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Libyscher Rebellenchef in Wien: "Haben kein Geld mehr"

30.06.2011 | 12:08 |   (DiePresse.com)

"Die eingefrorenen Finanzmittel müssen flüssig gemacht werden", fordert der Vorsitzende des Exekutivrates von Bengasi, Mahmoud Jibril. Außenminister Spindelegger sagt Hilfslieferungen zu.

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"Es ist doch einerlei, ob man im Bombenhagel oder am Hunger stirbt. Der Tod ist immer gleich". Mit drastischen Worten hat der Chef des Exekutivrates der libyschen Rebellen von Bengasi, Mahmoud Jibril, am Donnerstag bei einem Treffen mit Außenminister VP-Vizekanzler Michael Spindelegger in Wien Zugang zu international eingefrorenen Finanzmittel Libyens gefordert. Spindelegger will prüfen lassen, ob ein Auftauen der Gelder möglich ist.

Geld soll für Zivilbereich verwendet werden

Die Mittel müssten "flüssig" gemacht werden, um die Menschen vor allem mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu versorgen, forderte der "Regierungschef" der lybischen Aufständischen. Das Geld fehle aber nicht nur für die Grundversorgung wie Nahrung oder medizinische Produkte, sondern auch für die Infrastruktur, etwa im Bildungsbereich. "Wir haben kein Geld mehr", sagte Jibril. "Wir werden aber die Schulen nicht wieder öffnen können, wenn wir kein Geld haben." Dabei sei es gerade jetzt wichtig, bereits die Weichen für die Zukunft zu stellen, und die "künftigen Kader" auszubilden. "Es geht dabei um den Aufbau einer Zivilgesellschaft, auch um eine bessere Ausbildung für Mädchen beispielsweise."

Spindelegger sagte zu, dass das Völkerrechtsbüro im Außenministerium prüfen werde, ob und wie auf das eingefrorene "Staatsvermögen" Libyens zugegriffen werden könnte. Seitens Österreichs würden demnächst zwanzig Tonnen an Gütern ("Nahrungsmittel, vor allem Babynahrung, Medikamente, Chemikalien zur Wasseraufbereitung") auf dem Seeweg nach Libyen geschickt werden.

An diesen Lieferungen beteiligten sich auch Firmen, die weiterhin Wirtschaftsinteressen in Libyen haben. Spindelegger nannte unter anderen "Asamer, VAMED und OMV". Derzeit lege die Ölförderung brach, erzählte Jubril. Die Rebellen hätten keinerlei Möglichkeit über Öllieferungen zu Geld zu kommen. Eine völlig Wiederaufnahme könne noch Jahre dauern.

Österreich auf der Seite der Rebellen

Der Außenminister bekräftigte wiederum, dass Österreich den nationalen Übergangsrat als legitimen Vertreter des Libyschen Volkes anerkenne. "Er ist derjenige, mit dem wir uns über ein Libyen von morgen unterhalten." Deshalb habe man auch über künftige wirtschaftliche Beziehungen gesprochen, für jene Zeit, "wenn die Kämpfe beendet sind, und Libyen in einen demokratischen Rechtsstaat übergeht." Diese Zukunft sei ganz klar eine ohne das Regime von Machthaber Muammar al-Gaddafi.

Das Volk leide zudem weiterhin unter den Übergriffen und "Massakern" des Gaddafi-Regimes, sagte Jibril. Auf die Frage, wie die Rebellen mit der Umsetzung des Haftbefehls gegen Gaddafi und ihm nahestehenden Personen umgehen werde, gab sich der 59-Jährige bedeckt: "Ich glaube, dass das eine innenpolitische Sache des libyschen Volkes ist. Der Übergangsrat wird gewiss alles tun, um die Kräfte zu mobilisieren, dass die Haftbefehle umgesetzt werden können." Einmischungen von außen könnten aber nicht akzeptiert werden.

