beklagt hatten, empfohlen, sich mal untersuchen zu lassen. Was denn die Herrschaften dazu zu sagen hätten?

Man merkt den Sprechern des Forums, die eigentlich hier sind, um ihre jeweilige Sache – Burma, Afrika, die arabische Rebellion – zu präsentieren, an, dass ihnen das Thema unbehaglich ist und das Risiko birgt, die immer alten Geschichten davon zu erzählen, dass die Amerikaner und der Westen immer nur dort zugunsten der Menschenrechte intervenieren, wo es auch Öl zu verteidigen gebe. Jody Williams, Nobelpreisträgerin für ihr Engagement gegen Landminen, beklagt, dass die Tötungen, mit denen man unter George W. Bush begann, unter Obama nicht nur nicht aufgehört hätten, sondern sogar intensiviert worden seien. Es sei angemessen gewesen, bin Laden zu fassen, meint sie, aber angesichts der Tatsache, dass er offensichtlich unbewaffnet gewesen sei, hätte man ihn nicht töten dürfen.

 

„Diktatoren selber loswerden“

Der Generalsekretär von Amnesty International Norwegen, John Peder Egænes, bringt die Hilflosigkeit der Runde auf den Punkt: Wenn man begänne, sagt er, außerrechtliche Tötungen zu akzeptieren, dann käme man in steiles und rutschiges Gelände. Jenes der Realpolitik nämlich. Und genau auf dieses Gelände will man nicht. Forumsgründer Halvorssen beharrt darauf, dass man sich in Menschenrechtsfragen „nicht auf die Regierungen verlassen“ könne und dürfe, sondern eine „peer to peer“-Bewegung in Gang kommen müsse. Regierungen hätten immer auch wirtschaftliche Interessen zu berücksichtigen, wie man an der unterschiedlichen Behandlung von Nordkorea und China sehe.

Wohin die Reise gehen muss, illustriert George Ayittey. Er besteht darauf, dass „wir Afrikaner am besten wissen, was wir tun müssen“. Das sage er auch regelmäßig seinen Gesprächspartnern beim IWF: „Mir ist vollkommen egal, wer da aus welchen Interessen interveniert. Wir haben diese Diktatoren einfach satt, und wir wollen sie selber loswerden.“ Auf den Westen könne und solle man sich dabei nicht verlassen, „denn die haben keine Ahnung“. Bisher hätten afrikanische Diktatoren darauf zählen können, dass sie es nicht mit einer einheitlichen Opposition zu tun hatten. Diese Zeit sei nun vorbei.

Beim Forum 2012 wird man klarer sehen, ob er recht hat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.05.2011)

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19 Kommentare
MaxiMini
11.05.2011 15:41
0 0

War bin Ladens Tötung rechtmäßig?

Was soll es hier so kompliziert sein um daraus eine Diskussion zu machen. Ist er Verurteilt worden? Nein. Dann die Frage wird jedes Kind beantworten können. Als Ergänzung, wir leben noch immer ihn ein Rechtstaat. Falls es manche das versehen haben. Und ich sage GOTT sei DANK. In USA will ich wirklich nicht leben auch nicht im Afghanistan oder Pakistan.
Ich hoffe dass ich ihnen ein wenig geholfen habe. Bedanken müssen Sie sich nicht. ;-)

MaxiMini
11.05.2011 15:41
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War bin Ladens Tötung rechtmäßig?

Was soll es hier so kompliziert sein um daraus eine Diskussion zu machen. Ist er Verurteilt worden? Nein. Dann die Frage wird jedes Kind beantworten können. Als Ergänzung, wir leben noch immer ihn ein Rechtstaat. Falls es manche das versehen haben. Und ich sage GOTT sei DANK. In USA will ich wirklich nicht leben auch nicht im Afghanistan oder Pakistan.
Ich hoffe dass ich ihnen ein wenig geholfen habe. Bedanken müssen Sie sich nicht. ;-)

billicat
10.05.2011 14:45
0 0

Wenn die NATO die Flüchtlinge ersaufen lässt

Laura Boldrini, Sprecherin des UN- Flüchtlingskommissariats sagte, diese zigste Tragödie zeige, dass das libysche Regime keine Skrupel habe. 'Es schreckt nicht davor zurück, Hunderte auf für die Überfahrt völlig untauglichen Booten aufbrechen zu lassen, um die nördlicheren Mittelmeerländer unter Migrationsdruck zu setzen.'
Süddeutsche.de

Schuld ist immer der Gaddafi, jetzt soll er auch die Flüchtlinge vor der Flucht hindern. Wenn er es macht, hat er die Flüchtlinge ihrer Freiheit beraubt.

billicat
10.05.2011 14:20
0 0

Langsam sickert es immer mehr durch

Barak Hussein Osama, ist schlimmer als Busch.
Ich vermisse die Kommentare der Europäischen Intelligenz, die einst jubelte "yes we can".

sir007
10.05.2011 12:44
1 0

Angst

Ich hätte Angst in einer Welt zu leben, die nur von Menschenrechtsaktivisten und Friedensnobelpreisträgern (ausgenommen Obama) regiert würde.

Gast: cugetator
10.05.2011 09:15
5 1

Stoff für eine Diss

Sicher ein interessanter Stoff für eine völkerrechtliche oder strafrechtliche Diss.
Mir genügt es aber eigentlich, dass der Massenmörder tot ist.

2 5

Osloer Nobelpreiskommittee sollte Friedensnobelpreis aberkennen

Ich bin der Überzeugung, das jemand der den Befehl zur Tötung eines Menschen gibt nicht des Friedensnobelpreises würdig ist!

