"Wählen wir Obama wieder, wird Iran Atomwaffen haben"

13.11.2011 | 18:13 |   (Die Presse)

Atomstreit: US-Republikaner signalisieren Wille zu Militäraktion, Irans Außenminister lehnt jegliche weitere Konzessionen ab.

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Teheran/Washington/Honolulu/Ag. Im neu entflammten Streit um Irans Atomprogramm verschärfte sich am Wochenende die Rhetorik: Irans Außenminister Ali Akbar Salehi sagte zum „Spiegel“, dass es keinen Raum mehr für Kompromisse gebe: „Ich glaube, es hat keinen Zweck mehr, weitere Konzessionen zu machen.“ Die Atomfrage sei ein Vorwand, um sein Land zu schwächen.

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In den USA gab es scharfe Töne gegen den Iran bei einer Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney und Newt Gingrich. Beide sagten, sie wären als Präsident zu einer Militäraktion bereit, um Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern. „Falls wir Obama wiederwählen, wird Iran Atomwaffen besitzen. Wenn Sie sich für Mitt Romney entscheiden, wird Iran keine Atomwaffen haben“, sagte Romney, der bei den im Jänner beginnenden Vorwahlen der Republikaner, in denen der Kandidat fürs Weiße Haus ermittelt wird, als Favorit gilt.

Die Atomenergieagentur IAEA in Wien hatte am vergangenen Dienstag einen Bericht publiziert, wonach Teheran zumindest bis 2010 an Atomwaffen gebaut haben dürfte. Teheran dementiert, Israel spricht von einer möglichen Militäraktion. Irans Außenminister Salehi kritisierte den Bericht: Damit habe die Behörde ihre Objektivität aufgegeben, auf ihren Chef, den Japaner Yukiya Amano, kämen „schwere Zeiten“ zu. „Wir werden ihn und die IAEA zur Rechenschaft ziehen.“

 

Obama und Medwedew suchen Antwort

Beim Gipfel der Anrainerstaaten des Pazifik auf Hawaii vereinbarten US-Präsident Barack Obama sowie Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew am Wochenende, man werde „eine gemeinsame Antwort“ auf den IAEA-Bericht finden. Teheran müsse seine Verpflichtungen einhalten. Der Iran ignoriert Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, die einen Stopp der Urananreicherung fordern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.11.2011)

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2 Kommentare

Kriegsgeschrei als Wahlkampfhilfe

Vom anderen Ende der Welt, z.B. Russland, aus, hat man anscheinend einen anderen Blickwinkel auf die Zusammenarbeit mit Iran, während es doch sehr durchsichtig ist, wie in den USA Kriegsgeschrei zu Wahlkampfzwecken ertönt. Denn die Russen haben kundgetan, dass im IAEA Bericht nichts Neues steht, wie jeder bestätigen kann, der ihn gelesen hat und dazu auch seine Vorgängerversionen.
Die Iraner stehen hinter ihrem Atomprogramm, das ist eine Angelegenheit nationaler Ehre und man arbeitet schließlich über Jahrzehnte und wechselnde Regierungen daran. Dass die iranische Bevölkerung sich aber inzwischen auch mehrheitlich Atomwaffen wünscht, haben die jahrelangen Sanktionen und aggressive Rhetorik gegen Iran mit sich gebracht. Deshalb bauen sie aber noch lange keine Atomwaffen: Staatsoberhaupt Chamenei verbietet sie und Präsident Ahmadinejad hat ganz richtig festgestellt, wie albern es doch wäre sich mit 2 Atombomben gegen 20000 in der Welt bereits vorhandene aufzustellen.
Man kann nicht erwarten, dass das Land von seinem Recht abweicht - schon gar nicht nach Jahren, in denen auf jedes Zugeständnis nur neue Forderungen erfolgten.

Gast: wattden
13.11.2011 22:12
0

Anders gesagt:

Republikaner: Krieg
Demokraten: Frieden
Ich weiß wen ich wählen würde

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