Stanley/Wien/Wg/Ag. Die Nummer zwei der britischen Thronfolge, Prinz William, nahm am Wochenende auf den Falklandinseln, dem britischen Außengebiet im Südatlantik, seinen Dienst als Pilot der Royal Airforce auf. Er wird für sechs Wochen auf der Militärbasis Mount Pleasant südlich des Hauptortes Stanley stationiert sein und steht in einem Rettungshubschrauber vom Typ „Sea King“ für Such-, Berge- und Transporteinsätze bereit.
Der Einsatz des 29-Jährigen auf dem baumlosen, vom Wind umtosten Archipel, wo auf der Fläche Oberösterreichs nur gut 3000 Einheimische leben, ist mehr als nur für Klatschblätter bedeutsam: Buenos Aires sieht darin eine Provokation, da sich heuer der Falklandkrieg zum 30.Mal jährt. Im April 1982 besetzt Argentinien die Inseln, die es als „Malvinas“ beansprucht. Es gab Krieg, an dessen Ende britische Truppen die Inseln nach See-, Luft- und Landschlachten bis Juni zurückeroberten; dabei fielen rund 650 Argentinier und 250 Briten.
Die Briten haben die Inseln 1833 besetzt und sofort eine Siedlung errichtet. Zuvor hatte der Vorgängerstaat Argentiniens, die „Vereinigten Provinzen des Río de la Plata“, einige Jahre lang erfolglos versucht, über die nur von einigen Schafzüchtern, Walfängern und Justizflüchtlingen bewohnten Inseln eine effektive Herrschaft zu etablieren. Auch wegen der vermuteten Ölvorkommen polterte Buenos Aires zuletzt wieder besonders laut und forderte die Übergabe des Gebietes – ein Standpunkt, der von ganz Lateinamerika geteilt wird.
Royal Navy zeigt Flagge
Nach dem Krieg bauten die Briten die Garnison Mount Pleasant, sie hat gut 1500 Soldaten und eine Staffel mit vier „Typhoon“-Kampfjets, einem Transporter, einem Lufttanker und Helikoptern. Meist sind drei Kriegsschiffe vor Ort. Zuletzt sandte die Navy auch den Zerstörer „Dauntless“, der es angeblich „mit allen Kampfjets Südamerikas gleichzeitig aufnehmen kann“. Zudem ist ein U-Boot unterwegs, an Bord sind spanischsprachige Übersetzer, um Argentiniens Militärfunk abzuhören. Auch das gilt als Provokation: 1982 versenkte das britische U-Boot „Conqueror“ den argentinischen Kreuzer „Belgrano“; 323 Seeleute starben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)
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