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Grenzkonflikt: China lässt seine Muskeln spielen

30.05.2011 | 18:58 |  Von unserem Korrespondenten SASCHA ZASTIRAL (Die Presse)

Pekings Ansprüche im Südchinesischen Meer alarmieren die Nachbarn. Zwischen China und Vietnam herrscht Eiszeit seit einem Zwischenfall in umstrittenen Gewässern. Gebietsansprüche in dem Gewässer sind kompliziert.

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Bangkok. China und Vietnam verstricken sich immer heftiger in einen Krieg der Worte. Das vietnamesische Außenamt warf der Regierung in Peking nun sogar vor, die Spannungen in der Region zu verschärfen. Vergangene Woche war es im Südchinesischen Meer zu einer Konfrontation zwischen einem vietnamesischen Erdöl- und Erdgas-Erkundungsschiff und chinesischen Patrouillenbooten gekommen. Dabei habe eines der drei chinesischen Boote absichtlich Kabel durchtrennt, die das Erkundungsschiff, die Binh Minh 02, ausgelegt habe, sagte Do Van Hau, der Vize-Vorsitzende des staatlichen vietnamesischen Gas- und Erdölgesellschaft PetroVietnam.

Nguyen Phuong Nga, Sprecherin des Außenministeriums, erklärte: „Die vietnamesische Marine wird alles Erforderliche unternehmen, um Frieden, Unabhängigkeit und die territoriale Integrität Vietnams entschlossen zu schützen.“

China machte wiederum Hanoi für den Zwischenfall verantwortlich. In einer Erklärung des Außenministeriums hieß es: „Was die betreffenden Behörden unternommen haben, war eine absolut normale Durchsetzung von Seerechts- und Überwachungsaktivitäten in Chinas jurisdiktionellem Seegebiet.“ Vietnams Erdöl- und Gaserkundungen würden Chinas Interessen und Rechte in der Region untergraben.

Die staatliche vietnamesische Tageszeitung „Thanh Nien“ berichtete, Vietnam plane, Fischerbooten zukünftig Patrouillenschiffe an die Seite zu stellen, da immer häufiger chinesische Fischerboote in „Vietnams Territorialgewässer“ eindrängen. Die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung scheint derzeit zwar noch nicht gegeben. Jedoch haben sich in der Vergangenheit Territorialdispute zwischen beiden Staaten mehrmals gewaltsam entladen.

1974 hat China die unbewohnte Paracel-Inselgruppe, die auch Hanoi beansprucht, besetzt. Fünf Jahre später lieferten sich China und Vietnam einen kurzen, aber blutigen Grenzkrieg. Peking regierte damit auf den Einmarsch der Vietnamesen in Kambodscha, dessen Khmer-Rouge-Regime es unterstützte. Ein weiterer Kriegsgrund waren aber auch Ansprüche beider Staaten auf die Spratly-Inseln im Süden des Südchinesischen Meers.

Die Gebietsansprüche in dem Gewässer sind kompliziert. China und Vietnam erheben Ansprüche auf die Paracel-Inselgruppe. Beide Staaten erheben zudem Ansprüche auf Teile oder das gesamte Spratly-Archipel weiter im Süden. Andere Teile dieses Archipels betrachten jedoch auch Malaysia, die Philippinen, Indonesien und Brunei als Teil ihres Hoheitsgebiets. Beide Inselgruppen sind unbewohnt. Jedoch werden dort Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet.

Die meisten Staaten in der Region berufen sich bei ihren Ansprüchen auf die „Ausschließliche Wirtschaftszone“. Dabei können Staaten gemäß des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen in einem Gebiet von 200 Seemeilen (370 Kilometer) bestimmte souveräne Rechte wahrnehmen. Hierzu zählen sowohl Fischerei als auch Erforschung und Ausbeutung von Ressourcen. Die Gebiete, die China beansprucht, reichen jedoch mehr als 1000 Kilometer tief in das Südchinesische Meer.

