30 Jahre nach dem Falklandkrieg scheint sich der Konflikt um die südatlantische Inselgruppe erneut aufzuschaukeln. So kündigte Argentinien an, sich beim UN-Sicherheitsrat über seinen früheren Gegner Großbritannien beschweren zu wollen. Der Grund ist, wie die UN-Mission in New York am Donnerstagabend bestätigte, eine angebliche "Militarisierung des Südatlantiks". Auslöser des Streits ist die Entsendung des modernen britischen Lenkwaffenzerstörers "HMS Dauntless" in den Südatlantik.
Die britische Regierung versuchte am Donnerstag zu beruhigen, es handele sich lediglich um ein Routinemanöver.
Wegen der Beschwerde ist extra der argentinische Außenminister Hector Timerman nach New York gereist, der die Klage beim Präsidenten des Rates, in diesem Monat Togos UN-Botschafter Kodjo Menan, persönlich vorbringen wolle. Zuvor soll Timerman noch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon treffen.
Kleine Insel, großer Disput
Großbritannien besetzte im Jahr 1833 die Falklandinseln und vertrieb die dort ansässigen argentinischen Siedler. Argentinien startete 1982 eine Militäroffensive. Nach einem Krieg von zweieinhalb Monaten eroberten die Briten die Inselgruppe zurück. Bei den Kämpfen und der Versenkung mehrerer Schiffe waren fast 1000 Menschen getötet worden. Nach wie vor erhebt Argentinien Anspruch auf die Inselgruppe.
Daneben gibt es die Vermutung, dass im Einzugsgebiet der Inseln in der Tiefsee Erdöl liegt - an dem wohl beide Länder Interesse haben dürften. Bislang galt die Bergung des Rohstoffes als technisch unmöglich, neue Technologien scheinen dies aber nun möglich zu machen. Zuletzt hatte es daher einen Disput wegen britischen Ölbohrungen vor der Küste der Falklandinseln gegeben.
(Ag./Red.)
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