Die spanische Polizei hat am Freitag bestätigt, dass es sich bei einem festgenommenen Serben um einen der Attentäter handelt, die 2003 den serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic ermordet haben. Die Identität von Vlada Milisavljevic alias "Budala" (Dummkopf), sei festgestellt worden, meldete die amtliche, serbische Nachrichtenagentur Tanjug.
Milisavljevic wurde am Donnerstagnachmittag in Spanien zusammen mit drei weiteren Serben, darunter der derzeit führende Mafiaboss Luka Bojovic, festgenommen. Milisavljevic wurde wegen Beteiligung am Mordanschlag auf Djindjic in Abwesenheit zu 35 Jahren Haft verurteilt. In einem anderem Verfahren erhielt der ehemalige Angehörige der Zemun-Mafia bereits eine 40-jährige Haftstrafe.
Reform-Premier Djindjic wurde im März 2003 vor dem Regierungsgebäude in Belgrad erschossen. Am Mordangriff waren mehrere Angehörige der Sonderpolizei-Einheit "Rote Barette" und der Zemun-Mafia beteiligt. Über die Auftraggeber ist weiterhin nichts bekannt.
Wie die Belgrader Tageszeitung "Blic" am Freitag berichtete, war die Polizei den vier nun festgenommenen Personen dank eines Freundes von Bojovic auf die Spur gekommen. Milos Petrovic, der sich in einem niederländischen Gefängnis befindet, soll den serbischen Ermittlern im November den Aufenthaltsort von Bojovic verraten haben. Die spanische Polizei leitete daraufhin eine Fahndung ein.
Bojovic, ein Freund des einst berüchtigten Milizenführers Zeljko Raznatovic ("Arkan"), gilt seit Jahren als neuer Chef der Zemun-Mafia. Die Ex-Chefs Dusan Spasojevic und Mile Lukic waren beim Versuch, sie nach dem Attentat auf Djindjic festzunehmen, ums Leben gekommen.
(APA)
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