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Spindelegger bietet Ungarn „Hilfe“ an

19.01.2012 | 18:14 |  von Christian Ultsch und Michael Laczynski (Die Presse)

Österreichs Außenminister will heute, Freitag, in Budapest den mahnenden Partner geben und auf die Einhaltung des EU-Rechts drängen. Verzichtet er auf öffentliche Kritik an Ungarn.

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Wien. Der allerbeste Freund Ungarns ist Österreich nicht mehr. Den Logenplatz im ungarischen Herzen dürfte im Moment Polen einnehmen. Aufgebauscht sei die anti-ungarische Stimmung in Europa, im EU-Parlament teilweise sogar hysterisch, sagte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk und bot seinem angefeindeten Amtskollegen Viktor Orbán eine „gewisse politische Unterstützung“ an.

Ganz so deutlich will Österreichs Außenminister Michael Spindelegger seine Solidarität nicht ausdrücken. Doch zumindest verzichtet er auf öffentliche Kritik und mimt den diskreten Mittler, der einem schwierigen Freund gut zuredet. Die Verwunderung und der Ärger über Orbán wachsen auch in Wien. Doch die Nachbarschaft verbindet, und auch die gemeinsame Mitgliedschaft in der Europäischen Volkspartei (EVP) verpflichtet.

„Wir schätzen, dass die österreichische Regierung auf Megafon-Diplomatie verzichtet“, meint dazu Ungarns Botschafter in Wien, Vince Szalay-Bobrovniczky.

 

Botschaft der EVP-Familie

Heute, Freitag, hat Spindelegger erneut Gelegenheit, hinter verschlossenen Türen der ungarischen Staatsspitze ins Gewissen zu reden. Der Vizekanzler bricht zu einem kurzfristig angesetzten Blitzbesuch nach Budapest auf. Auf dem Terminkalender sind Gespräche mit Außenminister János Martonyi, aber auch mit Premier Orbán eingetragen. Österreich biete dem Nachbarn „Hilfe“ an, indem es abseits von Mikrofonen offene Worte finde, heißt es im Außenamt. Im Gepäck hat Spindelegger auch eine Botschaft von EVP-Präsident Winfried Martens: Orbán möge doch bitte das EU-Gemeinschaftsrecht halten und die drei Gesetze modifizieren, die die EU-Kommission in einem Vertragsverletzungsverfahren beanstandet hat – es geht um die Gewährleistung der Unabhängigkeit von Notenbank und Justiz sowie um den Datenschutz.

Das hat Orbán ohnehin vor und will es vielleicht schon kommende Woche in Brüssel mit Kommissionschef José Manuel Barroso besiegeln. Denn sonst gelangt Ungarn nicht an die Milliardenkredite des Internationalen Währungsfonds und der EU. Sonst geht Ungarn pleite. „Es ist wichtig, zu einer schnellen Einigung zu kommen“, ließ der ungarische Chefunterhändler Tamás Fellegi am Donnerstag nach seinem Treffen mit Finanzministerin Maria Fekter und Nationalbank-Chef Ewald Nowotny in Wien ausrichten. Ungarn sei in allen Fragen gesprächsbereit.

 

Wirtschaftlich stark exponiert

Andreas Pribersky, Politologe an der Universität Wien, vermutet, dass sich zwischen Wien und Budapest „ein Kuhhandel anbahnt“. Die gegenseitige Abhängigkeit sei groß: Einerseits benötige Orbán Verbündete im konservativen Lager, die (so wie Donald Tusk in Polen) Frontalattacken der EU gegen Ungarn abschwächen. Auf der anderen Seite ist Österreich in wirtschaftlicher Hinsicht stark mit Ungarn verflochten – was mit ein Grund für die Herabstufung der österreichischen Bonität durch Standard & Poor's war. Erste, Raiffeisen, Bank Austria & Co. haben in Ungarn insgesamt Kredite von rund 30 Milliarden ausständig.

Österreichs Banken, die durch die von Orbán angeordnete zwangsweise Konvertierung der Franken-Kredite der privaten Haushalte ohnehin belastet sind, droht laut Pribersky neues Ungemach: Auch viele ungarische Gemeinden hätten sich bei österreichischen Banken verschuldet und seien nun in Zahlungsschwierigkeiten.

Und beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf, auch die österreichisch-ungarische.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.01.2012)

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73 Kommentare
 
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Gast: alexej
20.01.2012 16:24
0 0

na, da bekleckert er sich aber ned mit ruhm, der spindi!