Waffenlieferungen? Spindelegger windet sich

Die umstrittenen Waffenlieferungen Frankreichs an die Rebellen verteidigte Jibril. Der Aufstand habe "als friedliche Revolte der Jugend für ein Leben in Würde und Ehre und mit wirtschaftlichen Perspektiven" begonnen, sagte er. Der "bewaffnete Kampf" sei den Rebellen aber aufgedrängt worden. Daher würden sie nur über Waffen verfügen, um sich zu verteidigen, aber nicht um genug Waffen, "um den Kampf zu entscheiden". Eine rasches Ende der Kämpfe würde aber weiteres Blutvergießen vermeiden. "Umso eher könnten wir an die Zukunft denken".

Spindelegger zog sich bezüglich der französischen Waffenlieferungen diplomatisch aus er Affäre: "Zunächst ist es wichtig, den völkerrechtlichen Rechtsrahmen einzuhalten. Das ist ein Schwerpunkt der österreichischen Außenpolitik. Was sonst passiert, möchte ich nicht kommentieren, wenn es nicht am Tisch der Internationalen Gemeinschaft liegt."

Mahmoud Jibril

Mahmoud Jibril gilt als Autor des politischen Programms der Rebellenvertretung. Er studierte Politikwissenschaft an der Universität Pittsburgh in Pennsylvania (USA) und war in mehreren arabischen Staaten tätig, bevor er in seiner Heimat zum Chef der staatlichen Planungskommission ernannt wurde. Für ihn stand am Nachmittag in Berlin noch ein Treffen mit Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle auf dem Programm.

(Ag.)

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63 Kommentare
 
1 2
Gast: MARIO
03.07.2011 02:40
1 0

Nato als weltpolizei

muss überal eingreifen sogar die teroristen
unterstützen - die Al kaida ? kaum zum verstehen,
woanders machen krieg jahrelang gegen die
Al kaida bzw die teroristen andereseits sie schicken
waffen, munition und noch geld?. es ist schon klar-das die Al kaida und die nato die zivile umbringen. ist das OK ?
Ich meine das ist KRANK oder?

Antworten Tante_Mitz
03.07.2011 14:06
0 0

Re: Nato als weltpolizei

Gadaffi hat doch gesagt, er werde sich mit der Al Kaida verbünden und gegen die Nato kämpfen.

Wo ist der Fehler wenn die Nato sowohl den Diktator als auch die mit ihm verbündeten Terroristen bekämpft?

Gast: "Die eingefrorenen Finanzmittel müssen flüssig gemacht werden", fordert der Vorsitzende des Exekutivrates von Bengasi, Mahmoud Jibril.
02.07.2011 13:40
1 1

Außenminister Spindelegger sagt Hilfslieferungen zu.

"Österreich auf der Seite der Rebellen"

Österreichischer Vizekanzler unterstützt offen Terroristen?

Österreich auf Seite der Terroristen?

Der Tag wird kommen, dann wird da Spindelegger mit seinen neuen Freunden sich ein Lager teilen!

Gast: Aschura
02.07.2011 12:06
1 1

Gaddafi

Es ist schon interessant zu beobachten , wie ein Land wie Lybien trotz Erfahrungen mit ehemaligen Koloniealmächten durch Männer wie Mahmoud Jibril in der westlichen Welt vorgeführt wird.
Diese großartigen Rebellen geben vor für ein freies Libyen zu kämpfen und empfinden keinerlei Scham dabei ,wie unter anderem Frankreich die eigentliche Verurscher des ganzen Elendes sind, mit dem die Bevölkerung der ehemaligen Kolonien zu kämpfen haben um Unterstützung anzubetteln.
Sie tun so als ob es sich bei den Muslimen noch nicht herumgesprochen hätte das die oben angeführten Koloniealisten im Zuge des sogenannten Arabischen Frühlings nur auf ihren Vorteil bedacht sind und vor nichts zurückschrecken um sich diesen zu sichern.
"Es ist keine Lösung einen Diktaor durch einen noch größeren zu ersetzen das solltn diese Herren eigentlich begriffen haben"

Gast: Biersauer
02.07.2011 11:47
1 1

Lieber Herr Spindelecker!

