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Türkei droht der EU wegen Zypern-Vorsitz

18.09.2011 | 17:53 |   (DiePresse.com)

Sollte Zypern wie geplant 2012 den EU-Vorsitz übernehmen, werde man die Beziehungen zur Union auf Eis legen, warnt der türkische Vizepremier.

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[ANKARA/reuters/apa/afp/red.] Nach dem diplomatischen Streit mit Israel wegen des Todes türkischer Aktivisten bei der Erstürmung des Gaza-Hilfsschiffes „Mavi Marmara“ im Vorjahr verschärft Ankara nun auch den Ton gegenüber der Europäischen Union: Während der EU-Präsidentschaft Zyperns im nächsten Jahr werde man die Beziehungen zur EU auf Eis legen, drohte am Wochenende der türkische Vizepremier Beşir Atalay.

„Wenn die EU ihre rotierende Präsidentschaft Südzypern gibt, wird es zu einer richtigen Krise zwischen der EU und der Türkei kommen“, sagte Atalay am Ende eines Besuchs in Nordzypern. Der Vizepremier verwies auf ähnliche Warnungen von Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan Ende Juli. „Wir haben dies angekündigt, und wir haben als Regierung eine Entscheidung getroffen. Unsere Beziehungen zur EU werden jäh abreißen“, bekräftigte Atalay.

Einmarsch türkischer Truppen

Zypern soll den EU-Ratsvorsitz im Juli 2012 übernehmen. Die Republik im Süden der Insel wurde am 1. Mai 2004 Mitglied der Union. Vor allem Athen hatte sich für einen Beitritt Zyperns stark gemacht. Offiziell nahm die EU aus völkerrechtlichen Gründen sogar die gesamte Insel auf – de facto kam aber nur der südliche, griechischsprachige Teil zur EU, nicht auch der Norden mit der international nicht anerkannten, türkischsprachigen Republik Nordzypern.

Der Nordteil Zyperns steht nämlich seit 1974 unter Kontrolle der Türkei. Türkische Truppen waren damals nach einem Militärputsch in Athen einmarschiert, um – eigenen Angaben zufolge – die türkische Volksgruppe auf der Insel „vor griechischen Nationalisten zu beschützen“. Der UN-Sicherheitsrat bekräftigte zwar die territoriale Integrität Zyperns, dennoch wurde 1983 eine „Türkische Republik Nordzypern“ gegründet, die aber nur von der Türkei anerkannt wird. UN-Blauhelme überwachen die Waffenstillstandslinie zwischen beiden Teilen.

Beitritt ohne Lösung des Konflikts

2004 wurde eine Volksabstimmung über einen Kompromissplan von UN-Generalsekretär Kofi Annan abgehalten, der eine Wiedervereinigung der Insel hätte ermöglichen sollen. Der türkisch besetzte Nordteil Zyperns stimmte zu, die Bevölkerung im griechisch dominierten Südteil lehnte den Plan aber ab. Nur kurz darauf wurde Zypern trotz des weiter ungelösten Konflikts in die EU aufgenommen. Unter anderem an der Zypern-Frage spießt sich derzeit auch der Abschluss weiterer Kapitel bei den EU-Beitrittsgesprächen mit der Türkei. Bisher wurde erst eines der Kapitel abgeschlossen.

Israelische Truppen in Griechenland?

Unterdessen berichtet das britische Militärfachmagazin „Jane's Defence Weekly“ unter Verweis auf diverse Quellen, dass sich vor dem Hintergrund der Verstimmung mit der Türkei Israel massiv Griechenland zuwendet. Am sechsten September hatte Griechenlands Verteidigungsminister Panos Beglitis bei einem Besuch in Israel einen bilateralen militärischen Kooperationspakt geschlossen – nun heißt es, dass die Premierminister beider Länder vor Tagen beschlossen hätten, angesichts starker türkischer See- und Luftoperationen im östlichen Mittelmeer den Pakt zu „aktivieren“: Demnach könnten israelische (Luftwaffen-)Einheiten griechische Basen in der Ägäis, also an der hinteren Flanke der Türken, nutzen, und beide Länder würden Geheimdienstinformationen austauschen.

Israelische Kampfjets hatten zuletzt 2009 auf Kreta Offensivmanöver durchgeführt, vor Kurzem kaufte Griechenland in Israel Fernlenk-Nachrüstsätze für Fliegerbomben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19. September 2011)

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411 Kommentare
 
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Sollte Zypern wie geplant ...

Alleine diese 2.Überschrift: "Sollte Zypern wie geplant 2012 den EU-Vorsitz übernehmen, werde man die Beziehungen zur Union auf Eis legen, warnt der türkische Vizepremier.." ist die reinste Zumutung.
Was stellen sich diese Schuhlosen, mit Platz 175 bei der Leistungsbilanz, eigentlich vor ?

Ich vermute, das soll heissen, "wenn die EU nicht stantapede die Regeln ändert, und Zypern aufs Abstellgleis ..."

Bitte liebe Türken, Wir behalten die EU-Regelung bei, und Ihr Großkotze verduftet endlich aus dem Dunstkreis der Europäer.

