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Nach Berlusconi-Rücktritt: Monti in den Startlöchern

13.11.2011 | 18:31 |   (DiePresse.com)

Italiens umstrittener Ministerpräsident, Silvio Berlusconi, ist am Samstagabend zurückgetreten. Präsident Napolitano könnte noch heute Ex-EU-Kommissar Mario Monti mit der Regierungsbildung beauftragen.

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Italiens Premier Silvio Berlusconi ist zurückgetreten. Der 75-jährige Regierungschef, der seit Mai 2008 im Amt war, reichte am Samstagabend bei Staatspräsident Giorgio Napolitano seinen Rücktritt ein. Das bestätigte das Büro des Staatschefs. Es ist ein Abgang mit Ankündigung: Berlusconi hatte in der Vorwoche die Regierungs-Mehrheit im Parlament verloren und daraufhin seinen Rücktritt versprochen. Als Bedingung stellte Berlusconi die Billigung eines Sparpakets mit Wirtschaftsreformen und Liberalisierungsmaßnahmen. Diese Bedingung wurde nun erfüllt. Nach dem Senat am Freitag passierten die Reformgesetze am Samstag auch das Abgeordnetenhaus.

Italiens Präsident übernimmt Ruder

Der italienische Präsident Giorgio Napolitano hat am Sonntag eine Konsultationsrunde durchgeführt, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. Das Staatsoberhaupt hat zuerst die Parlamentspräsidenten Gianfranco Fini und Renato Schifani und dann die verschiedenen Parteichefs getroffen.

Bei den Konsultationen traten Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien auf, die eine Übergangsregierung unter der Führung des ehemaligen EU-Kommissars Mario Monti unterstützen sollten.

Während die stärkste italienische Oppositionskraft, die Demokratische Partei (PD), eine ausschließlich aus parteiunabhängigen Fachleuten bestehende Regierung fordert, verlangt die Partei des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi "Volk der Freiheit" (PdL Volk der Freiheit) ein Kabinett mit einem beschränkten Regierungsprogramm, das lediglich die von der EU geforderten Wirtschaftsreformen umsetze. Die Oppositionspartei "Italien der Werte" (IDV) verlangt dagegen eine zeitlich beschränkte Übergangsregierung.

Nach Ende der Konsultationsrunde wird mit einer raschen Bekanntgabe des nominierten Berlusconi-Nachfolgers gerechnet. Napolitano unterstützt die Kandidatur des ehemaligen EU-Kommissars Mario Monti für das Amt des Premiers einer Übergangsregierung, die Italien bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 führen soll. Laut informierten Kreisen in Rom könnte der Staatschef bereits am Sonntagabend Monti mit der Regierungsbildung beauftragen. Damit will Napolitano vor der Eröffnung der Börsen am Montag ein klares Zeichen der Zuverlässigkeit Italiens setzen.

Die Regierungspartei "Volk der Freiheit" (PdL - Popolo della liberta) um den zurückgetretenen italienischen Premier hat sich am Samstagabend bereiterklärt, eine Übergangsregierung unter der Führung Montis zu unterstützen. Monti solle sich zur Umsetzung eines Regierungsprogramms aus Maßnahmen verpflichten, die die EU von Italien verlangt. Die mit Berlusconi verbündete rechtspopulistische Lega Nord will dagegen eine Übergangsregierung mit Monti als Premier nicht unterstützen und fordert vorgezogene Parlamentswahlen.

Bei einem zweistündigen Gespräch im Regierungssitz hatte Monti Berlusconi am Samstag eine mögliche Ministerliste für seine eventuelle Regierung präsentiert, die ausschließlich aus parteilosen Experten bestehen sollte. Berlusconi habe sich bereit gezeigt, das neue Kabinett zu unterstützen, er stellte jedoch die Bedingung, dass sein Staatssekretär Gianni Letta das Amt des Vizepremiers übernehme, verlautete aus Regierungskreisen in Rom. Die oppositionelle Demokratische Partei, die ebenfalls eine Regierung unter Monti unterstützen soll, stemmt sich gegen Lettas Beitritt in das neue Kabinett.

Berlusconi: Der Cavaliere hat den Kampf verloren

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Der 75 Jahre alte Berlusconi, dessen Rücktritt am Samstag mit Schmährufen, Pfiffen und Autokarussellen in Rom gefeiert wurde, hat offenbar die Hoffnung nicht aufgegeben, noch einmal an die Macht zu kommen. Der Medienzar zeigte sich am Sonntag über die Arbeit seiner Mitte-rechts-Partei "stolz" und bereit, den "Weg der Regierung" wieder aufzunehmen, wie er in einem Brief an die Teilnehmer am Kongress der Rechtspartei "La Destra" in Turin erklärte. Diese Worte nähren Spekulationen, dass Berlusconi in der Politik bleiben und bei den nächsten Parlamentswahlen wieder kandidieren könnte.

