Eurokrise: Ex-Kanzler Kohl übt heftige Kritik an der Politik Merkels

17.07.2011 | 18:19 |   (Die Presse)

Der deutsche Altbundeskanzler und frühere CDU-Vorsitzende Helmut Kohl hält Angela Merkels Politik für sehr gefährlich. Der Wirtschaftsflügel der Union vermisst eine klare Linie der Partei in der Europapolitik.

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Hamburg/Wien/Red. Galt die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bis vor Kurzem noch als erfolgreiche Managerin der Eurokrise, regt sich nun in den eigenen Reihen Unmut. Einem Bericht des „Spiegel“ zufolge findet vor allem der deutsche Altbundeskanzler und frühere CDU-Vorsitzende Helmut Kohl heftige Worte für die Europapolitik seiner Nachfolgerin.

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Ein namentlich nicht genannter Vertrauter, der den Altkanzler in letzter Zeit besucht hat, will nämlich wissen, dass Kohl Merkels Europa-Politik für „sehr gefährlich“ halte. Wörtlich soll Kohl gemeint haben: „Die macht mir mein Europa kaputt“, wie das Magazin den ehemaligen Weggefährten zitierte.

Auch andere CDU-Politiker warnen angesichts der eskalierenden Eurokrise Merkel davor, das europafreundliche Erbe der Partei zu verspielen. „Europa ist ein politisches Projekt. Es ist zu wichtig, um es den Ratingagenturen zu überlassen“, sagte beispielsweise der hessische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Chef Volker Bouffier.

Unzufriedenheit ist auch vom Wirtschaftsflügel der Union zu vernehmen. Dort wird eine klare Linie der Partei in der Europa-Politik vermisst. „Das Letzte, was sich eine Exportnation wie Deutschland nun leisten kann, ist eine europaskeptische Bevölkerung“, sagte der Chef des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk.

Genau dieses Vertrauen in die Gemeinschaftswährung scheint in der Bevölkerung rapid zu schwinden. Fast die Hälfte der Deutschen hält es mittlerweile für wahrscheinlich, dass der Euro als Währung scheitern werde. In einer Emnid-Umfrage für „Focus“ gehen 48 Prozent der Befragten davon aus, 49Prozent glauben allerdings nicht daran, dass der Euro scheitert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2011)

 
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24 Kommentare
Gast: Jawasch
09.09.2011 15:42
0

Angela Merkel sucht neue Job

Es ist langsam zum Verzweifeln, das in CDU keine Selbstbewußte Köpfe mehr exsistieren, die Angela Merkel ablösen können. Sie schadet der CDU und Deutschland. Sie hat einfach versagt.

Gast: Sandra
24.08.2011 22:33
0

Europa kaputt, vertrauen verschwunden...

Ich verstehe überhaupt nicht warum sich so viele über Herrn Kohl aufregen, damals gab es noch eine Demokratie in Deutschland, heute sehe ich das nicht mehr so.

enzo
18.07.2011 21:57
0

KOHL

Der Wegbereiter des Unterganges von DE !!!

Gast: grau
18.07.2011 11:07
1

ein projekt der politiker !



mit UNS hatte das ganze NIE etwas zu tun !

da wurde aufgenommen und zusammengepfercht, was mit europa im prinzip nix zu tun hatte, wurde zentralisiert und umerzogen, wurde antidemokratisch gefuhrwerkt-
DAS ERGEBNIS SEHEN WIR !

und zahlen und büssen WIR !

EWFULDA
18.07.2011 10:24
2

Seit es Kohl, Zimmermann Kanter und Koch gibt,

weiß man was man vom C zu halten hat.
Es gab keine verderbteren Menschen als diesen Altbundeskanzler.
Er war nie bescheiden, machtgierig, verlogen und das mit den Sakramenten scheint er auch nicht besonders beachtet zu haben, so mit ...treue.
Ihn noch zu einem Wort kommen zu lassen, dann bittschön gebe man jeden Einsitzer in Stein oder Stammheim die Tribüne.