Wenn sie nicht drauf vergessen, dass Europa unter der Last an afrikanischen Asylanten leidet,
dann wäre Gelegenheit, Herrn Jibril zu fragen, ob in Ostlibyen nicht Platz und Gelegenheit wäre, diese jungen arbeitssuchenden Afrikaner
inden verwaisten Oasen Libyens unterzubringen und dort landwirtschaftlich zu bescgäftigen.
Es gibt dort genug Wasser, Gebäude, Energie usw., aber keine Arbeitskräfte.
Wäre ev. der EU auch einen Beitrag wert, dort diese Afrikaner zu beschäftigen.
Wenn SIe verstehen, was ich meine.

Antworten Gast: jowmo
02.07.2011 18:19
1 0

Re: Lieber Herr ..

Sie dürften nicht Libyen,sondern die Alpen meinen.

Gast: Pipefitter
01.07.2011 13:21
1 1

Die Klaquen Kadafis werden sich an die neue Macht in Libyen gewöhnen müssen!


Svenco
01.07.2011 09:42
4 1

NATO sollte nach Frankreich einmaschieren!

Der Gauner in Paris überschreitet alle Grenzen!

Antworten Gast: jowmo
02.07.2011 18:16
1 0

Re: NATO sollte von Frankreich einmaschieren!

Oder sind Sie auch für Grenzkontrollen?

Svenco
01.07.2011 09:39
4 1

Da der Westen

in Frankreichs Waffenlieferungen an die Aufständischen keinen Verstoß gegen die UN-Resolution sieht, verliert seine Glaubwürdigkeit! So gesehen sind viele Diktatoren glaubwürdiger als der Westen. Zumindest belügen sie die Menschen nicht!

Antworten Gast: Grummelbart2
01.07.2011 13:22
1 0

Re: Da der Westen

Aber Hallo! Der Diktator, der sein Volk nicht belügt, muss erst noch geboren werden.

Oder sind Sie der Meinung, dass Gaddafi die Wahrheit sagt? Oder Ahmadinedschad? Oder die Gestalten in Syrien?

Dann liegt das Problem ganzn einfach darin, dass für Sie Lügen von Diktatoren glaubwürdiger sind als Lügen von "unseren" Politikern - was jetzt auch nicht gerade eine Auszeichnung ist.

jowmos
30.06.2011 22:33
1 1

Moskau träumt-das libysche Heer räumt auf

Es ist zu spät- offenbar noch nicht für Moskau.

Ganz oder gar nicht lautet die Devise,der Krieg und das Leid der Bevölkerung muss ein Ende finden.

Wenn die Nato bzw die Rebellen dem libyschen Staatsheer Verbrechen vorwerfen,dann sollte Moskau endlich mit auf den Zug springen und für eine Untersuchung eintreten,welche klarerweise nur erfolgen kann,wenn Libyen befreit wird von militärischer Anarchie.

Moskau sollte mitkämpfen um den Konflikt möglichst bald zu beenden,die Folterhöhlen und unterirdischen"Gefängnisse"ausheben (Im Fernsehen zeigten sie dutzende Folterhöhlen..wie kann das alles sein?)und einen neuen Staat mit modernen Gesetzen und sicheren Lebensbedingungen schaffen-zu welchem ganz eindeutig das Staatsmilitär nicht fähig war,offenbar im Gegenteil..

Warten dort leise in ihren unterirdischen Höhlen,statt ihr vieljähriges Versagen zuzugeben und der Nato alle Wege zu öffnen das Land wieder zu einem Teil der Weltgesellschaft zu machen.

Die Rebellen fordern Geldmittel und werden nach dem möglichen Sieg noch mehr Geld benötigen.Gadaffi fällt,das Militär und die Kräfte,die mit faschistischen Mitteln die Bevölkerung terrorisierten bleiben geduckt,ein offensichtlich demokratisches System wird errichtet,nichts anderes als dass jene Schefs der Rebellen nun Staatsposten erhalten,kurz später eine Polizei gegründet wird und vieles wird wie zuvor.

Die USA und Nato verlieren Zeit-Libyen muss gesichert werden und fortan ohne eigenes Militär existieren.