"Ich bin stolz auf das, was wir in diesen letzten dreieinhalb Jahren getan haben, die von einer internationalen Krise ohne Gleichen in der Geschichte gekennzeichnet waren", schrieb Berlusconi. Innenminister Roberto Maroni berichtete, er habe lang mit Berlusconi nach seinem Rücktritt gesprochen. "Er ist mitgenommen, müde und verbittert, doch er ist ein großer Kämpfer", so Maroni, "Nummer Zwei" der Lega Nord. Maroni kritisierte die Menschenmenge, die am Samstagabend Berlusconis Rücktritt gefeiert hatte. "Das was wir gesehen haben, war nicht schön: Leute, die beleidigen, spucken und Gegenstände werfen", kritisierte Maroni.

Gestürzt durch die eigenen Reihen

Gestürzt wurde der vor allem für seine Affären und Skandale bekannte Berlusconi von Abgeordneten aus den eigenen Reihen, die ihm in der Vorwoche beim Beschluss des Rechenschaftsberichts für das Haushaltsjahr 2010 die Gefolgschaft verweigerten.

Der Mailänder Medienzar hat die italienische Innenpolitik seit 1994 geprägt. Das Ende des Kabinetts Berlusconi IV.kam aber nicht überraschend, angezählt war Berlusconi schon lange. Der trickreiche Cavaliere musste sich seit 2008 durch 52 Vertrauensabstimmungen winden.

 

(APA/Red.)

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69 Kommentare
 
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Gast: africano
14.11.2011 18:22
0 1

Monti kann die Krise mit dem EURO Schirm

ohne weiters überwinden.
Ohne EURO -Schirm macht er eine saubere Bauchlandung.

Gast: check
14.11.2011 18:09
0 1

Monti pythons lying circus


Gast: black magic
14.11.2011 15:41
2 1

Italien kann die Krise nicht überwinden!

kein Marktteilnehmer des heutigen Währungssystems kann die Krise überwinden, weil der Zusammenbruch systemimmanent ist.

Geld regiert die Welt.
Wer regiert das Geld?

Das ist die entscheidende Frage.

Re: Italien kann die Krise nicht überwinden!

Und wenn sie es doch tun?
Bin neugierig auf welcher Welle ihr dann reitet

Re: Re: Italien kann die Krise nicht überwinden!

Klimawandel.

Dear EU-member states

we cannot overcome this crisis by words
we have to undertake a currency reform

DEAL WITH IT

Claro.

Santo Clauso ist ja Italiener, und zu Weihnachten bringt er allen Geschenke, packt dann die italienischen Schulden in den leeren Sack und leert den dann über dem Nordpol aus. Und schon steht Italien wieder blendend da, als ob nie was gewesen wäre. Und Berlusconi kann wieder Präsident machen.

"Italien kann die Krise überwinden"

jössas
ich hab noch gar nicht die Lottzahlen nachg´schaut
weil "nichts ist unmöglich"....

8 1

Was will denn Monti retten?

Er hat ja nicht mal die Zeit dazu um auch nur irgendetwas auszurichten.

Das einzige was er tun kann, die Märkte zu "beruhigen", damit das Spiel weiter geht, für alle anderen Maßnahmen fehlt schlicht und einfach die Zeit.

Also lernen wir daraus, wenn jamand Italien rettet, so sind es wieder mal die EU-Staatsbürger der anderen Länder...und selbst das geht sich nicht aus, denn Monti kann die enormen Schulden nicht einfach wegzaubern.

6 0

Sicher wird Italien die Krise überwinden!

Nur, wie hoch ist der Preis und wer wird diesen zahlen? Frankreich wird mit Sicherheit mitgehen! Dort ist auch die Auswechselung von Sarkozy erforderlich!

Gast: MAMALEONE1
14.11.2011 09:40
6 0

WO DER ÜBERALL DABEI IST

Goldmann Sachs , Coca Cola, Bilderberger....

http://de.wikipedia.org/wiki/Mario_Monti#Organisationen

0 0

Re: WO DER ÜBERALL DABEI IST

wenn der die al kaida des finanzsystems berät, dann muss er ja was drauf haben

Re: WO DER ÜBERALL DABEI IST

Da ist was faul im Staate Däne...äh Italien.

Bin schon sehr gespannt wann wir die nächste Privatbanken-Regierung bekommen.

Gast: Hans im Glück
14.11.2011 09:26
4 1

Monti: "Italien kann die Krise überwinden"

Italien schon.

EU und EUR nicht.

Gast: leopold12
14.11.2011 09:21
4 0

nicht zu glauben.....

für wie blöde ihr das volk
haltet, liebe presse.

Gast: DerPatriot
14.11.2011 09:16
3 0

YES WE CAN!

"Monti: "Italien kann die Krise überwinden""

Haaaaaa das ist wohl mittlerweile ein modespruch im maroden europa.
den hab ich von papandreou auch schon gehört und das ergebniss kennt ja jeder!

