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Briten müssen mutmaßlichen al-Qaida-Terroristen laufen lassen

08.02.2012 | 18:19 |  Von unserer Korrespondentin JULIA KASTEIN (Die Presse)

Abu Qatada, einer der Köpfe der Terrororganisation und Bin-Laden-Vertrauter, sitzt seit fast zehn Jahren ohne Anklage im britischen Gefängnis – seine bevorstehende Freilassung für Empörung in Großbritannien.

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London. Er sitzt seit fast zehn Jahren ohne Anklage im britischen Gefängnis – jetzt sorgt seine bevorstehende Freilassung für heftige Empörung in Großbritannien: Der gebürtige Jordanier Abu Qatada (51) gilt als einer der gefährlichsten geistigen Anführer al-Qaidas und soll Osama bin Ladens rechte Hand in Europa gewesen sein.

Ein britischer Richter verfügte diese Woche, dass der ehemalige Imam einer Nordlondoner Moschee, dessen Video-Hasspredigten auch in der Wohnung von Mohammed Atta, einem der Attentäter vom 11. September 2001 gefunden wurde, in den nächsten Tagen freigelassen werden muss. Zuvor hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg entschieden, dass Qatada nicht nach Jordanien ausgeliefert werden darf. Dort könne ihm kein faires Verfahren garantiert werden, da Geständnisse möglich unter Folter erzwungen wurden.

Innenministerin Theresa May reagierte aufgebracht auf die Entscheidung: „Ich glaube nach wie vor, dass Qatada hinter Gitter gehört. Der richtige Ort für einen Terroristen ist eine Gefängniszelle. Und der richtige Ort für einen ausländischen Terroristen ist eine ausländische Gefängniszelle, weit weg von Großbritannien.“

Qatada, der als radikaler Imam die religiöse Legitimation für Selbstmordattentate geliefert und zu Terror aufgerufen haben soll, wurde 2002 verhaftet. Der fünffache Familienvater lebt seit 1993 in Großbritannien, wo er sich mit gefälschten Papieren erfolgreich um Asyl beworben hat. Es sei nicht akzeptabel, dass Großbritannien einen „gefährlichen Ausländer“ nicht deportieren dürfe, obwohl die höchsten britischen Gerichte seine Gefährlichkeit attestiert und die Jordanier garantiert hätten, ihm ein faires Verfahren zu gewähren, so Innenministerin May.

Einige Parteikollegen empfahlen ihr darauf, Qatada einfach zu deportieren. May werde zur „Nationalheldin“, wenn sie den „bösartigen, gemeinen Terroristen“ abschiebe, so der Hinterbänkler Peter Bone. Für viele Euroskeptiker ist der Fall ein weiterer Beweis dafür, dass der Europäische Gerichtshof wider britische Interessen agiert.

 

Nicht genügend Beweise?

Die Menschenrechtsorganisation „Liberty“ forderte dagegen, Qatada stattdessen in Großbritannien den Prozess zu machen. „Die Innenministerin sagt, der beste Ort für einen Terroristen ist hinter Gittern. Aber was sie dem Parlament nicht verrät, ist, warum der Mann nach so vielen Jahren immer noch nicht angeklagt wurde“, so Liberty-Chefin Shami Chakrabarti. Laut britischen Medien fürchtet das Innenministerium, nicht genügend Beweise gegen Qatada zu haben.

London will nun erneut in Amman um weitere Garantien für ein faires Verfahren werben, um den Jordanier ausweisen zu können – noch vor den Olympischen Spielen, so May. Die Zeit drängt. Schon am Montag soll er freikommen, zunächst unter strengen Kautionsauflagen (22 Stunden Hausarrest pro Tag). Doch auch die müssen in drei Monaten gelockert werden – die Regierung fürchtet, dass Qatada danach abtauchen könnte. Premier David Cameron wollte am Mittwochabend König Abdullah von Jordanien anrufen; ein Staatssekretär soll nach Jordanien reisen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2012)

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18 Kommentare
Gast: Nochmal
09.02.2012 18:17
0 0

Innenministerin May

Und der richtige Ort für einen ausländischen Verbrecher ist eine ausländische Gefängniszelle, weit weg von ÖSTERREICH“. Wer das sagt, den wähle ich bei der näxten Wahl. Aber unsere Volksverröter lassen jedes Gesocks rein und mauscheln lieber ´was aus, wie sie sich selbst noch mehr zuschanzen können, statt sich darum zu kümmern, dass nicht jeder Ostverbrecher unser Hab und Gut in seine Heimat schleppen kann.

Gast: schwer lesbar
09.02.2012 12:07
0 0

Ganz einfach:

Auslassen......Autounfall......Fahrerflucht......Täter nicht gefunden.
Sache erledigt.

Gast: auch ich
09.02.2012 10:37
1 0

Ist die Wiener Gemeindewohnung schon reserviert?

Sind die österreichischen Pässe für ihn und seine Sippe schon abholbereit?

