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Griechenland: Ein Butterbrot für Athens Schüler

05.02.2012 | 18:38 |  von unserer Korrespondentin CORINNA JESSEN (Die Presse)

Die Regierung beginnt mit der Verteilung von Jausenpaketen an Schulen, nachdem sich Berichte über hungrige Kinder gemehrt haben.

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Athen. In der Kantine seiner Schule herrschten Zustände wie vor vielen Jahrzehnten, erzählt Georgios Kapis, Direktor der Grundschule Zografou, einer typischen Gegend des Athener Mittelstandes. Eltern handelten mit der Kantinenwirtin aus, wie lange ihre Kinder anschreiben lassen können. Viele Schüler könnten nicht einmal mehr einen Sesamring kaufen, bekämen aber auch von zu Hause kein Pausenbrot mit.

Mit Kollegen und Eltern hat Kapis nun Komitees gegründet, die unentgeltlich Lebensmittel an die Kantine liefern, für Arztbesuche sorgen oder für Ausflüge spenden, weil es sich viele der Eltern einfach nicht mehr leisten können.

Ab dieser Woche sollen an 18 Athener Schulen Jausenpakete ausgegeben werden. Mit dem Pilotprojekt will das Bildungsministerium sozial schwache Familien unterstützen, die laut Berichten von Lehrern ihre Kinder hungrig zur Schule schicken müssten. Tatsächlich treibt die Krise immer mehr Familien in die Suppenküchen von Stadt- und Kirchengemeinden. Allerdings kochen daraus auch die Gegner des Spar-Memorandums ihr politisches Süppchen.

In den westlichen Vororten Athens blieb den Menschen auch in den fetten Jahren nicht viel übrig. Nach zwei Jahren Krise und galoppierender Arbeitslosigkeit werden die Rücklagen immer weniger, oft können nicht einmal mehr die Grundbedürfnisse gedeckt werden. Linke Lehrergewerkschaften haben schon vor Monaten angeprangert, dass Schüler während des Unterrichts vor Hunger bewusstlos würden.

 

Lehrerverbände schlagen Alarm

Das Ministerium hat dies damals als populistische Übertreibung abgetan. Nun aber sollen die Schüler in neun westlichen Stadtteilen „kleine Mahlzeiten“ umsonst erhalten – und zwar alle, um Diskriminierungen zu vermeiden. Milch, Müsli, Obst und ein Butterbrot im Wert von ein bis zwei Euro pro Schüler und Tag werden aus einem europäischen Strukturprogramm finanziert. Damit reagiert die Regierung auf erneute Klagen von Lehrerverbänden, die Phänomene der Unterernährung würden vor allem in Gegenden mit hohem Ausländeranteil rapide zunehmen.

Auch Sergios Sifnios, Projektleiter des SOS-Kinderdorfs, sieht immer mehr Bedarf an Unterstützung für Familien. Und wenn es gar nicht mehr anders geht, werden Kinder von den SOS-Kinderdörfern übernommen. Finanzielle Not sei auch die Ursache, dass im Vorjahr die Anträge um 100Prozent gestiegen sind. Dabei hat die Organisation bereits selbst Finanzierungsprobleme. Spendengelder fließen weniger, dennoch werden die Vermögenswerte höher besteuert. „In anderen Ländern subventioniert der Staat die SOS-Kinderdörfer“, sagt Sifnios bitter, „weil er dort seine Fürsorgepflicht kennt. Wir bekommen keinen staatlichen Cent. Da sollte der Staat uns wenigstens nicht feindlich gegenüberstehen.“

 

Ministerium bisher blind

Dass der Staat nun mit öffentlichen Essensverteilungen in Schulen beginnen will, ist nicht zuletzt die Reaktion auf Vorwürfe der Opposition. Im Internet kursieren Meldungen über unterernährte Schüler unter Titeln wie „Der Hunger des deutschen Besatzungsjahres 1941 ist wieder da“. Blogs am extremen rechten wie linken Rand sehen in diesen Phänomenen ihren Widerstand gegen das Spardiktat von EU und IWF bestätigt. „In den Augen der hungernden Kinder zerschlägt sich jede europäische Vision“, ist da zum Beispiel zu lesen.

In einem Blog meldet sich die Lehrerin Maria Papoutsaki zu Wort. Sie könne nicht nachvollziehen, dass sich das Ministerium bisher geweigert habe, das Problem der Unterernährung mancher Schüler zu erkennen. Sie selbst habe schon erleben müssen, wie sich zehn Schüler um einen Sesamkringel stritten. Genauso wenig aber könne sie die Kollegen verstehen, die die traurige Realität noch künstlich aufblähten, um „ihren politischen Fraktionen ins Rampenlicht zu verhelfen“. Rettungspaket, S.9

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)

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6 Kommentare
Gast: sepperldepperl
06.02.2012 08:23
0 1

Chef des DEGRIGES

War zwar Wiener Bürgermeister, aber wie immer einer Oberösterreicher, die sich in dieser Zeit , auch so wie heute, immer wieder einen Namen in solchen Kreisen machten.

Und was auch österreichisch, ist eine Heimkehr ohne Sühne.

Ich bin dafür, dass die geplünderten Ländern einmal die 'Kosten' von damals, von den derzeitigen 'Herren'-Ländern zurückverlangen. Aufgerechnet mit Zinsen und Zinseszins, bewertet nach heutigen Kosten für die Rohstoffe plus Geld für entgangenen Gewinn.

