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Falklandinseln: Prinz William in heikler Mission

05.02.2012 | 18:39 |   (Die Presse)

Die Nummer zwei der Briten-Thronfolge dient im Südatlantik als Pilot. Für Argentinien ist das angesichts des verlorenen Falklandkriegs vor 30 Jahren ein Affront.

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Stanley/Wien/Wg/Ag. Die Nummer zwei der britischen Thronfolge, Prinz William, nahm am Wochenende auf den Falklandinseln, dem britischen Außengebiet im Südatlantik, seinen Dienst als Pilot der Royal Airforce auf. Er wird für sechs Wochen auf der Militärbasis Mount Pleasant südlich des Hauptortes Stanley stationiert sein und steht in einem Rettungshubschrauber vom Typ „Sea King“ für Such-, Berge- und Transporteinsätze bereit.

Der Einsatz des 29-Jährigen auf dem baumlosen, vom Wind umtosten Archipel, wo auf der Fläche Oberösterreichs nur gut 3000 Einheimische leben, ist mehr als nur für Klatschblätter bedeutsam: Buenos Aires sieht darin eine Provokation, da sich heuer der Falklandkrieg zum 30.Mal jährt. Im April 1982 besetzt Argentinien die Inseln, die es als „Malvinas“ beansprucht. Es gab Krieg, an dessen Ende britische Truppen die Inseln nach See-, Luft- und Landschlachten bis Juni zurückeroberten; dabei fielen rund 650 Argentinier und 250 Briten.

Die Briten haben die Inseln 1833 besetzt und sofort eine Siedlung errichtet. Zuvor hatte der Vorgängerstaat Argentiniens, die „Vereinigten Provinzen des Río de la Plata“, einige Jahre lang erfolglos versucht, über die nur von einigen Schafzüchtern, Walfängern und Justizflüchtlingen bewohnten Inseln eine effektive Herrschaft zu etablieren. Auch wegen der vermuteten Ölvorkommen polterte Buenos Aires zuletzt wieder besonders laut und forderte die Übergabe des Gebietes – ein Standpunkt, der von ganz Lateinamerika geteilt wird.

 

Royal Navy zeigt Flagge

Nach dem Krieg bauten die Briten die Garnison Mount Pleasant, sie hat gut 1500 Soldaten und eine Staffel mit vier „Typhoon“-Kampfjets, einem Transporter, einem Lufttanker und Helikoptern. Meist sind drei Kriegsschiffe vor Ort. Zuletzt sandte die Navy auch den Zerstörer „Dauntless“, der es angeblich „mit allen Kampfjets Südamerikas gleichzeitig aufnehmen kann“. Zudem ist ein U-Boot unterwegs, an Bord sind spanischsprachige Übersetzer, um Argentiniens Militärfunk abzuhören. Auch das gilt als Provokation: 1982 versenkte das britische U-Boot „Conqueror“ den argentinischen Kreuzer „Belgrano“; 323 Seeleute starben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)

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10 Kommentare
0 4

Wohl oder Übel,

Argentinien muss mit diesem Affront leben.

Gast: Ösi
05.02.2012 23:16
4 0

Was wollen die Argentinier mit den falklands? Haben doch eh genug Platz für ihre Schafe.

Aber die können natürlich auch nie genug bekommen. Und so haben sie halt auch eine auf die Fre... bekommen und schleimen noch heute.
Vielleicht brauchen ja mal wieder eine auf die Fre...

so long
Ösenpower

Gast: Kolonialismus
05.02.2012 20:30
0 11

Die Britische Elite lebt geistig noch immer im 18. Jhdt.


Antworten Gast: wd
05.02.2012 23:45
7 0

Re: Die Britische Elite lebt geistig noch immer im 18. Jhdt.

Mit welchem Recht beansprucht Argentinien die Inseln? Nur weil sie geografisch in der Nähe liegen? Da die Inseln unbewohnt waren und von Briten besiedelt wurden können auch keine unterdrückten Argentinier befreit werden.

Antworten Gast: conquistador
05.02.2012 23:27
0 3

Re: Die Britische Elite lebt geistig noch immer im 18. Jhdt.