Hoffentlich habt Ihr soviel Ehre im Leibe, um endlich - wenigstens zu diesen Worten zu stehen !

Gruß aus dem CPF/HPF ;)

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Tolle Idee Erdogans


Erdogan droht 100.000 nicht türkischen Armeniern mit Deportation:

„Es sind nicht meine Staatsbürger“, also muss er sie nicht in „seinem“ Land behalten.

Daraud türkische Foristen:

""Sollte die Türkei diesen Fehler begehen, dann wäre das nur der Präzedenzfall, auf den ganz Europa warte, um die Türken in europäischen Ländern auszuweisen, hieß es in einer ganzen Anzahl der zuletzt 337 Leserkommentare auf der Webseite der Zeitung „Hürriyet“.""

http://www.welt.de/politik/ausland/article6815281/Tuerkei-droht-100-000-Armeniern-mit-Deportation.html

Gast: Schuhputzer
19.09.2011 19:25
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Türkei droht oder ist beleidigt

Sibirien ist sogar noch europäischer als die Türkei.
Die angeblich so boomende türkische Wirtschaft ist auch nur eine Halbwahrheit. Was wird denn dort produziert? Haribo-Zuckerln und westliche Lizenzprodukte. Kann mir jemand ein türkisches Markenprodukt sagen, das irgendwer bei uns kennt?

Antworten Gast: Maat
19.09.2011 20:24
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Re: Türkei droht oder ist beleidigt

Ja! Halal!

Antworten Antworten Gast: Schuhputzer
19.09.2011 21:43
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Re: Re: Türkei droht oder ist beleidigt

gg.. ich kenn nur das Halali! Weidmannsheil!

Gast: Hans im Glück
19.09.2011 16:07
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Bis dahin Problem lösen... wie wärs damit?

Die Türkei hat in den letzten Jahren genügend Vorbeitritts-Unterstützungen bekommen, dass es bis mitte 2012 das Zypernkonflikt elegant lösen könnte.

Aber nein, das geht ja nicht, man will alles, weicht aber keinen Millimeter.

Ob die als EU-Mitglied sich anders benehmen würden? Wird es auf Zypern dann ein Schengen geben? Reisefreiheit? ...

Ohne die Lösung des Zypern-Problems, schon gar kein EU-Beitritt.

Was soll das??

Was will die Türkei denn machen?? Soweit ich weiß, haben die sowieso nichts in Zypern verloren. Sie haben es nur militärisch besetzt!

Und jetzt wollen sie auch noch Forderungen stellen?? Meiner Meinung nach darf man die Türkei gar nicht in die EU aufnehmen! Sonst droht uns wahrscheinlich ein zweites Griechenland!
Die Türken sind eh schon überall in der EU, die brauchen gar nicht mehr betrehten!

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Naja,

Unter anderem an der Zypern-Frage spießt sich derzeit auch der Abschluss weiterer Kapitel bei den EU-Beitrittsgesprächen mit der Türkei.

Hoffentlich noch sehr sehr lange.

Zur Geschichte

Türkische Truppen sind 1974 nach einem Putsch der Nationalgarde in Zypern selbst einmarschiert (Sturz von Makarios), um die türkische Volksgruppe auf der Insel vor griechischen Nationalisten zu beschützen, die ja in der Tat den Anschluss ("Enosis") an Griechenland planten. Athen war darin zwar verwickelt, aber der Putsch fand nicht dort statt! Bitte genauer die historischen Daten beachten -- dann versteht man auch die türkische Haltung besser. Ohne Putsch hätte es kaum eine türlische Invasion gegeben. Ich habe sie damals in der Türkei als Tourist am Rande miterlebt.

Re: Zur Geschichte

es ist an der zeit, dass die türken wieder abziehen und ihre neusiedler wieder mitnehmen.

Antworten Antworten Gast: Karl Huber
19.09.2011 15:50
0 0

Re: Re: Zur Geschichte

Also wenn das stimmt was mir ein Bekannter sagte gibt es mittlerweilen fast mehr Kurden als Zyprioten im Nordteil. Und die Zyprioten sind alles andere als "begeistert" darüber.

Re: Re: Re: Zur Geschichte

es ist wahr..die muslimischen zyprioten sind in der minderheit.
ob das alles kurden sind weis ich nicht, aber es ist nicht anzunehmen, dass die türken kurden ansiedeln und das kurdenproblem exportieren

Sch. auf die Krise

raus mit den Türken aus Zypern, die sich dort seit 1974 widerrechtlich befinden. Es interessiert hoffentlich keinen, ob die dann den Kontakt zur EU abbrechen, auf Eis legen oder sonst was damit machen.

Antworten Gast: Suelk
19.09.2011 12:52
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Re: Sch. auf die Krise

Es ist eher so, dass keinen interessiert, was du hier für ein Stammtischgelaber von dir gibst....

Antworten Antworten Gast: RealistischBetrachtet
19.09.2011 13:23
1 1

Re: Re: Sch. auf die Krise


Wenn die Wahrheit einen beleidigt...