..was hat der da drüben verloren? tipps holen um nach der nächsten wahl österreich auch umzukrmpeln?? schuster bleib bei deinen leisten, und begnüge dich mit dem rechten gsocks in at! außenpolitisch war und ist er ein versager, darüber kann jetzt auch ein besuch bei orban ned drüberhelfen..

Gast: schlÄchter
20.01.2012 12:53
0 0

sg redakteure!

"Und beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf"
hmm, also in meinem privaten freundeskreis sagen wir immer: gerade da zeigt sich echte freundschaft.

mfg
s.

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es gibt halt ein bisserl diplomaten-rodeo,

und orban nimmt 3 gesetze zurück (vermutlich um sie bei nächster gelegenheit neu verpackt wieder einzuführen..)
... und schon wird die geld-pipeline geöffnet???

wie war das bei griechenland?
denen wurde ein sparpaket aufgedrückt, das leute wie dich und mich in existenzielle not stürzt. dort haben die financiers die gewählte regierung durch ein expertengremium ersetzt.
dort geht eine troika ein und aus...

und orban/ungarn bekommt einfach so seine milliarden, seine möglichkeit zum weitermachen wie bisher inklusive ???

Antworten Gast: Bertha
20.01.2012 19:24
1 0

Re: es gibt halt ein bisserl diplomaten-rodeo,

Dem Demokraten Obrist Fallapfel ist so eine Troika besonders sympathisch, und wenn im Fahrtwind die rote Fahne der Revolution flattert fühlt er sich wie zu Hause.

0 0

Re: Re: es gibt halt ein bisserl diplomaten-rodeo,



wenn schon hinter einer fahne herlaufen, dann wenigstens nicht hinter eurer braunen klopapierfahne: grauslich anzusehen und es stinkt!

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tusk bietet politische hilfe an....



übersetzung: ich werde mich einsetzen, dass ANDERE ihr geld nach budapest überweisen


Gast: radius
20.01.2012 08:38
1 0

Was man dem Orban vorwirft, wird in Portugal ohne Kenntnisnahme der Medien gemacht,

die haben nämlich gerade die Pensionskassen auf die Staatskassen umgebucht.

Verlogene EU!!!!

Gast: b754
20.01.2012 08:11
0 0

hilfe

schickt er ihnen schüssel als korruptionssbekämpfer?

textor
20.01.2012 06:13
1 0

Mich erinnert das sehr an Österreich 2000

Damals fiel ganz Europa über Österreich her, weil Schüssel es wagte mit den Blauen zu koallieren und damit dem Sozialistischen Mainstream in Europa zuwieder handelte.
Auch die Ungarn werden jetzt geprügelt, weil sich dem - auch durch sogenannte konservative Parteien unterstützten - Sozialismus in Europa wiedersetzten. Wir sollten uns eher an Ungarn ein Beispiel nehmen als umgekehrt! Leider sind ja die Redaktionsstuben und vorallem der staatliche Rundfung ORF derart von roten Meinungsmachern durchsetzt, dass von dieser Seite keine objektive Berichterstattung zu erwarten ist!

6 0

Hilfe

da bietet ein Blinder einem Tauben Hilfe an.

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ALLES ANTI

Betrüblich, daß eigentlich immer nur gegen die EU und pro Orban oder gegen Orban und pro EU argumentiert wird. Natürlich war die Vorstellung von Swoboda und Cohn-Bendit im EU-Parlament einem amtierenden Premier eines Landes gegenüber respektlos. Noch dazu wo er freiwillig gekommen war. Das war eine Schande. Aber es gibt auch so viel gegen Orban vorzubringen, daß hier nicht Platz dafür wäre.... aber immer nur Gekeife....schade.

Antworten Gast: Bertha
20.01.2012 19:33
0 1

Re: ALLES ANTI

Komisch! Dem Chon-Bendit ist nichts konkretes eingefallen. Natürlich will auch ich den Orbán nicht heiraten, er ist schon vergeben, aber was haben Sie außer"so viel" vorzubringen?

Unke
20.01.2012 00:14
2 0

Ausgerechnet Österreich?

Nehmt die Polen als Vermittler!

Wenn schon!

Jetzt fehlen nur noch Schwedische Söldner *g*

Man glaubt man ist im falschen Film.

