Beobachtermission in Syrien vor dem Scheitern

13.01.2012 | 06:53 |   (Die Presse)

Immer mehr Inspektoren wollen aufgeben. Initiator Katar zweifelt an Sinn des Einsatzes. Den Beginn hatte vor zwei Tagen ein Algerier gemacht, der die Mission als „Farce“ bezeichnete.

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Damaskus/Beirut/Reuters/Apa/Dpa. Die Syrien-Beobachtermission der Arabischen Liga steht vor dem Scheitern: Die 22-Mitglieder-Organisation hat nicht nur ihre Pläne aufgegeben, die bisher aus 165 Beobachtern bestehende Delegation aufzustocken. Es ziehen sich im Gegenteil immer mehr Beobachter offenkundig frustriert zurück.

Den Beginn hatte vor zwei Tagen ein Algerier gemacht, der die Mission als „Farce“ bezeichnete. Er sagte nun gegenüber der Agentur Reuters, dass viele in der Mission so dächten wie er. Zumindest drei Kollegen seien ebenfalls bereits abgesprungen oder würden dies demnächst tun: „Die Mission nützt nicht den Bürgern, sie ist zu gar nichts nütze.“ Der Hauptkritikpunkt ist, Syrien würde die Beobachter systematisch täuschen. Seit zudem am Montag elf Beobachter bei einem tätlichen Angriff von Pro-Regime-Demonstranten verletzt wurden, hat die Mission ihre Arbeit vor Ort eingeschränkt.

Mittlerweile ist auch Katar, der stärkste innerarabische Kritiker des Assad-Regimes, nicht mehr vom Nutzen der Aktion überzeugt. „Ehrlich gesagt, bis jetzt war die Mission noch nicht erfolgreich“, sagte Premier Sheikh Hamad bin Jassim al-Thani bei einer Pressekonferenz mit US-Außenministerin Hillary Clinton in Washington.

Der zunächst friedliche Aufstand nimmt unterdessen immer gewaltsamere Formen an, da immer mehr Soldaten zu den Regimegegnern desertieren: Am Donnerstag kam es zu schweren Gefechten zwischen dem Militär und der „Freien syrischen Armee.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2012)

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5 Kommentare

Inspektoren aus inhumanen Ländern ...

... beobachten, wie ein inhumaner Machthaber sein Volk abschlachtet.
Was machen diese hohen Herren bzw. deren Herrscher, wenn es in ihren Ländern ans Eingemachte geht ?

Gast: Weltmeister
12.01.2012 18:28
0

Vacancy to be filled!

We are searching for a new leader of the lovely country of Syria! He or she should be a born leader but, instead of the parting leader, also have a big loyalty with all the people in this small country. Being a pacifist is a big plus for this job. Also tolerance of different religions is required. You are familiar with legislation and can convince opposing groups to work together right away. You are a visionary in regards to peaceful togetherness with proven track record.
(Austria: this job advertisement is valued at €1 million per year, a higher qualification can be accounted for)
Please send your application to the UN headquarters.

Gast: Karl Huber
12.01.2012 11:25
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Hier wird vom Westen FALSCH gespielt!!

Warum der Westen, und damit UNSERE Vertreter, den Islamisten den Roten legen weiß ich nicht, aber GENAU DAS wird in Syrien praktiziert!!
Gerade der kleine Franzose soll den Rand halten. Vor seiner Wahl war er in Lybien und Gaddafi hat ihn mit 20 Millionen als Wahlspende unterstützt.
Wir werden belogen, betrogen und verarscht. Und das schlimmste daran?
Die Medien haben NULL Problem damit das zu unterstützen!!

na bei den Russen weiß man ja nun wieder eindeutig, wohin sie tendieren...


Antworten Gast: werbistdu
12.01.2012 17:41
0

Re: na bei den Russen weiß man ja nun wieder eindeutig, wohin sie tendieren...

In Rußland sind heute die Machthaber noch genauso gestört und unberechenbar.

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