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Berlusconi: Medien, Macht und Manipulation

14.11.2011 | 18:26 |  IRIS BONAVIDA (Die Presse)

Der reichste Politiker Italiens ist zwar nicht mehr an der Spitze der Regierung, doch sein Einfluss auf das Land bleibt: Zu mächtig ist das Medienimperium, das sich der „Cavaliere“ aufgebaut hat.

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Wien. Wenn ein Nachrichtensprecher zeitgleich mit dem Premierminister seinen Rücktritt ankündigt, wird der Einfluss der Politik auf Italiens Medien deutlich: Emilio Fede, Direktor und Sprecher der Nachrichtensendung auf dem TV-Kanal Rete Quattro, will ohne den „Cavaliere“ nicht mehr weiterarbeiten. Das sagte er in einem Radiointerview. Italien wäre ohne Berlusconi ein anderes Land. Ein Land, in dem er nicht mehr als Nachrichtensprecher arbeiten wollen würde.

Rete Quattro ist einer der drei Privatsender des Unternehmens Mediaset, das im Besitz des italienischen Expremierministers ist. Dort arbeiten bekennende Berlusconi-Anhänger wie der Journalist Fede. Das spiegelt sich auch in der Berichterstattung wider: Jede Menge nackte Haut ist erlaubt, Kritik an der Regierung nicht. Die Privatkanäle konkurrieren mit den öffentlich-rechtlichen Sendern um die Gunst der italienischen Zuschauer.

Das Problem: Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist nicht völlig frei von politischer Einflussnahme. Er ist einem starken Parteienproporz unterworfen. Die Ernennung der Chefredaktion von Nachrichtensendern wird direkt zwischen den Parteizentralen ausgehandelt. Berlusconi konnte so als Unternehmer und Ministerpräsident beinahe den gesamten Fernsehmarkt kontrollieren – und damit auch die Nachrichten, die Italiens Haushalte erreichten.

 

Medienbesitz auch in Spanien

Medienmogul Berlusconi hat nicht nur in Italien seine Hände im Spiel: In Spanien gehört ihm ein Teil des größten Privatsenders Telecinco. Im Jahr 2006 interessierte sich der Expremier auch für den Kauf der deutschen Mediengruppe ProSiebenSat.1. Sein Medienimperium ist allerdings nicht auf den Fernsehmarkt beschränkt: Zwei Tageszeitungen und ein Wochenmagazin gehören der Familie Berlusconi. Auch Mondadori, der größte Buch- und Zeitschriftenverlag, ist in seinem Besitz.

 

Anklage wegen Bestechung

Allerdings fehlen auch die für den „Cavaliere“ typischen Skandale und Gerichtsverfahren nicht: Im Juli diesen Jahres wurde Berlusconis Dachgesellschaft Fininvest zur Zahlung von rund 540 Millionen Euro Schadenersatz an den Erzrivalen Carlo De Benedetti verurteilt: Berlusconi hatte vor Jahren den Konkurrenzkampf um den Verlag gewonnen. Laut einem Strafurteil von 2007 hatte er damals jedoch einen Richter bestochen, um sein Ziel zu erreichen.

Lange vor seiner politischen Karriere war Berlusconi schon als Unternehmer tätig: Die Anteile seiner Finanzholding Fininvest teilte er sich mit den Kindern Marina und Piersilvio. Mit den in den 1980er-Jahren gegründeten Fernsehsendern machte er schließlich seine erste Partei „Forza Italia“ publik.

 

Italien gleich Burkina Faso

Der politische Einfluss auf Italiens Medien zeigt sich deutlich: Die Menschenrechtsorganisation „Reporter Ohne Grenzen“ platzierte Italien in ihrer weltweit geführten Rangliste der Pressefreiheit auf Rang 49, zusammen mit Burkina Faso. Zum Vergleich: Österreich liegt auf Rang sieben. Neben der organisierten Kriminalität wurde die Medienkonzentration unter dem Langzeitpremier für das schlechte Abschneiden des Landes verantwortlich gemacht. Doch nicht nur mit den Medien verdient Berlusconi sein Geld – dem reichsten Parlamentarier Italiens (sein Vermögen wurde Anfang 2011 auf 5,6 Milliarden Euro geschätzt) gehören unter anderem die italienische Version der „Gelben Seiten“, die Werbefirma Publitalia und der Fußballclub AC Milan.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2011)

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18 Kommentare
Gast: elbeastoh
16.11.2011 17:49
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Wenn

er als Ministerpräsident genauso unfähig ist wie als kommissar werden wir sicher noch viel spaß durch italien bekommen ...

Gast: Bohemund
16.11.2011 08:48
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Goldman Sachs regiert die Welt

interessant, dass Goldman Sachs jetzt sogar regierungschefs einsetzt, die frei von jeglicher demokratischen legitimierung sind.
mit draghi, issing und co kontrollieren sie ja schon die EZB.

nähere infos hier:
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/31904/

übrigens: der grieche papademos war derjenige, der gemeinsam mit Goldman die griechischen finanz-daten gefälscht hat.

Gast: Stiefel
15.11.2011 20:02
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Berlusconis Partei drängt weiter auf eine Regierung aus gekauften Fachleuten.

Vielleicht sollten sie mit den Griechen eine eigene Union bilden.

Ab jetzt setzt die EU Statthalter ein !!


Wieso geht kein Aufschrei durch Europa? Weder Monti noch Papademos sind demokratisch gewählt !!Das ist das Ende der Demokratie !!