Gast: Lecter
20.01.2012 00:08
2 1

Ungarn-Justiz

Wenn man sich alteriert weil Richter pesioniert werden - sollte auch der Linke-Gutmensch bedenken diese Richter/Staatsanwälte sind alle Relikte der Diktatur. Wer sich nicht mit dem System arrangierte, hat nicht studiert und in dieJustiz sind nur Linientreue gekommen-mein Mitleid hält sich also in Grenzen.

1 1

Re: Ungarn-Justiz

klar, weil die richter pensionierungen das einzige ungarische problemfeld sind....

ps.: welcher jahrgang sind sie eigentlich?
wetten, dass man irgendwo in all diesen jahren ein problemfeld finden kann, das sie betreffen KÖNNTE!

und flugs, schon sind sie pauschal pensioniert, oder in u-haft, oder entmündigt, oder....

lieben sie tatsächlich pauschalierungen so sehr, dass sie sie verteidigen?

Antworten Antworten Gast: Bertha
20.01.2012 19:40
1 0

Re: Re: Ungarn-Justiz

Obrist , klären Sie mich auf:

Orban setzt Leute in Positionen über eine Legistraturperiode/vier Jahr ein: nix gut

Kp Regime setzt Leute in Positionen deren Amtsdauer über vierzig Jahre hinaus gehen: charascha, otschenj charascho.

Potschemu?



4 5

Ja so ist unsere VP...

Autoritäre Tendenzen sind nicht schlimm und werden verteidigt.

Für mich Heuchler.

Antworten Wa. Serro_
19.01.2012 23:07
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Re: Ja so ist unsere VP...

Lassen Sie die Kirche in Dorf: Die Sozialisten und die Liberalen waren es, die Ungarn in den Bankrott stürzten.

Sie haben das Volk belogen und betrogen. Vor der vorletzten Wahl haben sie dann auch auch noch das Volk mit falschen Finanzzahlen getäuscht mit dem Fazit, dass es nach bekanntwerden zu Neuwahlen kam, die naturgemäß zu einem Erdrutschsieg für Orban führten.

Antworten Antworten heri3
20.01.2012 01:17
2 5

Re: Re: Ja so ist unsere VP...

es war der schüssel freund orban,der ungarn in den ruin getrieben hat. die sozialistische regierung musste einsparungen treffen die natürlich weh taten!
das hat der orban ausgenützt um mit der neona-i bande jobbik das land in ihre giftkrallen zu bekommen!
in nur zwei jahren haben die verbrecher das land noch weiter ins verderben geritten!
wir österreicher müssen aufpassen,denn der schwarze liegt schon wieder mít den blauen im bett!
das leid ungarns wird so auch uns treffen!

Antworten Antworten Antworten Gast: Bertha
20.01.2012 19:52
1 0

Schwarz blau im Bett

Aber deswegen brauchen sie noch immer nicht hier öffentliche Selbstbefriedigung betreiben!

Antworten Antworten Antworten durendal
20.01.2012 08:41
0 0

Re: Re: Re: Ja so ist unsere VP...

Leiden Sie an Schlafstörungen wegen Ihrer Wahnvorstellungen??

Gast: Gasti
19.01.2012 18:53
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Gute Rede, guter Auftritt im EU Parlament

Orban konnte in seiner kurzen Rede und noch mehr in seiner Schlussrede nach der dreistündigen Debatte beweisen, dass er ein Europäer ist! Er gab auch konkrete Antworten auf Anschuldigungen, es lohnt sich, diese Schlussrede anzuschauen. Es zeigte sich gut, wie viele Abgeordnete nur aus Wut und Hass redeten, ohne die Lage genau zu kennen. Bravo Herr Orban!

Antworten Wa. Serro_
19.01.2012 23:24
1 2

Re: Gute Rede, guter Auftritt im EU Parlament

Ja vor allem Cohn Bendit, der ehemalige schwerkriminelle Links-Terrorist. Das waren einzige Hasstriaden.

Vor allem waren einzig die Sozialisten und Liberalen es, die Ungarn in den Bankrott stürzten.

Antworten Antworten onkel tom
20.01.2012 07:54
1 1

Re: Re: Gute Rede, guter Auftritt im EU Parlament

Wer ist bei ihnen ausser Grasser nicht schwerkriminell? Orban war vor den Sozialisten an der Regierung. Schon vergessen?

Antworten Antworten fefe
20.01.2012 04:16
1 0

Re: Re: Gute Rede, guter Auftritt im EU Parlament

Cohn-Bendit hat auch seine weiche Seite. Er war liebeoller Kindergärtner.

 
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