Der Irak will im Syrien-Konflikt vermitteln. Die Regierung in Bagdad habe eine Delegation in das Nachbarland entsandt, die mit Vertretern der Regierung von Präsident Bashar al-Assad und der Opposition sprechen solle, sagte ein Berater des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Beide Seiten hätten sich zu Gesprächen bereiterklärt.
Angst vor Ansteckung
Einen TV-Bericht, wonach auch ein Treffen mit Assad geplant ist, bestätigte Regierungsberater Ali al-Mussawi nicht. Der Irak hatte sich dem Sanktionsaufruf der Arabischen Liga nicht angeschlossen. Die Regierung befürchtet ein Überschwappen der Unruhen auf den Irak und damit neue Spannungen zwischen den muslimischen Gruppen der Sunniten und Schiiten im eigenen Land.
Kriegsrisiko nimmt zu
Als Dachverband der syrischen Opposition gegen die Staatsführung unter Präsident Assad ist der syrische Nationalrat gestern zu dreitägigen Beratungen in Tunesien zusammengekommen. Die Ergebnisse der Beratungen sollen am Montag vorgestellt werden. Die Europäische Union forderte Assad erneut auf, das gewaltsame Vorgehen gegen die Opposition zu beenden. "Das Risiko eines ausgedehnten bewaffneten Konflikts nimmt zu. Die brutale Unterdrückung von Zivilisten muss gestoppt werden", sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton der Zeitung "Die Welt".
Protestbewegung baut nicht ab
Trotz der staatlichen Gewalt kann die Protestbewegung aber offenbar weiter auf starke Unterstützung in der Bevölkerung bauen. Am Freitag demonstrierten nach Angaben der Opposition landesweit Hunderttausende Menschen im gegen Assad. Seit Beginn der Proteste gegen den Staatschef vor neun Monaten sind den Vereinten Nationen zufolge 5000 Menschen ums Leben gekommen.
(APA/Reuters)
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