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Niederlande: Ende des multikulturellen Leitbilds

20.06.2011 | 18:28 |  von unserem Korrespondenten HELMUT HETZEL (Die Presse)

Wende in der Immigrationspolitik: Innenminister Piet Hein Donner fordert von Immigranten die Anpassung an die niederländische Gesellschaft. Das Land will zudem möglichst bald ein Verbot der Burka einführen.

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Den haag. Die Niederlande nehmen Abschied vom Ideal der multikulturellen Gesellschaft: Fortan soll ausschließlich die holländische Kultur die Leitkultur sein. Immigranten, die in das Land kommen, müssen sich an die Gepflogenheiten anpassen. So lauten die Kernpunkte der neuen „Immigrationsnota“ von Innenminister Piet Hein Donner.

Der Christdemokrat hat mit dem Papier eine völlig neue niederländische Immigrationspolitik geschaffen. Dazu gehört etwa auch, dass das Land möglichst bald ein Burka-Verbot einführen will, wie es das in Europa bisher nur in Frankreich und in Belgien gibt: Frauen in diesen beiden Ländern dürfen seit dem Frühjahr keine Gesichtsschleier mehr tragen. Bei Zuwiderhandeln müssen sie in Frankreich mit einem Bußgeld von bis zu 150 Euro rechnen; in Belgien droht gar eine Gefängnisstrafe bis zu sieben Tage.

 

Subventionen gestrichen

Ein weiterer Punkt auf der niederländischen Immigrationscharta ist, dass Zwangsehen künftig unter Strafe gestellt werden sollen. Zudem werden staatliche Subventionen für Integrationskurse für Ausländer rigoros zusammengestrichen.

Insgesamt lautet der Tenor: Ein Immigrant, der in die Niederlande kommt, hat eine Bringschuld, er und nicht der Staat muss dafür sorgen, dass er sich an die niederländische Gesellschaft anpasst. Beibehalten werden allerdings die Einbürgerungskurse, die auch das Erlernen der niederländischen Sprache beinhalten. Wer aber die Sprachtests nach Abschluss dieser Kurse nicht besteht, der soll künftig keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Es ist eine totale Wende der niederländischen Immigrationspolitik.

 

Erfolg von Wilders

Sie kam vor allem auf Druck des Rechtspopulisten und Islamkritikers Geert Wilders und dessen Freiheitspartei PVV zustande, die das Haager Minderheitskabinett aus der Liberalen VVD und den Christdemokraten von der CDA im Parlament toleriert. Die Wende kann als großer Triumph von Wilders angesehen werden.

 

„Holland ist voll“

Sie vollzieht nun aber nicht nur seine politischen Vorstellungen, sondern sie offenbart, was namhafte niederländische Politiker, auch Sozialdemokraten und führende Intellektuelle, schon vor Jahren konstatiert haben: Das multikulturelle Projekt ist gescheitert.

Eine Gesellschaft kann man nicht „zusammenmeißeln“ und formen wie ein Bildhauer einem Stein Form geben kann, so die neue Einsicht in den Niederlanden, die mehr und mehr Common Sense geworden ist und nun auch von der Haager Regierung als Politik umgesetzt wird.

Die Wende in der niederländischen Immigrationspolitik ist auch ein später Erfolg des am 6. Mai 2002 ermordeten niederländischen Populisten und Politikers Pim Fortuyn. Fortuyn war es, der als Erster – schon vor mehr als zehn Jahren – das multikulturelle Projekt als gescheitert betrachtete.

„Holland ist voll“, sagte er damals und forderte einen Immigrationsstopp für Nicht-EU-Bürger und für Muslime in die Niederlande.

 

Härtere Zeiten angebrochen

Allerdings ging Fortuyn damals noch nicht so weit, von Immigranten eine Anpassung an die niederländische Leitkultur zu fordern; er plädierte noch für Integration. Mit der neuen Immigrationspolitik aber sind härtere Zeiten für alle Ausländer in Holland angebrochen.

Auf einen Blick

Die Immigrationsnota des niederländischen Innenministers Piet Hein Donner bedeutet eine völlige Wende in der Immigrationspolitik der Holländer. So sollen ein Burka-Verbot eingeführt, Zwangsehen unter Strafe gestellt und staatliche Subventionen für Integrationskurse gestrichen werden. Der Tenor lautet: Die Migranten müssen sich vollständig anpassen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2011)

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45 Kommentare
 
1 2
Gast: Gesund
22.06.2011 19:00
1 1

Endlich eine Legitimation

Ich kaufe keine Produkte aus Ländern in denen Kriegstreiber und Abzocker das sagen haben. Wann wird endlich der holländische Junkie verfolgt und vertrieben? Vor allem aus den Grenzregionen ?Wann muss der niederländische Pöbel Maut zahlen wenn sie unser schönes Land durchqueren wollen? Wird Zeit das die Grenzen endlich wieder geschlossen werden. Dazu braucht es eine starke Rechte.

