Die deutschen Sicherheitsbehörden fürchten, dass der Attentäter von Norwegen zum Vorbild militanter Islamgegner werden könnte. "Er könnte als Blaupause für Nachahmer dienen", sagte der Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Alexander Eisvogel, dem am Sonntag erschienenen "Spiegel".
Sorge mache den Behörden vor allem, dass der geständige Attentäter Anders Behring Breivik seine Vorbereitungen akribisch dokumentiert und dann im Internet veröffentlicht habe. "Genau diese Mischung aus den Anschlägen und deren öffentlich nachlesbar genau beschriebenen Vorbereitungen macht uns derzeit die größte Sorge."
"Neue Form der Ausländerfeindlichkeit"
Nach Einschätzung des Verfassungsschützers handelt es sich bei dem Attentat um eine "neue Form der Ausländerfeindlichkeit, die nicht mehr rassistisch, sondern kulturalistisch und ideologisch argumentiert". Diese ideologische Mischung "aus Mystifizierung der Tempelritter und Islamhass unter gleichzeitiger expliziter Ablehnung nationalsozialistischen Gedankengutes" sei allerdings etwa für deutsche Rechtsextremisten "schwer verdaubar".
Durch die Anschläge vom 22. Juli waren 77 Menschen, unter ihnen viele Jugendliche, ums Leben gekommen. Behring Breivik hatte zugegeben, zunächst eine Bombe im Regierungsviertel gezündet und dann auf die Teilnehmer eines Sommerlagers auf der Insel Utøya geschossen zu haben.
(Ag.)
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