Nordkorea will Südkoreaner "respektvoll" empfangen

23.12.2011 | 06:47 |   (DiePresse.com)

Nordkorea fordert vom südlichen Nachbarn, seine Bürger nach dem Tod Kim Jong-ils für Beileids-Bekundungen in den Norden reisen zu lassen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Nordkorea will ausdrücklich alle südkoreanischen Delegationen ins Land lassen, die ihr Beileid über den Tod von Machthaber Kim Jong-il übermitteln wollen. Auf der amtlichen nordkoreanischen Webseite Uriminzokkiri hieß es am Freitag, viele Menschen aus Südkorea hätten "dringend" um einen Besuch gebeten, um ihr Beileid ausdrücken zu können. Deshalb habe die Führung in Pjöngjang entschieden, alle Delegationen "respektvoll" zu empfangen. Laut dem auf Donnerstag datierten Eintrag wurden bereits erste Schritte unternommen, um Luft- und Straßenverbindungen zu öffnen.

Mehr zum Thema:

Länder formal im Kriegszustand

Südkorea befindet sich formal noch im Krieg mit dem Norden, die Regierung in Seoul drückte dem nordkoreanischen Volk nach dem Tod Kims aber ihr Beileid aus. Es soll allerdings keine offizielle Regierungsdelegation zur Beisetzung des verstorbenen Machthabers entsandt werden. Einzig die Familien des früheren und mittlerweile verstorbenen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung und des ehemaligen Hyundai-Chefs Chung Mong Hun dürfen zu dem Begräbnis reisen. Kim Dae Jung hatte im Jahr 2000 mit Kim Jong-il den ersten Nord-Süd-Gipfel abgehalten. Hyundai wiederum steht für die Geschäftsbeziehungen zwischen beiden Ländern.

Dass Seoul keine weiteren Besuche zulassen wolle, sei "inakzeptabel und unzivilisiert", hieß es auf der amtlichen nordkoreanischen Internetseite. Pjöngjang forderte die Regierung in Seoul auf, dem Nachbarland den "nötigen Respekt" zu zeigen. Wer die einfachsten Regeln "des Respekts und der Menschlichkeit" nicht kenne und die Würde Nordkoreas verletzte, werde "auf Jahre hinaus" einen hohen Preis dafür zahlen, drohte der Norden.

Massentrauer in Nordkorea

Der nordkoreanische Machthaber war offiziellen Angaben zufolge am Samstag an einem Herzinfarkt gestorben, sein Tod wurde zwei Tage später bekannt gegeben. In Nordkorea wird der Tod des "geliebten Führers" seither in Massenveranstaltungen betrauert. Kims Leichnam ist bis zur Beisetzung am Mittwoch in einem Glassarg im Kumsusan-Palast in Pjöngjang aufgebahrt.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

12 Kommentare
Gast: Frau von Hongecker
23.12.2011 20:01
1

Sehr interessant, sehr interessant...

Den Nordkoreanern scheint es doch eh ganz gut zu gehn, wenn man sich den Burschen auf dem Foto anschaut: Gut genährt.

Re: Sehr interessant, sehr interessant...

Das Gesicht spricht Bände über den Charakter...."der geliebte (von wem eigentlich) Führer..."

Gast: Honecker
23.12.2011 17:25
3

Seine Frau wirkt irgendwie farblos

aber er erinnert mich stark an Angela Merkel.

Heuchler

"Wer die einfachsten Regeln "des Respekts und der Menschlichkeit" nicht kenne und die Würde Nordkoreas verletzte, werde "auf Jahre hinaus" einen hohen Preis dafür zahlen, drohte der Norden."

solche Heuchler...

Gast: Johann S
23.12.2011 12:45
2

Dringend

gebeten.
Diese skurille Diktatur entblödet sich nicht,derartiges zu verbreiten.

Gast: Gast4711
23.12.2011 09:01
4

Wie lange noch

lässt sich das arme geschundene nordkoreanische Volk das gefallen? Wie devot, unterwürfig und gehirngewaschen muss dieses Volk sein, dass es sich jahrzehntelang versklaven lässt und nicht versucht nach französischem Beispiel (1789) die Geschichte neu zu gestalten.

Antworten Gast: Alien (Dauerzensuriert)
23.12.2011 14:44
1

Re: Wie lange noch

Bis in Nordkorea große Ölvorräte entdeckt werden. Dann sind die USA bereit, dort einzugreifen und auch ein paar Atombomben auf die Verbündeten (Japan/Südkorea) zu riskieren...

Re: Wie lange noch

Ein zweites mal gehts kaum. Eigentlich ist Nordkorea die endgültige Folge des französischen Beispiels.

Antworten Gast: Karl Huber
23.12.2011 13:22
3

Re: Wie lange noch

müssen wir uns diesen Tee anhören/lesen?
Vielleicht isch deshalb weil der neuen Kim a bisserl wie der Häupl ausschaut?

Antworten Gast: justerix
23.12.2011 09:39
3

Re: Wie lange noch

Habe mich das auch schon gefragt; aber vielleicht kommt`s doch bald zu einem Machtkampf innerhalb dieser verbrecherischen Clique; in Rumänien ist es ja 1989 auch sehr schnell gegangen.

Re: Wie lange noch

weil jeder, der dort irgend was kritisches sagt, sofort getötet wird.

Antworten Antworten Gast: Johan C.
23.12.2011 10:22
5

Und nicht nur er...

sondern die gesamte Familie - Sippenhaft!

AnmeldenAnmelden