New york/Wg/Ag. Argentinien steigert angesichts des nahenden 30. Jahrestags seiner Besetzung der britischen Falklandinseln den Druck auf London: Außenminister Héctor Timerman wurde am Freitag bei der UNO in New York vorstellig, um gegen die „Militarisierung des Südatlantiks durch Großbritannien“ zu protestieren; zudem forderte er von London Verhandlungen über die Inseln.
Timerman traf unter anderen den Präsidenten des Sicherheitsrats, Kodjo Menan aus Togo, den Präsidenten der Generalversammlung sowie UN-Chef Ban Ki-moon. Dazu kamen Treffen mit den UN-Botschaftern Kolumbiens und Guatemalas, derzeit Lateinamerikas Vertreter im Sicherheitsrat, um das Vorgehen in der Falklandfrage abzusprechen; fast ganz Süd- und Mittelamerika unterstützt dabei Argentinien.
Royal Navy: Zerstörer unterwegs
Auslöser der diplomatischen Offensive ist die Entsendung des britischen Zerstörers „Dauntless“ vor die Falklands (Islas Malvinas) und die Stationierung von Prinz William als Pilot. Die Dauntless löst freilich eine ältere Fregatte ab; angeblich ist aber auch ein U-Boot unterwegs, um Argentiniens Marine zu beschatten. Die Briten haben die Inseln 1833 besetzt, als der Versuch der „Vereinigten Provinzen des Río de la Plata“ gescheitert ist, das fast unbewohnte Gebiet zu verwalten. Argentinien erhebt darauf Anspruch und führte von April bis Juni 1982 erfolglos Krieg mit Großbritannien.
Auf den Falklands leben etwa 3000 Menschen, keiner davon will eine Herrschaft Argentiniens.Dieses erachtet das Meer um die Inseln als eigenes Gebiet und lässt fremde Fischerboote von der Küstenwache bedrängen; Chile wird aufgefordert, die zivile Flugverbindung von Santiago auf die Inseln (die einzige vom Festland her) zu beenden. Dagegen demonstrierten im Inselhauptort Stanley am Donnerstag rund die Hälfte der etwa 250 dort lebenden Chilenen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2012)
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