0 0

Re: Ist die Wiener Gemeindewohnung schon reserviert?

jaaa die fpö hat schön einen österreichen reisepass bereitgestellt kostet natürlich 2 Millionen euro + gemeindewohnung------ bei den Russen war es etwas teurer jetzt sind sie etwas billiger geworden - weil die Russen sich beschwert haben das es zu viel kostet .. jetzt ist billig

jerry91
09.02.2012 10:24
0 1

Angstmache

Alquaida gibt es gar nicht und ist ein Sammelbegriff für Terroristen, wie ex Aussenminister Robin Cook im Juli 2005 in einem Artikel im London Guardian geschrieben hat - komischerweise ist er 1 Monat später bei einem mysteriösen Unfall verstorben...vor der Intervention im Iran bzw. Syrien soll die Bevölkerung wieder auf Krieg eingeschworen werden!

Gast: ralph giordano bruno
09.02.2012 10:22
1 0

das "rechtsstaatliche" problem:

kein muslim wird/darf gegen einen glaubensbruder aussagen... (das ist die realverfassung).

daran haben sich die behörden die zähne augebissen (dass keine verhetzung beweisbar war, weil kein anwesender eine aussage bestätigt hat).

nun denn: James Joyce wurde 1914 in italien als unerwünschte person ausgewiesen, einfach nur so: nicht im land tolerierbar!

Gast: Gesichtschirurg
09.02.2012 09:01
1 0

Der läuft doch nur als Reklameträger für...

...den "Krieg gegen Terror" frei herum.

Gast: ROTFRONT
09.02.2012 08:16
2 5

Unglaublich! Die Briten sind wirklich "verkehrtrum"

Bei uns laufen die Verbrecher jahrzehnte frei herum und kümmern sich um ihre fesche Föhnfrisur.
In Großbritannien sperrt man Menschen weg, weil sie die falsche Religion haben.

4 1

Re: Unglaublich! Die Briten sind wirklich "verkehrtrum"

Mit dem Nick kann ja nur Unsinn herauskommen!
Der sitzt nicht, weil er die falsche religion hat, sondern weil er "Legitimation für Selbstmordattentate geliefert und zu Terror aufgerufen haben soll..."
Erst lesen - dann sabbern!

Gast: Wenn er noch kein Terrorist war, JETZT dürfte er einer sein!
09.02.2012 01:02
3 3

Er sitzt seit fast zehn Jahren ohne Anklage im britischen Gefängnis???

Nicht genügend Beweise??? UND 10 JAHRE WEGGESPERRT........Nau, da hätte ich auch Angst, dass der jetzt ein Terrorist wird!

2 3

Wahnsinn keine beweise und nichts

10 Jahre für wass ...die 10 Jahre müssen ausbezahlt werden ohne beweise einen Menschen 10 Jahre einsperren .. das soll EU Demokratie sein zum kotzen

1 0

Re: Wahnsinn keine beweise und nichts

Zumindest in Österreich hat man vorgesorgt und die Haftentschädigung für unschuldig Eingesperrte sicherheitshalber von 100,- auf 20,- gesenkt.

Gast: gasti
08.02.2012 22:29
4 2

es wird langsam an der zeit hasspredigen als straftat ins gesetzbuch auf zu nehmen

es kann doch echt nicht sein, dass im 21. jh. leute mit der geistigen entwicklung, stand 2. jh. v.chr., frei rumlaufen dürfen

0 0

Dann gehen sie mal her

und definieren, was eine Hasspredigt ist.

Ich suche verzweifelt im StGB, finde aber nichts.

Ich finde die Herabwürdigung religiöser Lehren, ich finde - völlig zu Recht - den Wiederbetätigungsparagrafen, ich finde einiges darüber, was dagegen gemacht werden kann, wenn man gegen andere ethnische Gruppen herzieht, aber Hasspredigten finde ich nicht als Straftatbestang.

Vielleicht liegt das daran, dass das StGB das schon längst in seinem Strafkatalog aufgenommen hat.

Also wie so oft:

Das Gesetz gibt es, es fehlt dann nur noch die nachweisbare Tat.

Nicht aufregen und gleich nach neuen Gesetzen schreien!

Gast: gasti
08.02.2012 22:27
4 1

Der fünffache Familienvater lebt seit 1993 in Großbritannien, wo er sich mit gefälschten Papieren erfolgreich um Asyl beworben hat

offenbar haben die briten das gleiche problem wie wir hier in österreich

ein terrorist hat wohl nur rechte aber keine pflichten in der pc welt von heute

Gast: saubersagich
08.02.2012 20:35
4 2

schon beschämend für einen rechtsstaat

wenn man jemanden, von dem man sagt, dass er hinter gehört kein ordentliches verfahren in 10 jahren zukommen lässt

im prinzip könnte man so jeden aus dem verkehr ziehen, man sagt einfach das ist ein terrorist und ein rechtsstaatliches verfahren gibt es nicht - für mich unverständlich das ganze, weil ja eine frist gesetzlich vorgegeben ist, in der eine verhandlung stattfinden muss, ansonsten muss man den u-häftling freilassen

3 4

Re: schon beschämend für einen rechtsstaat

Pflegen Sie öfter Umgang mit Österreichern, Ihrem Deutsch würde es sehr nützen.

2 2

Re: Re: schon beschämend für einen rechtsstaat

hoppola da schau hier haben wir einnn ÖSTERREICHERRR hoppooola