Gast: Österreicher
18.07.2011 10:11
0

ad Vertrauen

Da Vertrauen verschwindet nicht gegenüber einer Währung, sondern gegenüber den Idioten, die diese Währung verwalten

W.Müller
18.07.2011 09:07
1

Senil ?

WER hat kräftig daran gefeilt, wider jegliche wirtschaftliche Vernunft, genau die 'Club-Med-Länder' in die Eurozone zu nehmen, die heute, vorprogrammiert, Probleme bereiten?

Tip, lieber Altkanzler: Du siehst ihn immer beim Rasieren.


starclimb
18.07.2011 07:53
1

Ich halte von Kohl tausend mal mehr als von Merkel aber von Wirtschaft hatte er leider auch keine Ahnung

Als CDU-affiner Beobachter muss man leider zugeben, dass die wirlklichen Arbeitsmakrtreformen mit Harz-IV unter Schröder gekommen sind - unter Kohl war nur Reformstau.

Und was Kohl heute tun würde wissen wir: Er würde zahlen, und obwohl wir uns das leisten könnten erhöht das nur as Problem, weil sich alle darauf einstellen dass sie nichts arbetien müssen, genauso wie die unzähligen ewigen Sozialfälle die Kohl hinterlassen hat und Harz iV notwendig gemacht haben.

civil liberties
18.07.2011 05:35
3

kohl der verbrecher

hat das deutsche volk verraten und verkauft

der preis der wiedervereinigung war die aufgabe der deutschen mark, sonst haetten die alliierten das niemals akzeptiert

Antworten Gast: errarehumanumest
18.07.2011 08:52
0

Re: kohl der verbrecher

die geschichte nicht verstanden?

der graf
18.07.2011 00:42
0

Kohl, Schroeder und Co.


Antworten der graf
18.07.2011 00:44
3

Re: Kohl, Schroeder und Co.

Die haben alle Dreck am Stecken. Ich bin mir ziemlich sicher das der Schroeder auf der Gehaltsliste des FSB/KGB war. Der sofortige Wechsel nach Russland nachdem er Kanzler war spricht Bände.

Gast: Neugast
17.07.2011 23:09
4

... was für ein Projekt?

„Europa ist ein politisches Projekt. Es ist zu wichtig, um es den Ratingagenturen zu überlassen“
Gemeint war wohl:
Der EURO ist ein politisches Projekt. Er ist zu wichtig, um wirtschaftlicher Vernunft untergeordnet zu werden

Na dann...

Antworten de Voltaire
18.07.2011 05:21
1

Re: ... was für ein Projekt?

Wollte ich auch gerade schreiben, aber dann habe ich Ihren Beitrag gesehen.

Volle Zustimmung! Der hessische Ministerpräsident hat das Problem immer noch nicht verstanden. Merkel zu kritisieren ist richtig, aber wenn die Kritiker noch weniger verstanden haben ...

CreepingConsumption
17.07.2011 23:08
0

Jaja, die Statistik

48% der Deutschen "gehen davon aus", dass der Euro scheitert. Das könnte ja wohl nur in eine Währungsreform münden - und da gibt´s massig Verluste.
Da aber aus D noch kein massiver Bankrun berichtet wird, gibt´s nur folgende Möglichkeiten:
a) Die Befragten besitzen kaum Barvermögen
b) Die Zahl ist gelogen

Antworten Anton auf der Wieden
18.07.2011 00:24
0

Re: Jaja, die Statistik

c) die Deutschen haben von Wirtschaftspolitik (wie auch die Österreicher) keine Ahnung.

Antworten Antworten CreepingConsumption
18.07.2011 09:17
0

Re: Re: Jaja, die Statistik

Das ist ja das Seltsame: Wenn jemand davon ausgeht, dass seine Währung "kracht", wird er ja sein Barvermögen abheben, oder? Dazu ist ja keine Ahnung von Wirtschaftspolitik notwendig.

