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Außenamt wehrt sich gegen Vorwürfe um Austro-Syrier

15.11.2011 | 17:00 |  SIOBHÁN GEETS UND CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Das Wiener Außenamt bestreitet heftig, Nabil Kuzbari vor der EU-Sanktionsliste bewahrt zu haben. Auf europäischer Ebene seien nie Sanktionen gegen Kuzbari erwogen worden.

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Wien/Brüssel. Seit 36 Jahren lebt Nabil Kuzbari in Wien. Das letzte Jahr war für den austro-syrischen Geschäftsmann etwas mühsam. Seine Kontakte zum Regime Bashir al-Assads wurden ihm zum Verhängnis. Die Amerikaner setzten den arabischen Papierkönig im Mai auf ihre Sanktionsliste. Seither sind seine Konten in den USA gesperrt, und er darf auch nicht mehr einreisen ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Gegenüber orf.at behaupteten nun Aktivisten des „Österreich-Koordinationsrates zur Unterstützung des syrischen Aufstands“ (Ökusa), dass Kuzbari längst auch auf der schwarzen Liste der EU stehen könnte. Dies habe jedoch das österreichische Außenministerium verhindert.

Außenamtssprecher Alexander Schallenberg weist die Vorwürfe empört zurück. „Das ist völlig aus der Luft gegriffen“, sagte er zur „Presse“. Auf europäischer Ebene seien nie Sanktionen gegen Kuzbari erwogen worden.

 

Kuzbari will ORF klagen

Der Unterschied zu den US-Strafmaßnahmen fiel auch dem italienischen Europa-Abgeordneten Fiorello Provera auf. Am 20.Juli 2011 wollte der Lega-Nord-Politiker in einer parlamentarischen Anfrage an die Kommission wissen, warum Kuzbari, der laut Finanzministerium der USA Verbindungen zum syrischen Regime pflege, nicht auf der Liste der EU zu finden sei. Am 26.August antwortete die zuständige Hohe EU-Repräsentantin Catherine Ashton in denkbar dürren Worten: Mit Sanktionen belegt würden lediglich die Verantwortlichen für die „gewalttätige Unterdrückung der Zivilbevölkerung in Syrien“.

Kuzbari kündigte am Montag rechtliche Schritte gegen den ORF an. „Was der ORF schreibt, stimmt alles nicht. Das sind Lügen“, sagte er zur „Presse“. In den USA hat er längst Anwälte eingeschaltet.

Auf dem Radar der Amerikaner war Kuzbari wegen seiner Rolle in der Cham-Holding geraten, einem Industriekonglomerat, das zu großen Teilen Rami Makhlouf, dem Cousin des syrischen Präsidenten gehört. Im Gespräch mit der „Presse“ bestätigte Kuzbari, dass er vier Jahre lang „Ehrenvorsitzender“ der Holding gewesen sei. Seit 28.April habe er dieses Amt jedoch nicht mehr inne. Die Amerikaner hätten ihn am 18.Mai trotzdem rückwirkend auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

 

Moussa setzte sich bei Clinton ein

Wie „Die Presse“ aus mehreren diplomatischen Quellen erfuhr, setzte Kuzbari auf einen besonderen Fürsprecher in den USA: auf Amr Moussa. Der damalige Generalsekretär der Arabischen Liga habe vergangenen Sommer noch in den letzten Tagen seiner Amtszeit seine Kontakte spielen lassen. Kuzbari bestätigt, dass Moussa in einem Brief an US-Außenministerin Hillary Clinton ein „gutes Wort“ für ihn eingelegt habe.

Die USA haben Kuzbari schon länger im Visier. In einer von WikiLeaks veröffentlichten Depesche der US-Botschaft in Damaskus hieß es am 24.Jänner 2008, dass der Austro-Syrer einer der „Geldmänner“ des Assad-Clans sei. Kuzbari nütze angeblich seine Kontakte zu österreichischen Geschäfts- und Bankenkreisen, um Vermögen des Regimes ins Ausland zu verschieben. Außerdem betreibe er Lobbying bei europäischen Politikern, um die Beziehungen zu Assad zu verbessern, hieß es 2008 in der Diplomatenpost an das US-Außenamt. Kuzbaris knapper Kommentar zur US-Depesche: „Eine glatte Lüge.“

Am Montag setzte die EU übrigens weitere 18Syrer auf ihre schwarze Liste, 74Personen sind es jetzt insgesamt. Ein Name allerdings scheint noch immer nicht auf: Nabil Kuzbari.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2011)

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12 Kommentare
Gast: waswiegtdashats
15.11.2011 09:56
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austro-syrer, deutsch-türke,

der eine ist ein syrer, der andere ein türke, sonst nichts, fragen sie gefälligst die bürger, wie sie über solche neusprech-begriffe denken.

Antworten Gast: sostehtsfest
15.11.2011 16:47
0 0

Re: austro-syrer, deutsch-türke,

falsch: der eine ist ein österreicher und er andere ein deutscher...

