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Erdoğan: Syrien „auf Messers Schneide“

15.11.2011 | 18:24 |   (Die Presse)

Die Türkei verliert die Geduld mit Syrien. Erdoğan verlangte von Präsident Assad eine Entschuldigung für die Anschläge auf türkische Niederlassungen in Syrien. Golfkooperationsrat lehnt Syrien-Sondergipfel ab.

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Wien/Ankara/Sig. Nun hat die Türkei endgültig die Geduld mit Syrien verloren. Der türkische Premier, Recep Tayyip Erdoğan, verlangte vom syrischen Präsidenten Bashar al-Assad am Dienstag eine Entschuldigung für die Anschläge auf türkische Niederlassungen in Syrien. Die syrische Regierung bewege sich „auf Messers Schneide“ und tue gut daran, sich wieder vom Rand der Klippe zu entfernen, sagte Erdoğan.

Mit Steinen bewaffnete Pro-Regime-Demonstranten hatten am Wochenende unter anderem diplomatische Niederlassungen der Türkei angegriffen und die türkische Flagge verbrannt. Zudem ist der türkische Premier verärgert, dass Syrien nach acht Monaten noch immer nicht die geforderten Reformen eingeleitet hat. Am Dienstag drohte der türkische Energieminister Taner Yildiz damit, Syrien die Stromversorgung abzustellen, sollte Damaskus seinen Kurs nicht ändern.

 

Kein Sondergipfel für Syrien

Montag war einer der blutigsten Tage seit Beginn der Proteste. UN-Berichten zufolge wurden mindestens 70 Menschen getötet, die meisten in der Provinz Deraa.

Saudiarabien, Kuwait, Bahrain und andere arabische Länder widersetzen sich der Abhaltung eines Syrien-Sondergipfels der Arabischen Liga. Das Treffen, wie es von Syrien gefordert wird, sei gegenwärtig sinnlos, sagte der Generalsekretär des Golfkooperationsrates, Abdullatif al-Zayani. Syrien war vergangenes Wochenende von der Arabischen Liga ausgeschlossen worden, die demnächst ein offizielles Treffen mit der syrischen Opposition abhalten will. Besprochen werden sollen Pläne zur Übergangsphase nach dem von der Opposition angestrebten Sturz Assads.

Auch die EU könnte ihre Syrien-Sanktionen ausweiten, wenn die Übergriffe im Land sich weiter verschärfen. Wie „Die Presse“ aus diplomatischen Kreisen erfuhr, war für Dienstag ein EU-Meeting angesetzt, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.11.2011)

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2 Kommentare

"Nun hat die Türkei endgültig die Geduld mit Syrien verloren"

Hatte er schon vor 4 Monaten.
Und was ist passiert? Nichts- weder hier noch woanders. Verbale Kraftmeierei:
"Erdoğan, verlangte vom syrischen Präsidenten Bashar al-Assad am Dienstag eine Entschuldigung für die Anschläge auf türkische Niederlassungen in Syrien. "

Hatte er schon von den Israelis verlangt und nicht bekommen.Noch viel weniger wird er sie von Assad bekommen.
Das sind keine politisch sinnvolle Aktionen, das ist für seine simpel gestrickte Anhängerschaft zu Hause und anderswo inszeniert.

PS: Als Antwort auf seine jüngsten Wichtigtuereien in D wurde gestern dezidiert das Angebot auf privilegierte Partnerschaft wiederholt. Und da rastete er erst recht aus....:-)

Antworten Gast: Atatürkcü
16.11.2011 18:22
0 0

Re: "Nun hat die Türkei endgültig die Geduld mit Syrien verloren"

Diese Entschuldigung erfolgte prompt, gleich nach den Vorfällen.

Was will er denn noch?

Ausserdem frage ich mich was die TÜRKEI bei einem Treffen der Araber zu suchen hat?

Und ich frage mich ausserdem, wie eine türkische REGIERUNG dazu kommt, eine Terrortruppe zu unterstützen, und sei das auch nur durch Treffen und Gespräche, selbst wenn es nicht der Wahrheit entsprechen sollte, daß Waffen von der Türkei aus zu den Terroristen geliefrt worden sind ?

Ich möchte Herrn Erdogan mal erleben, wie der sich verhalten würde, wenn ein Politiker, nehmen wir mal Netanyahu, die PKK empfangen würde und diese mit Waffen versorgen.

Ein Riesensaustall ist das, was da derzeit im Nahen und Mittleren Osten abgeht, und insbesondere jetzt in Syrien, zumal das Volk mit Asad zufrieden zu sein scheint. Immerhin ist er ein Säkularist und in Syrien können Angers-und/oder Nichtgläubige auch in Frieden leben. es sei denn, es handelt sich um Islamisten.