Der am Sonntag für die kommenden sechs Jahre zum Staatspräsidenten gewählte Sauli Niinistö hat die Zusammengehörigkeit Finnlands betont und hinsichtlich der regional sehr unterschiedlichen Höhe der Wahlbeteiligung vor einem Auseinanderfallen des Landes gewarnt. "Wir müssen dafür sorgen, dass Finnland sich nicht weiter teilt", sagte Niinistö am Montag bei einer Pressekonferenz in Helsinki. Am Wahlabend versprach Niinistö, die verschiedenen Meinungen in Finnland zu berücksichtigen. Dies sei eine Grundvoraussetzung, um Präsident des ganzen Volkes zu sein.
Die Wahlbeteiligung war mit unter 69 Prozent so niedrig wie bei keiner Präsidentenwahl zuvor. Beobachter erklärten dies damit, dass viele Wähler in der Stichwahl keinen passenden Kandidaten für sich gefunden hätten. Auch die Zahl der ungültigen Stimmen war höher als zuvor.
Niinistö hatte die Präsidentenstichwahl am Sonntag mit hohem Abstand vor seinem Gegenkandidaten Pekka Haavisto von den Grünen gewonnen. Niinistö erhielt 62,6 Prozent der Stimmen, Haavisto 37,4 Prozent.
Der ehemalige Parlamentspräsident und Ex-Finanzminister Niinistö war seit Jahren als künftiger Staatspräsident gehandelt worden und ging als ausgewiesener Favorit ins Rennen. Das Ergebnis entsprach den Umfragen der vergangenen Tage. Viele Beobachter hatten dennoch nicht damit gerechnet, dass der Unterschied so hoch ausfallen würde. Keiner von Niinistös Vorgängern hatte in der Stichwahl seinen Konkurrenten so deutlich abgehängt.
Die Außenpolitik ist einer der wenigen Politikbereiche, in denen der finnische Präsident noch über Mitsprache in der Landesführung verfügt. Seine außenpolitischen Ideen wollte Niinistö am Montag aber nicht skizzieren, da er sein Amt erst Anfang März antrete. Niinistö betonte lediglich die Bedeutung der Beziehungen Finnlands zu Russland, China und den USA.
Erstmals nach über fünfzig Jahren zieht in Finnland wieder ein Politiker der konservativen Nationalen Koalitionspartei in den Präsidentenpalast ein, in den vergangenen drei Jahrzehnten war das höchste Staatsamt fest in sozialdemokratischer Hand. Nachhaltige Veränderungen kündigte Niinisto am Montag jedoch nicht an. "Wandel ist kein Selbstzweck", erklärte der designierte Präsident. Ein Personenwechsel mache sich aber immer irgendwie bemerkbar.
(Ag.)
Historische Präsidentenwahl ''Mubarak-Überbleibsel'' vs. Islamisten
Auch Politiker waren einmal jung Erkennen Sie die Politiker auf Ihren Kinderfotos?
Eklats im Parlament Prügeleien, Partys, Stinkefinger
Politiker beim Sport Kicken & kämpfen für das Foto
Zitate der Woche ''Ich bin ein Antifaschist reinsten Wassers''