Gast: MAGassadNICHT
15.11.2011 09:53
0 0

Gott schicke den Tyrannen Läuse

Gott schicke den Tyrannen Läuse, den Einsamen Hunde, den Kindern Schmetterlinge, den Frauen Nerze, den Männern Wildschweine, uns allen aber einen Adler, der uns auf seinen Fittichen zu ihm trägt.
Ukrainisches Sprichwort

Vorhin habe ich falsch zitiert, sorry. Es ist aber egal, ob man assad einen Diktator oder Tyrannen nennt, es kommt beides hin.

Gast: MAGassadNICHT
15.11.2011 09:37
0 0

Millionen ?

Die paar bezahlten Maxerln waren Millionen, die für den Diktator demonstrierten ? Da kann wohl jemand nicht bis drei zählen ?
Weg mit ALLEN Diktatoren, ob sie nun Assad oder Berlusconi heißen !
"Gott, schicke den Diktatoren Läuse" - Zitat aus einem Gedicht von - tut mir leid, ich weiß es nicht mehr.

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Massendemonstrationen in Syrien

In Ergänzung der spontanen Demonstrationen gestern abend sind heute Millionen Syrer FÜR ihren Präsidenten und gegen die Entscheidungen der AL auf die Straßen gegangen.

http://syrieninfo.blogspot.com/

Gast: wieder ein Gast
13.11.2011 20:10
1 1

Massendemonstrationen in Syrien

Ergänzend zu den spontanen Demonstrationen gestern Abend gingen heute Millionen Syrer FÜR ihren Präsidenten und gegen die Entscheidung der AL auf die Straße:

http://syrieninfo.blogspot.com/

Gast: JNS
13.11.2011 19:58
1 0

Assad muss zurücktreten

Einem Sprecher der britischen Regierung kann man gerne eine von der Weltmehrheit nicht geteilte Meinung unterstellen. Die Briten sind halt so. In diesem Thema hat der ungenannte Sprecher aber Recht. Ich finde seine Einmischung in die derzeitige Syrische Politik absolut gerechtfertigt. Ich finde die Politik von Herrn Assad absolut ekelhaft, weil er, obwohl sogar von der Arabischen Liga ausgestossen und somit auch ohne Rückhalt der Arabischen Staaten, weiterhin Völkermord an seinem eigenen Volk betreibt, das ihn ja offiziell gewählt haben sollte. Sie sind an Arroganz nicht zu überbieten. Wieviel Geld bekommen Sie für Ihren Kommentar. Schämen Sie sich!

Gast: schonwiedereingast
13.11.2011 13:05
0 3

"Präsident Assad muss zurücktreten

sagte ein Sprecher des britischen Premiers"
diese ekelhaften Einmischungen in die Regierungsangelegenheiten fremder Länder sind ja an Arroganz nicht mehr zu überbieten, das ist ja schon wie im Krieg,
was würde Obama sagen, wenn Putin ihm raten würde zurückzutreten, soll das eine Komödie sein, die sich hier offen vor aller Welt abspielt?, aber mit fortschreitender TV- u Krone-Verblödung scheint man ja alles mit uns machen zu können.

Die Geschichte wird Cameron & Co. einmal an die Seite der größten Ve.rbre.cher dieser Welt setzen, soviel ist klar.

Antworten Gast: GegenAKP
13.11.2011 19:26
0 0

Re: "Präsident Assad muss zurücktreten

Ist doch kein Wunder, wenn die Asad Anhänger sauer werden:

http://www.nytimes.com/2011/10/28/world/europe/turkey-is-sheltering-antigovernment-syrian-militia.html?_r=2

Man beachte im Übrigen, daß es keinen einzigen Toten gab, als die Asad Anhänger die Botschaften stürmten.

Antworten Antworten Gast: schonwiedereingast
13.11.2011 20:14
0 1

Re: Re: "Präsident Assad muss zurücktreten

der Auftrag in Syrien Unruhe zu stiften kam schon vor langer Zeit von Sarkozy&Co. mit dem Zuckerl der EU-Mitgliedschaft an die Türkei, jetzt droht Iran im Kurdistan einzumarschieren falls die Türkei sich an Syrien vergreift.
Ein großer Krieg in der Region wird immer wahrscheinlicher, und in Folge WWIII.

Alles natürlich im Sinne des größten Kriegshetzers, den die Welt je gesehen hat: Westen+Medien
(und wer dahinter steckt, wissen wir eh alle...)

Antworten Antworten Antworten Gast: JO
14.11.2011 19:28
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Re: Re: Re: "Präsident Assad muss zurücktreten

Wo ist kurdistan.??

Antworten Antworten Antworten Gast: GegenAKP
13.11.2011 22:22
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Re: Re: Re: "Präsident Assad muss zurücktreten

Du sprichst mir aus der Seele, genau das ist auch meine Befürchtung.

Wer dahintersteckt?

Die Superreichen, die nie genug bekommen können.

Ps: Hast Du einen Link oder so für mich, wegen des Iraneinmarsches? So was habe ich nämlich schon befürchtet.

Letzte Woche stand auch etwas in der Art in einer regierungskritischen Zeitung in der Türkei. Demnach steht bald der gesamte Nahe und Mittlere Osten in Flammen und offiziell wird das ein Krieg der Sunniten gegen die Schiiten (auch wenn wir wissen, was dahinter steckt)