Antworten MaxiMini
11.05.2011 15:51
0 0

Re: Osloer Nobelpreiskommittee sollte Friedensnobelpreis aberkennen

Einer??? in wie viele Länder führt USA ein Krieg? Wo es unschuldige sterben. Nobelpreis hat für mich sowieso kein Wert mehr. Ist eine Lachnummer.
Der König, zeigt sein nackter Ar*. Sein wahres Gesicht wird für jeden Sichtbar.

6 2

Rechtmäßig? Notwendig!

Bei einem Terroristen dieses Kalibers sollten Menschenrechte nicht zur Anwendung kommen. Eigentlich absurd, darüber noch zu diskutieren.

Antworten Gast: MutterzweierKinder
10.05.2011 09:01
1 2

Die Menschenrechte sind unteilbar.

Gesteht man sie nicht allen Menschen zu, kann man sie gleich abschaffen, weil sie damit ihren Wert verlieren.

Antworten Gast: Ignaz Wrobel
10.05.2011 08:36
2 2

Re: Rechtmäßig? Notwendig!

Und wo ziehen Sie da die Grenze? Genau das ist nämlich das Problem. Und ich würde Ihnen mal empfehlen, die Menschenrechtskonvention zu lesen - da steht nämlich drin, daß JEDER Mensch unveräußerliche Rechte besitzt, zu denen auch das Recht zu leben gehört! (Das gilt übrigens auch für Sie, Sie werden sicher auch nicht wollen, daß Ihnen jemand das Recht zu leben abspricht, oder?)

Antworten Antworten sir007
10.05.2011 13:26
1 0

Re: Re: Rechtmäßig? Notwendig!

Was tun Sie, wenn Sie ein brutaler Gangster bedroht? Ja, Sie persönlich! Sie lesen ihm doch sicherlich die Menschenrechtskonvention vor!
Wenn Sie wollen können Sie hier die Grenze ziehen - diese heißt: Notwehr! Bin Ladens Tötung war kollektive Notwehr.

Antworten Antworten Gast: cugetator
10.05.2011 09:01
5 0

Re: Re: Rechtmäßig? Notwendig!

Diese Vorstellung über "Menschenrechte" sind im europäischen und nordamerikanischen Kulturkreis im 18. und 19. Jh. entstanden und waren Regeln für den Umgang der Europäer bzw. der westlichen Völker untereinander. Sie fussen letztlich auf christlichen, aufklärerischen, französich-revolutionären und angelsächsischen Rechtsvorstellungen.
Eine globale Ausdehnung dieser Regeln ist höchstens auf Kulturkreise möglich, die
diese Grundwerte der Zivilisation teilen. Sie sind aber sind dort praktisch unanwendbar, wo es um militante Gegner dieser Grundwerte selbst und gegen deren Träger, die westliche Welt, geht.

Gast: antimuslim
09.05.2011 22:25
2 0

anti

War die Tötung vielen christlicher kopten rechtsmässig.
Wo ist unsere christliche Macht auf blutrache

Gast: osama bin fishfood
09.05.2011 20:24
0 0

blah blah blah

eigentlich gar keinen kommentar wert. ich werd anfangen denen die MEINE interessen repräsentieren geld zu schicken, und das werd ich einfach von der steuer abziehen ;)

Gast: Sicherlich
09.05.2011 19:18
0 2

werden die Nobelpreisträger und Experten irgendwann begreifen

das ein amerikanischer Präsident kein Christ sein kann.

.-)

Gast: Afikomann
09.05.2011 18:34
7 1

Diskussionen

Die theoteriker werden noch lange diskutieren. Die Bestie ist tot, und es ist gut so.

Antworten Gast: Ignaz Wrobel
10.05.2011 08:38
1 3

Re: Diskussionen

Ich bin der Ansicht, daß zu den "Bestien" auch Menschen gehören, die solche Postings verfassen. Wann werden Leute wie Sie endlich lernen, daß man nicht den Teufel mit Beelzebub austreiben kann!

Antworten Antworten Gast: Johnny_Vulture
11.05.2011 17:13
0 0

Re: Re: Diskussionen

Ich find dieses Gerede ja doch sehr amüsant. Ich bin der Meinung, dass die meisten Leute die hier den Tod bin Ladens befürworten ja selber nur arme Wüsterl sind.

Weil erstens bin ich der Meinung, wenn man jemanden umbringen will, sollte man es wenigstens selber machen, weil andere die Drecksarbeit machen lassen und sich dann dem Jubelchor anzuschließen find ich schlichtweg feige.

Fügens mal jemanden Schaden zu und dann schaun Sie sich in den Spiegel. Ich trau mich wetten das jene Perosnen die jetzt groß Töne spucken sich nicht mehr selber anschaun könnten vor lauter Scham.

Außerdem heißen Menschenrechte nicht Menschenrechte weil sie nur für einen elitären Club westlicher Länder ist sondern jederman gleichstellt und gültig sein müsste !

Außerdem frag ich mich was wir uns in Österreich vor Terrorismus fürchten. Simple Sache in meinen Augen, solange Österreich kein Interesse an bewaffneten Konflikten zeigt, kann man sich auch keine Feinde schaffen und jeder lebt sein Leben glücklich weiter. Es ist schon sehr auffällig, dass nur Länder attackiert werden, die glauben Sie müssen sich in fremde Konflikte einmischen.

Lassens die Leut einfach in Ruh und mit a bissl Glück werdens auch ihre Ruh haben, fertig.