Antworten Gast: Lukas
15.11.2011 21:05
0 0

Re: Wieso geht kein Aufschrei durch Europa? Weder Monti noch Papademos sind demokratisch gewählt !!Das ist das Ende der Demokratie !!

wozu Demokratie, die Bilderberger treffen sich doch regelmäßig...?

Die Schwarzgeldmilliardäre.........


Gast: Wolfgang Bieber
15.11.2011 14:22
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Er braucht Zeit

Italien hat das Schlimmste überstanden: Berlusconi ist zurückgetreten. Eine entspannte Reise wird es trotzdem nicht für den designierten Regierungschef Mario Monti. Zum einen wird Berlusconi ihm weiterhin dazwischenreden, zum anderen muss er für Frieden innerhalb der Opposition sorgen. Und dann wäre da noch die Schuldenkrise …
http://bit.ly/tzV0aB

Gast: bossi
15.11.2011 08:00
1 1

DIe lega nord hat ja vor, den mafioesen Sueden

an EUropa abzutreten.

Nix anderes ist das Ansinnen, Norditalien abzuspalten:
denn dann muesste der mafioese Sueden Italiens mitsamt Korruption und Niedrigproduktivitaet von der EU subventioniert werden, und nicht von Nord/italien.

jetzt laeuft der Geldtransfer ja ueber die inner/italienische Geldtransfermaschine Rom.

Wenn Norditalien unabhaengig wird, wuerde ploetzlich ein 2. Griechenland ab Rom suedwaerts entstehen.
Norditalien wuerde einen Aufschwung erleben weil es die Mafia/vettern im Sueden los waere.

Nun, die Eu ist natuerlich wenig begeistert von solchen UNabhaengigkeitsplaenen, und kann diesen - im Gegensatz zu Kosovo oder Sued-ossetien, wo man sich nicht nur auf seiten der Aufstaendischen stellte sondern diese sogar militaerisch im Kampf gegen die Zentralgewalt unterstuetzte - natuerlich wenig abgewinnnen.

Und - die militaerische Nutzung Italiens durch die US-Army ist auch part of the game.

Die Europaer traten ja meist als VAsallen der US(Army) auf, bei einer Aufteilung Italiens wuerde fuer die USA nicht viel rausschauen.

Weniger jedenfalls als es beim Kosovo war, oder beim libyschen 'Aufstand'...

Gut, warum sollten wir Nettozahler, neben Griechenland und Spanien und anderen Niedrigleistern dann auch noch die Sizilianer mit ihrer Milliarden/mafiaoekonomie miterhalten?

die 10 Netto-geldsauger in der EUROzone sind schon genug...

Antworten Gast: beobachter999
15.11.2011 10:51
2 0

Re: DIe lega nord hat ja vor, den mafioesen Sueden

Die Lega Nord ist die Mafia, mittlerweile.
Das Aufwärmen von Klischees bringt jedenfalls nicht einmal dem schmerbäuchigen zuseher und Poster etwas, und dem Forumspublikum schon gar nicht.

spaghetti fuer italien

italien wird zerbrechen an inneren konflikten


Antworten Gast: noch ein gast
15.11.2011 18:17
0 0

Re: Neuer Ansatz

Interessante links

Jetzt sitzt dieser Mario Monti
Bilderberger und Mitglied der
Trilateral Commission ,
Berater von Goldman Sachs,
in Rom und setzt die Interessen des Internationalen Kapitals
in Italien um

Gast: Lausbub
14.11.2011 19:59
2 2

Moralinsaures Geschwafel!

Bei allen "Eigentümlichkeiten" von Berlusconi: er paßt jedenfalls besser zur italienischen Mentalität als ein knochentrockener Wissenschaftler, der von praktischer Politik und "Schmähführen" keine Ahnung hat.

Soferne in absehbarer Zeit (die Italien gar nicht hat) überhaupt eine handlungsfähige Regierung zustande kommt: die angekündigten Sparmaßnahmen werden bald die kommunistisch stark durchsetzen italienischen Gewerkschaften auf den Plan rufen und ihnen Gelegenheit bieten, sich als die "sozial warmen" (copyright: Gusenbauer und seine SPÖ) dem Wähler zu präsentieren - Folge: Opportunismus wie gehabt (auch in Österreich)!

Gast: Der dritte Mann
14.11.2011 19:18
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Sein Notstandskabinett wird den Italienern ein Blut-Schweiß-und-Tränen-Programm verordnen.

"Denk daran, was Mussolini gesagt hat: In den dreißig Jahren unter den Borgias hat es nur Krieg gegeben, Terror, Mord und Blut, aber es gab Michelangelo, Leonardo da Vinci und die Renaissance. In der Schweiz herrschte brüderliche Liebe, fünfhundert Jahre Demokratie und Frieden. Und was haben wir davon? ... Die Kuckucksuhr."

Re: Sein Notstandskabinett wird den Italienern ein Blut-Schweiß-und-Tränen-Programm verordnen.

:-)

Naja, aus Sicht eines autoritär Herrschenden kann man das natürlich schon sagen, das gewöhnliche Fussvolk dürfte wohl gegenteilige Präferenzen haben.

Gast: Gino Gastelli
14.11.2011 08:43
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Garnichtmehrlustig

Welche Drogen konsumiert dieser Typ?!

"Ich bin aus Verantwortungsbewusstsein zurückgetreten"


Viel zu spät!