Zwei Selbstmordattentäter haben sich elf Tage nach der Tötung von al-Qaida-Chef Osama bin Laden auf einer paramilitärischen Basis im Nordwesten Pakistans in die Luft gesprengt. Der Doppelanschlag riss mindestens 80 Menschen in den Tod. Unter den Opfern sind nach mehrere Zivilisten. 115 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich.
Der blutigste Anschlag auf pakistanischem Gebiet in diesem Jahr ereignete sich nahe der Stadt Peshawar, rund 35 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt. Frisch ausgebildete Rekruten wollten in Bussen die Heimreise zu ihren Familien antreten, als sich die Terroristen in die Luft sprengten. Zumindest einer der beiden Attentäter soll auf einem Motorrad unterwegs gewesen seien.
"Ich hörte jemand schreien: 'Allahu Akbar' (Anm.: Gott ist groß) und dann gab es zwei Explosionen", schilderte ein verletzter Polizist der Nachrichtenagentur AFP.
"Die erste Rache für Osamas Tod"
Die pakistanischen Taliban (TTP) haben sich bereits zu dem Anschlag bekannt. "Das war die erste Rache für Osamas Märtyrertod", sagte Talibansprecher Ehsanullah Ehsan der Nachrichtenagentur AFP am Telefon und kündigte noch "größere Attacken" in Pakistan und Afghanistan an. Seine Begründung: "Unsere Sicherheitskräfte haben sich mit den Amerikanern verbündet." Die TTP warnte die Menschen davor, "ihren Kindern zu erlauben, zur pakistanischen Armee oder den paramilitärischen Truppen zu gehen".
In Pakistan wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 4300 Menschen bei Bombenanschlägen getötet. Die meisten der Anschläge ereignen sich im Nordwesten des Landes, der als Hochburg islamistischer Kämpfer und als Rückzugsgebiet der Taliban und des Terrornetzwerks al-Qaida gilt.
(Ag./Red.)






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