Gast: radius
17.07.2011 22:08
1

"Die macht mir mein Europa kapputt."

Diese arrogante Ansage kann nur von einem Menschen kommen, der am Krankenbett schnell noch seine Liebste heiraten musste, um ihr eine gute Altersversorgung zu sichern, dieser Lump und Dieb.

Ja, so denken Sie die Mächtigen und sprechen von ihrem Europa, als wäre es ihr Eigentum.

Dr.Gernot Stöckl
17.07.2011 21:30
2

Frau Merkel hat die falschen Berater!

Sowohl in der Währungspolitik, als auch in der Klimapolitik!

EWFULDA
17.07.2011 21:00
1

So ist's recht

So ist's recht Das Trio infernale Kohl; Weigl und Genscher haben die Grundlagen dafür gelegt und der Arbeiterverräter Schröder hat noch den Rest besorgt.
Frau Merkl ist zwar naiv auf die FDP hereingefallen, aber dass der Karren so versackt ist,da kann sie wenig dafür. Sie muß es halt als höchster Representant der C-Partei auslöffeln, die stinkige Euro-Brühe.
Wie der Max Obermaier goldrichtig beurteilt, Herr Kohl und Konsorten müssten auf Hartz4-Basis entlohnt werden, um nur annähernd den Schaden auszugleichen den sie verursacht haben.
Fazit, es kräht immer der falsche Hahn auf dem falschen Misthaufen.
Und noch etwas zum Kanzler der Einheit, dieser Trittbrettfahrer, ohne Schmitt und Brandt hätte er nicht einmal das zustandegebracht.

EWFULDA
17.07.2011 20:59
1

So ist's recht

So ist's recht Das Trio infernale Kohl; Weigl und Genscher haben die Grundlagen dafür gelegt und der Arbeiterverräter Schröder hat noch den Rest besorgt.
Frau Merkl ist zwar naiv auf die FDP hereingefallen, aber dass der Karren so versackt ist,da kann sie wenig dafür. Sie muß es halt als höchster Representant der C-Partei auslöffeln, die stinkige Euro-Brühe.
Wie der Max Obermaier goldrichtig beurteilt, Herr Kohl und Konsorten müssten auf Hartz4-Basis entlohnt werden, um nur annähernd den Schaden auszugleichen den sie verursacht haben.
Fazit, es kräht immer der falsche Hahn auf dem falschen Misthaufen.
Und noch etwas zum Kanzler der Einheit, dieser Trittbrettfahrer, ohne Schmitt und Brandt hätte er nicht einmal das zustandegebracht.

EWFULDA
17.07.2011 20:48
0

So ist's recht


starclimb
17.07.2011 20:19
1

Kohl soviel er auch erreicht hat betrieb Politik mit dem Vollen Sparstrumpf. Die Zeiten sind leider vorbei

Helmut Kohl hat einfach das ganze Geld (wie jeder Politiker seiner Zeit) dass während der Wirtschtswunderjahre angespart wurde mit vollen Händen hinaus geschmissen.

Die Zeiten wo es nur um Umverteilung und Deutschland zahlt dann wird alles gut sind vorbei:

a) weil Deutschland selber (auch Dank Kohl) Schulden über Schulden hat

b) weil die Ansprüche immer stärker gewachsen sind ein Griechenland kann niemand mehr halten

Max Obermeier
17.07.2011 20:15
2

Still

Helmut Kohl sollte leiber STILL sein eigentlich sollte ihn Justizia wegen der Paterispendenaffäre einsperren das gleiche gilt für den Eurobetrug an Europas Völkern, Was die Umfragewerte Betrift das sind Zahlen die Uhnen kein Mensch GLAUBT selbst die NEUESTEN gekauften WERTE sagen 60% der Deutschen GLAUBEN nicht mehr an den EURO und wenn man die Leute im 1:1 Gespräch fragt landet man RUCK ZUCK bei 90 % und das Undemokratische Verhalten der EU Verurteilen ebenso viele und immer wieder die Frage wer hat die GEWÄHLT.

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