Die sollten sich erinnern wie sie mit Hong Kong verfahren sind. Welchen Unterschied gibt es? Vielleicht den des französischen Innenministers, demnach Zivilisationen nicht gleichwertig sind? Eine schwache Ansage.

Antworten Antworten Gast: beschwerer
06.02.2012 18:15
0 0

Re: Re: Die Britische Elite lebt geistig noch immer im 18. Jhdt.

falkland und hongkong sind zwei paar schuhe. falkland war nämlich 1833 praktisch unbewohnt, und die paar anarchistischen hanseln dort fühlten sich keinem staat zugehörig, also war da keiner zum kolonisiertwerden. und da der vorläufer argentiniens nie effektive herrschaft etablieren konnte, waren die inseln de facto terra nullius. seither sind sie britisch - und aus. auch wenn das denen nicht gefällt, die alle schuld an allem in der welt immer in europa und den usa suchen.

Antworten Antworten Antworten Gast: conquistador
07.02.2012 07:48
0 0

Re: Re: Re: Die Britische Elite lebt geistig noch immer im 18. Jhdt.

Die Geschichte kennt kein "- und aus", es sei denn, die Zeit ist aus. Es gelang weder ein Reich für tausend Jahre zu instituieren noch das Ende der Geschichte für andere zu beschwören - panta rhei bleibt das Prinzip ob es vermeintlichen "Feinden" oder bemühten "Freunden" des Europäertums und Amerikanertums paßt oder nicht.
Britanniens Ölreserven vor Aberdeen schwinden, es importiert seit einigen Jahren wieder und wenn Schottland seine erweiterte Autonomie erlangen sollte, wird man die Royals auf den Plattformen der Bohrinseln Flagge zeigen sehen?
Die gemütliche Welt im Schatten des atomaren Patts, in welcher die erste ihre Speckschwarten auf Kosten der zweiten und dritten pflegen konnte und sich dabei als die gute vorkam, ist nicht mehr - heute beanspruchen Demokratien (mehr oder weniger dem ausgefürten Modell nachgeraten) ihren ihnen zustehenden Anteil.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: beschwerer
08.02.2012 22:40
0 0

Re: Re: Re: Re: Die Britische Elite lebt geistig noch immer im 18. Jhdt.

Welch bizarre Argumentation. In dem Fall, wenn die Geschichte also kein "Aus" kennen soll, freuen wir uns auf die Weiter- oder Rückabwicklung auch in anderen Fällen: Südtirol, Elsass, Ostpolen, Israel ganz Nordamerika, Tibet, etc. Ach ja, den Arabern hat auch mal Spanien gehört, zeitweise, wird sich aber wieder ändern, gell? Und hören Sie auf mit Demokratie: Für ein Land wie Argentinien ist "Demokratie" eine Beschönigung. Die Falkländer wollen nicht argentinisch werden - und aus, so wie die Österreicher hoffentlich nimmer Deutsche sein wollen, gell. Wer das anders sehen will, ist der wahre Diktator.

Antworten Antworten DFAvJ
06.02.2012 03:57
5 0

Re: Re: Die Britische Elite lebt geistig noch immer im 18. Jhdt.

In dem Kommentar von "conquistador" (interessant! "Eroberer"...) vermisse ich die Logik. Die Bevölkerung von Hong Kong war zum größten Teil chinesisch... daher kein Wunder, daß sie "zurück" nach China wollte. Die Bevölkerung der Falkland Inseln ist ausschließlich britisch… daher kein Wunder, daß sie nicht argentisch werden will. "It's the people, stupid"...

Antworten Antworten Antworten Gast: conquistador
06.02.2012 07:16
0 4

Re: Re: Re: Die Britische Elite lebt geistig noch immer im 18. Jhdt.

Actually is the oil, stupid.
Die Logik besteht darin, daß die Staatszugehörigkeit nicht nach der Augenform bemessen wird. Die Hong-Kong-Chinesen waren von der Rückkehr zum Mutterland dermaßen begeistert, daß dieses ein eigenes Gesetz erlassen mußte in dem die Repatriierung von britischen Staatsbürgern untersagt wurde.
Schütze Windsor hätte bei seinem lieben Frauchen bleiben sollen und das Empire sollte sich endlich damit abfinden seine riesige Extrawurst verspeist zu haben.