Frieden -nicht Aufrüstung

ujvar
30.06.2011 22:18
2 0

Diese Revolutionen die wir Westen da unterstutzen werden uns noch liebe Erben schenken

Kein Araber vereinfacht gesagt versteht Demokratie ' sie ist ein Verbrechen in Allahs Augen. Im beinahe demokratischen Marrokko steht Konversion zu einer anderen religion auf Kerker.

Die echten Revolutionen geschehen fast unbemerkt, jedenfalls nicht ganz so erkannt, in Europa. Eine maechtige Rolle rueckwaerts , eine Wegahme sogen, sozialer Errungenschaften, eine Liquidierung von Zuckerln und Wohltaten fuer das Volk, wie nur eine Revolution es schaffen kann, quer durch Europa.

Gast: freiheit
30.06.2011 22:02
3 0

ich würde erst mal recherchieren, wenn man das geld geben möchte

wissen, die überhaupt wär die rebellen sind http://www.federaljack.com/?page_id=37933

wohl kaum, die wissen ja so einiges nicht!

Gast: Blankenstein Husar
30.06.2011 21:28
2 0

Ja, ja...Zuerst rebellieren und dann jammern...

Das haben wir schon so gern....

Def_izit
30.06.2011 20:49
0 0

von vertraulicher seite

infra/thermal gerüstete waffen sind schon länger im land - erklärt auch warum die G-truppen in der nacht viele verluste habe

die ca 200 soldaten und 70 kommandeure die gestern zu den ff überliefen taten das aber aus gewissensgründen

Gast: alle gleich
30.06.2011 20:25
4 1

russland erwacht - libyen

..endlich erwacht russland und zeigt hoffentlich den franzosen wo es lang geht. die aufständischen werden ja zum schlachten der noch regierungstreuen bevölkerung aufgestachelt. frankreich hofft auf viel öl und gas und italien würde gerne seine schulden unter den teppich kehren, welche sie gegenüber dem libyschen volk angehäuft hat
auch china sollte etwas lauter auftreten
entweder die nato und die uno sorgen für ein ende der kämpfe oder sie sollen die finger weglassen. was raus kommt durch falsche infos uam sah man ja schon im irak

lurch
30.06.2011 20:09
4 0

die "armen" Rebellen

Muß mich bei diesem Artikel an einen alten Bilderwitz erinnern.

Da sieht man einen niedergeschlagenen Mann und der Gewalttäter sagt: "und plötzlich begann er mit seinem Gesicht auf meine Faust loszuschlagen!"

2 0

20 tonnen hilfsgüter -

und wer bezahlt das??

Gast: Gesichtschirurg
30.06.2011 19:28
3 0

Geld verzockt !?


5 1

Weinerliche Rebellen

Na das sind mir ja schöne Putschisten die behaupten dass Ihnen der bewaffnete Kampf aufgezwungen worden ist.

Kann sich also demnach ein Mörder auch darauf berufen dass er ja gezwungen wurde zu morden, weil er die Person nicht mehr ansehen konnte? Wie lange geht dieses Affentheater eigentlich noch so weiter?

enzo
30.06.2011 19:05
6 1

Wann kommt die Aktion mit dem Hut ?

Von unserem Spindellecker ??
Die in Athen demonstrieren sind Anarchisten !!!
Die in Libyen gegen das Regime kämpfen sind Rebellen und werden von allen unterstütz !!
Falls in Österreich die Leute gegen die Regierung auf die Straße gehen !!
Sind das dann die Anarchisten oder Rebellen mit EU Segen????

6 0

Re: Wann kommt die Aktion mit dem Hut ?

ö rebellen würden ganz einfach als natsis tituliert werden - und wären damit als vogelfreie gebrandmarkt...

Gast: Bregenz
30.06.2011 18:39
0 1

Waffenlieferung

Österreich sollte Waffen liefern. Nach dem Bürgerkrieg braucht das Land neue Waffen. Warum sollen nur Natostaaten Waffen liefern?

Helmi
30.06.2011 18:38
5 1

HBP?


Wo ist der Praesident nur? Wo?
..


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Re: HBP?

der verklagt gerade 17jährige pubertierende

 
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