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Ungarn: "Hungermarsch" aus Protest gegen Orban

06.02.2012 | 12:40 |   (DiePresse.com)

Politiker und Aktivisten starteten heute einen 200 Kilometer langen Protestmarsc. Damit wollen sie für Arbeit und Brot und gegen die Regierung unter Premier Viktor Orban demonstrieren.

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Im nordungarischen Miskolc hat am heutigen Montag ein "Hungermarsch" von Regionalpolitikern und Aktivisten gegen die rechtskonservative Regierung von Premier Viktor Orban begonnen. Der über rund 200 Kilometer verlaufende Marsch unter dem Motto "Arbeit, Brot!" soll am 13. Februar auf dem Kossuth-Platz vor dem Budapester Parlament enden. Mehrere Organisationen und Vereine hatten im Vorfeld ihre Solidarität mit den Protestierenden erklärt.

Rund 50 Teilnehmer starteten bei Temperaturen von zwölf Grad unter dem Gefrierpunkt in Miskolc. Neben Bürgermeistern und sozialistischen Parlamentsabgeordneten marschieren auch Sympathisanten sowie Arbeitslose mit.

Vor dem Start des "Hungermarsches" hatten die Organisatoren ihre Forderungen betont: Arbeit, Brot und ausreichenden Lohn für ein normales Auskommen. "Mit den Hoffnungen ist auch die Geduld geschwunden, deswegen sollen dem Parlament in Budapest die Probleme des Alltags nahe gebracht werden", betonten die Organisatoren. Sie riefen die Ungarn auf, sich dem Protest anzuschließen. "Wer mit unseren Zielen einverstanden ist, soll sich uns anschließen, auch wenn es nur für einen Tag oder eine Stunde ist". Das Kabinett von Orban müsse "seine Fehler eingestehen und mit einem schnellen Richtungswechsel den sozial schwachen Ungarn helfen".

"An Meuterei grenzende Zustände"

Der Bürgermeister von Alsogagy, Laszlo Toth, hatte im Vorfeld des Marsches auf die prekären sozialen Zustände im ländlichen Nordostungarn aufmerksam gemacht. Hunger, Elend, Armut und hohe Arbeitslosigkeit hätten in der Region Borsody bereits "an Meuterei grenzende Zustände", erzeugt, die Spannungen in der Bevölkerung würden immer größer. Von monatlich 22.800 Forint (77,9 Euro) Sozialhilfe "kann man höchstens verhungern", kritisierte Toth. Der Hungermarsch soll erreichen, dass Premier Orban "endlich aufwacht", sonst sei der "Ausbruch eines Bürgerkrieges nicht weit".

Laszlo Sebestyen, Vorsitzender der Parteiorganisation der Regierungspartei Fidesz-MPSZ in Miskolc, kritisierte am Montag die oppositionellen Sozialisten, weil sie den "Hungermarsch" unterstützen.

(APA)

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12 Kommentare
Gast: Attila
07.02.2012 09:20
0 0

Ungarn Hungermarsch aus Protest gegen Orban

Am 21.01 2012 haben im Budapest 400000 Leute fuer ! die Orban Regierung protestiert.Ich habe dar[ber kein Wort in die Presse gelesen!Frechheit!

Gast: tc_t
07.02.2012 08:24
3 0

50 personen machen ein aufsehen

als würde das ganze land marschieren... also was soll das?

anferny81
07.02.2012 01:41
4 0

.. und noch etwas

wenn meinen einen Bericht über eine Demonstration verfasst, dann verziehrt man diesen in der Regel mit zumindest einem Bild.
In diesem Fall möchte ich bitte darauf hinweisen, dass es bei dem Foto ganz eindeutig NICHT um den hier beschriebenen Aufmarsch handelt.
1. hat es seit Sonntag in ungarn tonnen geschneit - dieses Wetter hat sich am Montag, also am Tag es Aufmarsches fortgesetzt
2. trägt man auf dem Bild ein Schild mit der Aufschrift zu dem Radiosender, dessen Frequenz nicht erneuert wurde.
die Zahl der Demonstrantgen auf dem Bild vermittelt auch einen anderen Eindruck als im Text beschrieben

warum all dies?

Gast: Scandaloso
07.02.2012 01:26
3 2

Hey Leute

Ich schreibe jetzt zum vierten Mal, weil die immer meinen Post wegtun, wo ich auf einen Link verweise, der besagt dass eine halbe Million Ungarn auf die Strasse für Viktor Orban gehen; und ihn anheizen sich von der EU nicht unter Druck setzen zu lassen. Das wir jedesmal weg getan.... unglaublich. Das ist der volle Totalitärismus

GH Hardy
07.02.2012 01:11
3 1

Ungarn

Wieso kann es nach 8 Jahre sozialistische Regierung kein Brot,keine Arbeit und keine Hoffnung geben ?

anferny81
06.02.2012 22:07
3 0

Enttäuschend

ich konnte nicht glauben, dass DiePresse online tatsächlich NICHT über die Demonstration gegen die Vorgehensweise und den Druck der EU bzw der internationalen Median berichtet hat.
Fast eine halbe million Menschen gingen auf die Straße.
Dass nun jedoch dieser Bericht gebracht wird ist eine Enttäuschung und Frechheit gleichermaßen.

koko
06.02.2012 18:48
5 4

Unverschämt

Erst haben die korrupten Sozialisten das Land bankrott regiert und jetzt demonstrieren sie gegen die aktuelle Regierung, die verzweifelt versucht, Ungarn vor einem griechischen Schicksal zu bewahren.

Antworten lsteve
06.02.2012 22:04
0 0

Und was hat Ihrer Meinung nach

die ebenfalls nicht korruptionsfreie Fidesz-Regierung von 1998 - 2002 geschaft?? Alles nur die Sozialisten von 2002 - 2010 ?? Und wie erfolgreich war die MDF Regierung Antall/Boross von 1990 - 2004?

Abaddon
06.02.2012 15:09
10 4

Systemmedien

Wie war das damals in den Medien? 10.000 demonstrieren gegen Regierung. Wo anders las man dann, dass es gerade mal 100 waren!?

Und nun ein Beitrag gegen eine gewählte Regierung wegen:

"Rund 50 Teilnehmer starteten bei Temperaturen von zwölf Grad unter dem Gefrierpunkt in Miskolc. Neben Bürgermeistern und sozialistischen Parlamentsabgeordneten marschieren auch Sympathisanten sowie Arbeitslose mit."

Aha, 50 Leute, darunter Sozialisten und Arbeitslose, die nichts besseres zu tun haben. Und dann ein Bericht, weil in einem 10 Mio-Einwohner-Staat fünfzig Leute spazieren gehen....

Antworten lsteve
06.02.2012 22:05
0 4

Waren Sie bei den "100" dabei, dass

Sie es so genau wissen? Sind sie ein "Systemposter"?

Antworten Antworten Gast: Bertha
08.02.2012 14:16
0 0

Re: Waren Sie bei den "100" dabei, dass

Die Kamera war dabei und hat es Festgehalten. Wenn Sie mit dem Zählen nicht mehr mitkommen, dann genügt es, dass Sie die Lichtsituation beachten und abschätzen wie lang es dauerte bis die Demonstranten vorbeigezogen sind. Als die Spitze des Demonstrationszuges am Ziel, Kossuth-Platz ankam, war dieser schon voll!

Antworten Antworten Antworten Gast: Bertha
08.02.2012 15:37
0 0