Gast: Allgäu
22.06.2011 15:27
3 0

große Freude

Ich bin sehr erfreut über die klaren Worte und Handlungen der niederländischen regierung, die genau in die richtige Richtung gehen.

Wer die möglichen Auswirkungen von Massenzuwanderung über lange Zeit studieren will, kann dies an Amerikas oder Australiens Ureinwohnern. Es ist sehr wichtig, dass eine Gesellschaft sich dieser Herausforderung stellt und sich nicht um der Bequemlichkeit willen wie beim größten Teil der (noch) deutschen Eliten selber belügt.

Auch Dänemark geht einen erfreulichen Weg dahin: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/671822/Daenemark-will-Auslaender-mit-Haftstrafen-ausweisen?from=rss
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Bell@ndo
21.06.2011 23:44
3 3

Hoffnung

Hoffentlich auch bald in Österreich, aber bitte nicht unter Strache!...

SPÖ und ÖVP wacht endlich auf!

Antworten Gast: L.W.
22.06.2011 12:39
3 0

SPÖ und ÖVP wacht endlich auf!


Glauben Sie auch an das Christkind ?

Klar, die Hoffnung stirbt zuletzt, passieren wird aber, wie immer, nichts.

Gast: Ein Integrationsproblem?
21.06.2011 21:56
4 0

Wo ist der Herr Staatssekretär Kurz?


Antworten Gast: grau
21.06.2011 22:14
2 0

Re: Wo ist der Herr Staatssekretär Kurz?




nur kurz weg.

Gast: Blankenstein Husar
21.06.2011 16:40
12 1

Noch vor wenigen Jahren war Holland als abschreckendes, verludertes, linkes Multikulti-Kiffer-Land bekannt,

jetzt sind den Holländern endlich die Augen aufgegangen und gehen mit bestem Beispiel voran!

Daran erkennt man sehr gut, wie höchst notwendig bürgerliche Rechtsparteien und deren Proponenten sind...

10 0

Warum wird mein Kommentar nicht veröffentlicht?

Heute vormittag habe ich schon einen Beitrsag
hier gepostet, der auch nicht erschien, eben den
zweiten, wieder erscheint er nicht. Was hat das
zu bedeuten, ich bin doch eingeloggt!

4 0

Re: Warum wird mein Kommentar nicht veröffentlicht?

das passiert mir auch immer wieder und das obwohl ich keine Pöbeltexte poste.
Gut begründete Kritik am Islam oder an unserern Gutmenschpolitikern scheint da jemanden bei der Presse fürchterlich zu stören

Antworten ADAXL
22.06.2011 05:16
3 0

Re: Warum wird mein Kommentar nicht veröffentlicht?

Du bist da nicht der einzige...

6 0

Ob das ernstgemeint ist?

wahrscheinlich wollen die niederl. Politiker nur
Wilders bekämpfen, in dem sie so tun, als ob
sie dessen Forderungen erfüllen wollten!
Die österr. "Polit-Mafia" mit ihren journal.
Helfershelfern wird es wohl demnächst auch tun, um Straches FPÖ nicht zu sehr wachsen zu lassen
nur die armen "Deitschn", die ka FPÖ und eigent=
lich gornix haben, haben keine Chance einer
Verbesserung, da hilft auch Sarrazn nicht, der
so langsam der Vergessenheit anheimfällt!
Weh oh Weh, wir werden durch unsere Politkaste
weiter drangsaliert, die wollen in Wirklichkeit
nichts ändern, nur uns Sand in die Augen streuen!