Re: Re: Sch. auf die Krise

Ah, so sieht eine kontruktive Kritik aus. Gab es Ihrer Meinung nach keine widerrechtliche Besetzung Nordzyperns? Oder sind Sie der Meinung, dass es nach wie vor ein Osmanisches Reich gibt mit der damaligen Ausdehnung?

Antworten Antworten Antworten Gast: Klaus C.
19.09.2011 14:53
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Re: Re: Re: Sch. auf die Krise

Die Kreuzritter und die Lusignans beherrschten die Insel bis 1489, anschließend gehörte die Insel bis 1571 zur Republik Venedig, danach zum Osmanischen Reich.

1878 verpachtete das Osmanische Reich die Insel an Großbritannien, das diesem im Gegenzug Unterstützung gegen einen Vorstoß der Russen zusagte. Mit dem Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg (1914) auf Seiten der Mittelmächte Deutschland Österreich usw. wurde die Insel von den Briten annektiert. Sie gehörte bis zum Inkrafttreten des Vertrags von Lausanne im Jahre 1923 formal noch der Türkei, die sie in besagtem Vertrag rückwirkend als seit 1914 durch Großbritannien annektiert anerkannte. 1925 wurde Zypern Kronkolonie. Zypern wurde am 16. August 1960 aufgrund des Abkommens von Zürich zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei unabhängig.

Nach Unruhen und Spannungen zwischen den Volksgruppen wurde im Jahr 1964 die United Nations Peacekeeping Force in Cyprus (UNFICYP) im Land stationiert, um eine Eskalation des Zypernkonflikts zu verhindern. Dies gelang jedoch nicht. In einem von der griechischen Junta unterstützten Putsch der Nationalgarde wurde 1974 Präsident Makarios gestürzt. Die nationalistisch orientierten Putschisten strebten die Angliederung an Griechenland an (Enosis). Als Folge von Pogromen und ethnischen Säuberungen und unter Berufung auf ihre Rolle als Garantie- und Schutzmacht der türkischen Inselbewohner intervenierte die Türkei und besetzte den Norden Zyperns.

Re: Re: Re: Re: Sch. auf die Krise

Genau so ist es! (s.o. meinen Eintrag um 13.35 Uhr)

Den anderen ins Stammbuch: Kreisky hätte gesagt "Lernen S' Geschichte" -- und recht hätte er.

Re: Re: Re: Re: Re: Sch. auf die Krise

dann bedeutet das für mich, dass ein souveräner Staat Zypern von der Türkei teilweise besetzt wurde, die Staatengemeinschaft wieder mal untätig zusah, und de facto die Türkei sich immer noch widerrechtlich einen Teil Zyperns angeeignet hat. Und Geschichte habe ich zur Genüge gelernt, offenbar kann man das nicht von jedem behaupten.

Re: Re: Re: Re: Re: Sch. auf die Krise

das ändert nichts an der überlangen besetzungdauer noch an der (illegalen) immigrationspolitik der türkei

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sch. auf die Krise

Da haben Sie recht, aber das ändert nichts daran, dass die zypriotischen Griechen 1974 diesen Konflikt fahrlässig heraufbeschworen haben!


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Haygo
19.09.2011 15:40
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Re: Re: Re: Re: Sch. auf die Krise

Im Vertrag von Lausanne (am 24. Juli 1923 auf Schloss Ouchy) MUSSTE die Türkei als Verlierer des Krieges der von Großbritannien am 5. November 1914 proklamierten Annexion Zyperns zustimmen Zypern abtreten.
Das ist Fakt.

Re: Re: Sch. auf die Krise

sie haben keine intelligente sachargumente?
nur gelaber?

Gast: Aha
19.09.2011 11:27
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Die Achse....

Türkei und Ägypten bilden jetzt nicht nur eine , sondern die "wahre" Achse der Demokratie!!

Selten so einen Blödsinn gehört, ich habe direkt laut Lachen müssen.

Ein anderes Land besetzt halten und von Demokratie zu sprechen ist wirklich grusig.

Antworten Gast: aso
19.09.2011 12:41
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Re: Die Achse....

dafür gibt es mehrere beispiele: israel, usa, ....

Gast: Haygo
19.09.2011 11:18
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Die Türkei, stark wie noch nie

So wie Deutschland, ist auch die Türkei ist eine starke Lokomotive, deren Wirtschaft seit Jahren im Rekordtempo wächst. Im Halbjahr 2011 z. B. wiederum um zehn Prozent.
In der Türkei sind, im Gegensatz zum EU-Raum, die Haushaltsdefizite längst passee. Auch die einst chronische Inflation hat die Türkei durch konsequente Wirtschaftspolitik besiegt.
Die europäischen Staaten hingegen werden erdrückt von einer immensen Schuldenlast, verursacht durch permanent hohe Haushaltsdefizite und ununterbrochener Verletzungen der Maastricht-Kriterien. Bei Schuldenhöhe und Haushaltsdefizit erfüllt die Türkei die Maastricht-Kriterien

 
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