Berlin/Reuters/Ag. EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Oli Rehn erhöhte am Sonntag den Druck auf Griechenland. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters warnte Rehn davor, dass die Mitgliedschaft Griechenlands in der Euro-Zone auf dem Spiel stehe. Griechenland habe vergangene Woche das Vertrauen seiner Eurozonen-Partner zerstört und selbst den ersten Schritt getan zur Aufgabe der Gemeinschaftswährung, kritisierte der EU-Kommissar. Nun habe er aber den Eindruck, dass Griechenland wieder umgekehrt sei.
Die Eurogruppe erwarte, dass Finanzminister Evangelos Venizelos am Montag beim Treffen der 17 Eurozonen-Finanzminister einen überzeugenden Bericht vorlegen dazu werde.
Mitte Dezember geht Geld aus
Zur Möglichkeit eines Austritts Griechenlands aus dem Euro sagte Rehn: „Wir wollen das nicht, aber wir müssen auf alle Optionen vorbereitet sein – auch auf diese, um die Stabilität des Finanzsystems und den Euro zu sichern.“
Rehn bekräftigte, dass das griechische Parlament den jüngsten Hilfsplan seiner EU-Partner billigen und die damit verbundenen Sparmaßnahmen beschließen müsse, bevor die nächste Tranche an Hilfsgeldern nach Athen fließen könne.
Nach Angaben der griechischen Regierung geht ihr spätestens Mitte Dezember das Geld aus, wenn bis dahin nicht die in Aussicht gestellten acht Milliarden Euro überwiesen werden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2011)
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