Gast: Wörter
05.02.2012 22:38
1 0

Besatzungszeit

Kein Kommentar?
Kommt vielleicht die späte Erkenntnis daß mann an einer Reichskristalnacht 2011-12 teilgenommen hat ohne es zu kapieren??

Falls die Kenntnis über die Besatzungszeit Griechenlands fehlt:
Die Deutschen Besatzer haben alle Geschäfte ,aber minutiös ALLE Geschäfte,Lager ALLES eßbares geplündert.Die folge waren 300.000 Hungertote die in der Straßen von Athen lagen.!!!! Dazu alle Fabriken,Werkstätte alle Maschienen abmontiert und in tausenden Güterzügen,die auch beschlagnahmt wurden und somit jede Versorgung der Bevölkerung zu erliegen kam,nach Ehrenhafte Germanien gebracht.Und als Zuckerl dazu ,der Chef des DEGRIGES-der Plündererverein war der ehemalige Wiener Bürgermeister.Soviel zu Opferrolle.

Antworten fefe
06.02.2012 08:30
1 0

Re: Besatzungszeit

Hermann Neubacher war Bürgermeister von Wien nur in der Nazizeit. Zu dieser Zeit hat Österreich nicht existiert und davor Chef der NSDAP in Österreich die verboten war. Was hat das also mit Opferrolle oder nicht zu tun? Entbehrliche Hetzerei.

Ja, es ist furchtbar, was die Nazis in Griechenland angerichtet hatten. Jetzt helfen sie aber den Griechen gemeinsam mit anderen Ländern u.a. auch Österreich. Das ist Geld, das wir alle erarbeitet haben, die alle während des 2. Weltkriegs nicht gelebt hatten. Wir haben damit also genauso viel zu tun wie mit der Kreuzigung Jesu nämlich nichts.

Antworten Antworten Gast: sepperdepperl
06.02.2012 09:02
0 2

Re: Re: Besatzungszeit

echt Österreichsich! peinlich, lächerlich und falsch.
Haben Sie doch den Mut zu sagen, dass auch die österreichsiche Industrie im zweiten Weltkrieg gut verdient hat und nicht immer nur mit dem Finger nach Deutschland zeigen !

Laut ihrer Aussage :
Österreich hat zu dieser Zeit nicht existiert, alle Österreicher sind ins Exil und am Heldenplatz sind nur bezahlte Statisten gestanden.
Die Übergabe an Wien durch Neubacher an Hitler am Balkon im Rathaus, war auch nur 'Kulisse'??

und es waren nicht 'DIE Nazis'. die Nazis waren nun einmal auch Österreicher. Und das mehr, als Ihnen Lieb ist !!

Das ist Geld, dass wir alle berarbeitet haben: Da muss ich lachen.

Ja, vorallem in den Kriegsjahren haben nur die Untermenschen gearbeitet. Die Herrenrasse hat nur Gewinn gemacht, bis heute !

Oder glauben sie etwa, dass die netten Industriellen ihr Geld nicht in der Schweiz oder sonst wo gehabt haben. Steuerflucht ist nicht eine Erfindung unserer Zeit.

Antworten Antworten Antworten fefe
06.02.2012 09:38
1 0

Re: Re: Re: Besatzungszeit

Ich zeige nicht mit dem Finger auf Deutschland, aber Österreich als Staat hat damit einfach nichts zu tun. Wenn Sie sich als Täter fühlen werden Sie wohl Ihre Gründe haben. Lesen Sie einmal den Staatsvertrag und nicht die nachträgliche Geschichtsschreibung.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: sepperldepperl
06.02.2012 10:19
0 1

Re: Re: Re: Re: Besatzungszeit

Und wieder eine typische Aussage von typisch Ewigen:

Der Staat Österreich hat in dieser Zeit nicht existiert, deswegen trifft uns allen keine Schuld. Das ist doch ihre Aussage !

Als Täter kann sich nur der fühlen, der 'Österreich', 'Österreicher' und alles Österreichische in dieser Zeit verleugnet und das machen Sie sicherlich mehr gewollt als ungewollt.

Und ihre Aussage der nachträglichen Geschichtsschreibung läßt auch darauf schliessen, dass alles was danach dokumentiert wurde, falsch ist, gelle !!
Problem ist allerdings, ich kann nur so etwas lesen, da alle original Dokumente, fein säuberlich vernichtet wurde, damit Leute wie Sie , genauso argumentieren können.

Und was soll ich aus dem Staatsvertrag rauslesen können?
Das Österreich erst seit 1955 besteht, oder was ?

Für die Unwissenden:
Der Staat Österreich besteht seit 1920, für Sie neunzehnhunderzwanzig !!!

Trauig, oder eher lustig, dass Sie glauben, dass Österreich in den Zwischenkriegsjahren nicht existiert hat und somit auch nicht gegen den deutschen 'Aggressor' Widerstand leisten konnte !!
Sie gehören sicherlich zu den Leuten, die Stolz sind, dass Österreich 996 schon erwähnt wurde.

Mut zur Vergangenheit, ist Mut zur Selbstkenntnis und Mut zur Wahrheit.

Und Mut fehlt Ihnen, aber macht nichts, die Vergangenheit werden Sie nicht leugnen können.

Hoffe Sie haben etwas gelernt, weil sie haben es dringend notwendig.