Nordkorea will auch nach dem Tod von Machthaber Kim Jong-il dem Militär in der Politik Vorrang einräumen. Eine Woche nach dem Tod des langjährigen Alleinherrschers begann die Staatspresse des kommunistischen Landes, den als politisch und militärisch unerfahren geltenden Sohn Kim Jong-un als Oberkommandierenden zu preisen. Nordkorea werde "die Aufgabe der Militär-Zuerst-Revolution unter Genosse Kim Jong-un als unseren obersten Befehlshaber und General vollenden", hieß es in einem Leitartikel der Parteizeitung "Rodong Sinmun".
Mit diesem Aufruf will das Regime nach Meinung von Beobachtern nach innen und außen zeigen, dass der noch nicht 30-Jährige die Kontrolle über die mächtigen Streitkräfte des Landes habe und das Erbe seines Vaters als Oberbefehlshaber der Streitkräfte schon bald antreten könnte.
Kim Jong-il, der das hochgerüstete, aber verarmte Land 17 Jahre lang regiert hatte, war nicht nur Oberkommandierender der Volksarmee, sondern auch Generalsekretär der Arbeiterpartei und Vorsitzender der staatlichen Verteidigungskommission. Die Kommission ist das höchste Entscheidungsgremium des Landes. Es wird in Südkorea nicht ausgeschlossen, dass die Oberste Volksversammlung (Parlament) bei ihrer nächsten Sitzung den Sohn als Vorsitzenden der Kommission formal einsetzen wird.
Mit zweitägiger Verspätung hatten die Staatsmedien am vergangenen Montag berichtet, dass Kim Jong-il im Alter von 69 Jahre an einem Herzinfarkt gestorben sei. Seinen drittältesten Sohn hatte er auf die Machtnachfolge in dritter Generation vorbereitet.
(Ag.)
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