Im nordungarischen Miskolc hat am heutigen Montag ein "Hungermarsch" von Regionalpolitikern und Aktivisten gegen die rechtskonservative Regierung von Premier Viktor Orban begonnen. Der über rund 200 Kilometer verlaufende Marsch unter dem Motto "Arbeit, Brot!" soll am 13. Februar auf dem Kossuth-Platz vor dem Budapester Parlament enden. Mehrere Organisationen und Vereine hatten im Vorfeld ihre Solidarität mit den Protestierenden erklärt.
Rund 50 Teilnehmer starteten bei Temperaturen von zwölf Grad unter dem Gefrierpunkt in Miskolc. Neben Bürgermeistern und sozialistischen Parlamentsabgeordneten marschieren auch Sympathisanten sowie Arbeitslose mit.
Vor dem Start des "Hungermarsches" hatten die Organisatoren ihre Forderungen betont: Arbeit, Brot und ausreichenden Lohn für ein normales Auskommen. "Mit den Hoffnungen ist auch die Geduld geschwunden, deswegen sollen dem Parlament in Budapest die Probleme des Alltags nahe gebracht werden", betonten die Organisatoren. Sie riefen die Ungarn auf, sich dem Protest anzuschließen. "Wer mit unseren Zielen einverstanden ist, soll sich uns anschließen, auch wenn es nur für einen Tag oder eine Stunde ist". Das Kabinett von Orban müsse "seine Fehler eingestehen und mit einem schnellen Richtungswechsel den sozial schwachen Ungarn helfen".
"An Meuterei grenzende Zustände"
Der Bürgermeister von Alsogagy, Laszlo Toth, hatte im Vorfeld des Marsches auf die prekären sozialen Zustände im ländlichen Nordostungarn aufmerksam gemacht. Hunger, Elend, Armut und hohe Arbeitslosigkeit hätten in der Region Borsody bereits "an Meuterei grenzende Zustände", erzeugt, die Spannungen in der Bevölkerung würden immer größer. Von monatlich 22.800 Forint (77,9 Euro) Sozialhilfe "kann man höchstens verhungern", kritisierte Toth. Der Hungermarsch soll erreichen, dass Premier Orban "endlich aufwacht", sonst sei der "Ausbruch eines Bürgerkrieges nicht weit".
Laszlo Sebestyen, Vorsitzender der Parteiorganisation der Regierungspartei Fidesz-MPSZ in Miskolc, kritisierte am Montag die oppositionellen Sozialisten, weil sie den "Hungermarsch" unterstützen.
(APA)
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