Gast: S-Express
14.11.2011 09:00
6 0

Italien: Monti ist im Nebenjob Berater bei Goldman Sachs

Bei den gleichen Bankstern die Griechenland erfolgreich in die EU bilanzierten.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/31904/

Der Bock wird zu Gärtner!

Re: Italien: Monti ist im Nebenjob Berater bei Goldman Sachs

Da kann man dann nur noch "guten Appetit" wünschen.

Gast: S-Express
14.11.2011 08:14
3 0

Unelected eurocrats highjack EU?

http://rt.com/news/monti-italy-new-cabinet-231/

0 0

Re: Unelected eurocrats highjack EU?

was sollen wahlen ausrichten, wenn die medien in der hand einer gruppe sind? solche wahlen sind nicht mal mehr eine farce

Gast: Ösi
14.11.2011 08:09
1 0

Es war ein Donnerstag...

...als das Packet mit der Packung von Monkees go Bananas (nachfolgend MgB genannt) bei mir zu Hause ankam. Es war mittlerweile 17Uhr und ich beschloss vor dem Fußballtraining noch einen kleinen reefer zu rauchen.

Die Konsistenz von MgB weicht nicht von den Standardmischungen ab. Leicht flockig, wenig Strunken (Stiele) insgesamt also okay.

Der Geruch: Nase dran, hmm, riecht komisch. Irgendwie nach Kokos, Kokos mit Alkohol. Erinnert irgendwie an Batida de Coco der Geruch.

Wie erwähnt einen Geraucht, dann auf mein Bett gesetzt und meine 4 Lowryder Pflänzchen gehegt.

Jo, und jetzt kann ich wieder locker, flockig zu euch posten meine lieben Presse-Freunde.

Nichts zu tanken euer Ösi.

Gast: black magic
14.11.2011 00:55
4 1

Marionetten

Es ist völlig egal, wer den Staaten "vorsteht".
Unsere Politiker empfangen seit Dekaden die Direktiven von der Finanzoligarchie.

http://www.youtube.com/watch?v=tm6xuWGx5Lw

Plan B:
www.wissensmanufaktur.net

Fein...jetzt werden ReGIERungen

schon OHNE Wahlen geschaffen.
In Griechenland und in Italien mit Papademous und Monti (Beides aktive Goldman-Sachs Berater)
Doch das wird geflissentlich verschwiegen.

Monti soll neue Regierung bilden

jetzt wird alles wieder gut

Gast: News2011
13.11.2011 21:31
8 2

Es läuft alles genau nach Plan ab.

Was jetzt passiert ist eine totale Machtübernahme der Bilderberger. Sie haben die Krise zuerst geschaffen, um als "Lösung" ihre führenden Köpfe in die oberste Machtposition zu platzieren. Das selbe in Griechenland. Der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, wird als neuer Ministerpräsident in Athen vereidigt.
Die Chefin des IWF, Christine Legarde, ist auch eine Bilderbergerin, der Präsident des Europäischen Rat, Herman Van Rompuy auch, der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi ist auch einer, der Kanzlerkandidat der SPD Peer Steinbrück auch, wurde beim letzten Meeting in St. Moritz von den Bilderbergern dazu gekürt, der Oberbankster Josef Ackermann sowieso und so weiter. Das Ziel ist nicht den Euro zu retten, sondern genau das Gegenteil. Es soll noch mehr Zentralismus stattfinden, noch mehr Zerstörung der Souveränität der Länder, mit dem Ziel einer Weltdiktatur, mit einer Weltwährung und einer Weltregierung.

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/11/der-bilderberger-mario-monti-als.html


Re: Es läuft alles genau nach Plan ab.

Wenn man zurückblickt so hat sich Europa in der Zeit, in der jede kleine Stadt ihre eigenen Zölle und Bestimmungen erlassen hat wirtschaftlch kaum entwickelt, erst mit dem Wegfall dieser Kleingeistigkeit hat sich Europa rascher entwickelt. Heute ist die Situation ähnlich. Nationalstaatlich können weder Finanzprobleme noch massive Umweltproblem gelöst werden (wenn ein Staat strengere Umweltgesetze erläßt, so gerät er wirtschaftlich in Nachteil, zumindest für den Anfang) Nur in größerem Rahmen können solche Problem gelöst werden. Daher wären die Vereinigten Staaten von Europa keine schlechte Idee, selbstverstndlich auf demokratischer Basis mit gewähltem gesetzgebendem Parlament und einer von diesem kontrollierten Regierung.
Dass dabei die wirtschaftlich besser entwickelten Staaten zu Beginn für schwächere Staaten zahlen müssen ist klar, nur nach einer entsprechenden Anpassungszeit ginge es dann allen, auch den bisher besser entwickelten Staaten und ihren Bürgern besser.

 
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