Die Borg
21.06.2011 16:09
7 0

jetzt sollte

nur noch die österreicischen politiker das selbe tun

Die Borg
21.06.2011 16:09
2 0

jetzt sollte

nur noch die österreicischen politiker das selbe tun

Gast: naendlich
21.06.2011 16:08
6 3

Schade drum

Eigentlich schade, dass es soweit hat kommen müssen, schließlich lebt Europa von der Zuwanderung. Diese macht eine Gesellschaft bunt und vielfältig. An China sieht man, dass drillen und gleichrichten auf Kosten der Kreativität geht. Der Einzelne und vor allem Politiker müssen endlich den Mut haben, das Problem beim Namen zu nennen. Es ist nicht die Zuwanderung sondern der Islam als intolerante Sekte, welcher die Frauenrechte im großen Stile verletzt. Gefördert und unterstützt von machthungrigen Grünen, Exkommunisten und Gutwillmenschen, die nicht den Mut haben sich für die Regeln der Gesellschaft einzusetzen. Es ist immer viel leichter sich in nichts einzumischen, jeder kann tun und lassen was er will, als kritisch in die Zukunft zu sehen und auf mögliche Fehlentwicklungen hinzuweisen. Überall wo der Islam Einzug hält, erfährt das Land einen Rückfall um Jahrhunderte. Hier gehört endlich klar Position bezogen, und wenn jemand meint, dass er damit nicht einverstanden ist, soll er in seinen so geliebten Gottesstaat zurückkehren. Multikulti funktioniert nur wenn wir "miteinander" und nicht so wie jetzt durch fehlende Integratien "nebeneinander" leben. Der Zuwanderer muss sich an die Gepflogenheiten des jeweiligen Landes anpassen und nicht umgekehrt.

Gast: Hellboy
21.06.2011 15:33
12 0

Gratulation den Holländern,

zur Einsicht, daß "Multikulti" Schwachsinn ist.

MALSI
21.06.2011 15:12
13 0

Islam und Multikulti

Wo sich der Islam ausbreitet ist es vorbei mit Multi-Kulti.

Das ist nicht nur ganz klar ersichtlich in islamischen Ländern - es ist bei uns genauso.

Gast: Helvetier
21.06.2011 15:05
9 0

Zeitwende

Die Niederlande wendet sich vom "Multi-Kulti-Projekt" ab, Dänemark will kriminelle Ausländer vor die Türe setzen, die Schweiz hat dies per Volksbefragung ebenso initiiert: Könnte es sich um eine Wende zum Besseren, zu einer realistischeren, vernünftigeren, menschenbezogeneren und letztlich durchasus (auch wenn dies im ersten Moment komisch klingen mag) pazifistischeren Ausländerpolitik handeln?

11 0

Zusammenmeißeln

zusammenmeißeln beschreibt gut, wie undurchführbar ein Integration von Moslems ist, die die Gesellschaft des Gastvolkes verachten (und das ist KEINE Minderheit).

Gast: nasowas
21.06.2011 13:56
6 0

Erfolg von Wilders?

Doch eher wohl ein Erfolg der Wähler an der Urne!
In den NL sind die Parteien anscheinend lernfähig genug, den Willen der Bevölkerung zu erkennen und umzusetzen.

In Ö sehe ich da wenig Hoffnung. Bis Strache Kanzler wird, ist er soweit domestiziert, daß er alle Herausforderungen liegen läßt, und aus dem Zweierproporz wird halt ein Dreierproporz.

Gast: User
21.06.2011 13:31
13 1

Integration ist ein Rosstäuschertrick

Im Gutmenschengesäusel wird das Wort "Integration" als Synonym für das Wot "Assimilation" verwendet.

Dem gutgläubigen Zuhörer wird vorgemacht, dass er die I will wenn er Assimilation fordert.

Der Niederländische Innenminister hat endlich ausgesprochen, was auch die Österreicher wollen:" Wer Österreicher werden will, soll sich selbst so umerziehen, dass er sich nicht von den anderen Österreichern unterscheidet." Wenn er das nicht will: Abschieben ohne Pardon und Verfassungsgerichtshofbeschwerde und sonstigem Unsinn!

8 0

...

Alles Betrug. Nichts weiter als der typisch bürgerlich-konservative Schmäh. Nur die Begriffe werden ausgetauscht, statt "Multikulti" heißt es nun "Integration" was im westentlichen dasselbe bedeutet.
Die extremistische Politik der Marginalisierung der westeuropäischen Völker geht weiter.

1 0

Re: ...

...im wesentlichen...
bevor sich noch jemand über die Rechtschreibung aufregt weil er keine Argumente hat.

sirgerald
21.06.2011 11:41
0 9

Besser rechtzeitig

restriktiv vorgehen, als den Rechtaußen-Heilsbringern in die Hände spielen.
P.S.: Wilders möchte mit der FPÖ nichts zu tun haben, wer das nicht erkennt, möge aufmerksamer Zeitung lesen.

Svenco
21.06.2011 09:26
0 22

Warum haben die FPÖ-Anhaenger hier Angst?

Die hier schreiben meistens mit gast-nick. Sie müssen irgendwie Angst haben erkannt zu werden. Dürfen denn die Patrioten in Österreich ihre Meinung nicht frei aeussern?

Antworten Gast: gast45
21.06.2011 16:33
4 0

Re: Warum haben die FPÖ-Anhaenger hier Angst?

haben sie bei der anmeldung persönlich bei der presse mit lichtbildausweis vorbeischauen müssen ?
eben :-):-) ....

Antworten SPÖ-Loser
21.06.2011 16:08
0 2

Re: Warum haben die FPÖ-Anhaenger hier Angst?

Sie haben es blitzartig erkannt !

 
1 2