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Manila warnt vor Wettrüsten

Chinas Großmachtpläne kollidieren derzeit nicht nur mit Vietnams Ansprüchen in der Region. Erst vor knapp einer Woche hat der Präsident der Philippinen, Benigno Aquino III., vor einem Wettrüsten gewarnt, sollte sich der Konflikt im Südchinesischen Meer weiter verschärfen. Erst im März sollen zwei chinesische Patrouillenboote gedroht haben, ein philippinisches Erkundungsschiff vor der Palawan-Insel zu rammen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.05.2011)

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10 Kommentare
Gast: Ugly Chinese
01.06.2011 18:16
0 0

Website gehackt

Eine chinesische Regierungswebsite wurde von vietnamesischen Hackern als Gegenzug zu dem Zwischenfall gehackt:

http://www.jdk.gov.cn/

Gast: Lee fickt de ine Mutta
31.05.2011 13:52
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Re: Geopolitik ist wieder mal

"ich warne, blablabla.."

Und das ist Gut so!

Antworten Gast: Schwejk Josef
01.06.2011 11:26
0 0

Re: Re: Geopolitik ist wieder mal

An der Front!

Gast: Lingus
31.05.2011 08:54
1 0

Interessen

China ist jedes Mittel recht um eigene Vorteile durchzusetzen. Siehe ua die Besetzung von Tibet.

Die Nachbarn dieses Aggressors sind gut beraten sich beizeiten zu verbünden um diesem Kurs entschlossen entgegenzutreten zu können.

Verhandlungen und Vereinbarungen mir China sind wertlos. China versteht nur eine Sprache - die des Stärkeren. Sie werden nur dann Ruhe geben, wenn sie davon einen Vorteil (nicht mehr Schaden) haben.

Gast: Markus Trullus
31.05.2011 07:53
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Geopolitik ist wieder mal "IN"

Also fällt euch was auf? diese Karte ist geil! Der Appendix der chinesischen Ansprüche bis nach Borneo??? ich warne, Beijng wird bald den ganzen Pazifik als chinesisches Hohheitsgewässer ansehen. Kanada bis Chile werden sich warm anziehen müssen...

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Wenns meinen...

Als ob irgendeines der Werten Nachbarländer auch nur einen halben Meter gegen die Chinesen hätte... Die Sache wird so ähnlich ausgehen wie die letzten Sommer mit Georgien...

Antworten Gerald
31.05.2011 08:29
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Re: Wenns meinen...

Gegen Vietnam hat sich schon eine andere Supermacht eine blutige Nase geholt und die Chinesen 1979 übrigens auch schon einmal.
Die Seeherrschaft kann China in diesem Gebiet vermutlich schon durchsetzen. Die Frage ist nur, ob ihnen das was hilft. Denn erstens wird China nicht im Alleingang internationale Konventionen (200-Meilen Regel) umschreiben können und zweitens können sie mit den Ressourcen dort nichts anfangen, wenn sie sich nicht mit den Nachbarn einigen. Denn es reicht ein Patroullienboot um eine Ölplattform in Brand zu schießen und so knapp vor der Küste der anderen Staaten ist das auch von den Chinesen nicht verhinderbar.

Meiner Meinung nach geht es bei diesen Scharmützeln nur darum für die Chinesen eine bessere Ausgangsposition bei Verhandlungen zu erreichen. Laut der gegenwärtigen Rechtslage hätten sie ja überhaupt keinen Anspruch auf diese Region und das möchten die Chinesen ändern. Eine Alleinherrschaft über dieses Gebiet werden sie jedenfalls nicht bekommen und auch ein Krieg liegt sicher nicht im Interesse Pekings.

Gast: tv-generation
30.05.2011 20:50
1 2

na los feuer frei ihr feiglinge

dann gibts endlich wieder geile nachrichten

Antworten hwolf13
31.05.2011 06:01
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Re: na los feuer frei ihr feiglinge

Dümmer geht's ja wohl nicht mehr .... sorry!

Gast: sayoto
30.05.2011 20:19
0 1

Warum Willige am Talibanisierung Libyen und Gebiet halten